0:0 gegen Braunschweig: Torloses Remis der Kickers trotz doppelter Überzahl

Der FC Würzburger Kickers hat sich im Heimspiel am Dalle unter Flutlicht von Eintracht Braunschweig mit 0:0-Unentschieden getrennt. Trotz der zwei Platzverweise für die Gäste (51. Wydra, 66. Schwenk) und zahlreicher Chancen für die Mainfranken, blieb es am Ende beim torlosen Remis.

Eine Änderung im Vergleich zur Vorwoche

Mit nur einer Änderung im Vergleich zum Sieg in Osnabrück schickte FWK-Cheftrainer Bernhard Trares seine Elf auf den Rasen. Nach seiner starken Vorstellung in der zweiten Halbzeit begann Dominik Meisel. Nzuzi Toko nahm zunächst auf der Bank Platz. Zudem standen Ewerton und Martin Hašek, die zuletzt wegen muskulären Problemen fehlten, im Kader.

Taktisch geprägte erste Hälfte

In einer sehr taktisch geprägten ersten Hälfte, in der die Gäste aus Braunschweig ausschließlich auf Umschaltmomente setzten, aber keine bekamen, waren die Rothosen dem Führungstreffer mehrmals nahe. Dominic Baumann flankte – noch in der Anfangsviertelstunde – in die Mitte, wo Patrick Sontheimer nicht an den Ball kam (12.). Hendrik Hansen setzte einen Kopfball nach der Ecke von David Kopacz zu hoch an (20.).

Braunschweigs einzige Möglichkeit resultierte aus der zu kurzen Abwehr eines langen Schlags, die Martin Kobylanski allerdings direkt auf Hendrik Bonmann abschloss (23.). Ansonsten war die Kickers-Defensive stets Herr der Lage und hätte nach rund 30 Minuten beinahe jubeln dürfen. Sontheimer bediente von rechts den emsigen Marvin Pieringer. Doch dessen Querpass klärte Fabio Kaufmann vor dem einschussbereiten Baumann (32.). Mehr passierte vor dem Seitenwechsel nicht mehr, so dass es ohne Tore in die Kabinen ging.

Zwei Platzverweise für die Gäste

Engagiert gingen beide Teams in den zweiten Durchgang – Dominik Wydra zu engagiert. Der bereits Gelb verwarnte Abwehrspieler kam gegen Sontheimer zu spät und sah die Ampelkarte (51.). In Unterzahl waren es allerdings die Löwen, die das erste Ausrufezeichen setzten. Nick Proschwitzs Versuch lenkte Rolf Feltscher gerade noch zur Ecke (54.). Durchatmen auf Seiten der Rothosen, für die kurz darauf Kopacz die Führung auf dem Fuß hatte. Nach Sontheimers langem Ball scheiterte der Würzburger allerdings an Jasmin Fejzic (56.). Der BTSV-Schlussmann rettete auch gegen Sontheimers 17-Meter-Schuss stark (59.).

Die Kickers dominierten die Partie, brauchten bei Proschwitzs Schuss aber auch einen starken Bonmann zwischen den Pfosten, der zur Seite lenkte (61.). Aber auch Fejzic parierte kurz darauf bravourös. Nach Baumanns Pfostenkopfball (62.) hielt er Pieringers Kopfball (65.). Bei Arne Feicks ruhenden Ball aus 18 Metern musste er nicht eingreifen (67.). Verursacht hatte den Freistoß Schwenk, der Baumann von hinten umgrätschte und mit Rot ebenfalls frühzeitig zum Duschen geschickt wurde.

Frische Kräfte

In doppelter Überzahl mit frischen Kräften – Martin Hašek kam für Meisel (69.), später Frank Ronstadt und Mitja Lotrič für Baumann und Kopacz (79.) – belagerten die Rothosen den Braunschweiger Strafraum, fanden aber gegen den dichten BTSV-Abwehrriegel keine Lücke. Nur bei Kopaczs Ecke kam Hansen völlig frei zum Kopfball. Zentimeter fehlten zum erlösenden 1:0 (78.). Trares brachte mit Maierhofer für Sontheimer nochmal Größe (83.), zum Abschluss kam dann aber Rolf Feltscher, dessen Strahl am Pfosten landete (90.). Nach vierminütiger Nachspielzeit war kurz später Schluss.

Acht Tage Verschnaufpause

Beide Teams haben zunächst knapp acht Tage Verschnaufspause. Die nächste Aufgabe für die Mainfranken wartet schließlich auswärts beim SC Paderborn. Anstoß in Ostwestfalen ist am Samstag, 23. Januar um 13:00 Uhr. Zu selber Zeit empfängt Braunschweig zuhause den Hamburger SV.

STIMMEN ZUM SPIEL

Bernhard Trares (Cheftrainer FC Würzburger Kickers): Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen, haben die Räume über die Seite sehr gut genutzt. Sontheimer, der durchlaufen muss, genauso wie Baumann, der am zweiten Pfosten zögert, Kopacz der 10 Meter vor dem Tor freigespielt wird. In der ersten Halbzeit waren wir sehr gut im Spiel und haben es mit Ball auch sehr gut gemacht. In der zweiten Halbzeit hat der Gegner umgestellt, dann kamen die beiden Platzverweise und wir haben weiter Chance um Chance gehabt mit Kopacz, einem super Kopfball von Pieringer gegen die Laufrichtung des Torhüters. Ich habe zehn gute Möglichkeiten für uns gezählt, auch wenn der Platz gegen Spielende schlechter wurde und der Ball verspringt. Die Mannschaft hat es gut gemacht, aber den Vorwurf müssen wir uns gefallen lassen. Mit so vielen Chancen und Tormöglichkeiten müssem wir das Tor einfach machen. Hinten haben wir es gut gemacht, später war es schwer überhaupt nach vorne zu kommen, aber in den ersten 50 Minuten hatte BTSV nur einen Torschuss. Wir sind enttäuscht, aber die Mannschaft lebt, sie redet miteinander, sie versucht den Matchplan umzusetzen. Das haben wir über weitere Strecken gut gemacht.

Daniel Meyer (Trainer Eintracht Braunschweig): Ich bin noch gekennzeichnet vom Spielverlauf. Es war von der tabellarischen Situation Druck auf dem Kessel und eine Erwartungshaltung war da. Meine Jungs haben Nerven gezeigt und ängstlich gespielt. Wir haben nicht mutig verteidigt, den Ball nicht haben wollen und derjenige, der den Ball hatte, war der ärmste Spieler auf dem Platz, auch weil Würzburg das gut gemacht hat. Wir hatten für die zweite Halbzeit umgestellt. Wie das Spiel dann verlaufen wäre, kann man aufgrund der Gelb-Roten Karte nicht sagen. In dieser Situation darf dieses Foul aber nicht passieren, das war auch ein Zeichen, dass wir nervlich nicht in der Balance waren. Das setzt sich dann mit dem Scherenschlag von Schwenk fort. Alles, was danach kommt, bringt uns als Mannschaft nur weiter, in doppelter Unterzahl das 0:0 zu verteidigen. Am Ende nehmen wir den Punkt mit und halten so den Abstand auf Würzburg erstmal, was letztendlich auch das Minimalziel war. Ich denke, es lag nicht an der Einstellung, die Jungs waren einfach sehr nervös. Die zweite Halbzeit war ein großer Kampf, wobei ich am Ende noch sagen muss, dass das Foul an Kroos in der ersten Halbzeit auch klar Rot ist.

AUFSTELLUNG

Würzburg: Bonmann – Feltscher, Hansen, Strohdiek, Feick – Hägele, Meisel (70. Hašek) – Baumann (79. Ronstadt), Sontheimer (83. Maierhofer), Kopacz (79. Lotric) – Pieringer.

Braunschweig: Fejzic – Behrendt, Wydra, Nikolaou – Kaufmann (71. Bär, 92. Klaß), Kroos, Kammerbauer, Schlüter – Kobylanski (52. Ben Balla) – Schwenk, Proschwitz (71. May).

 

DATEN

Gelbe Karten: Hägele (24.), Strohdiek (65.), Sontheimer (76.) – Wydra (9.), Fejzic (69.).
Gelb-Rote Karte: Wydra (51.).
Rote Karte: Schwenk (67.).