0:1 in Düsseldorf: Würzburger Kickers verpassen Punktgewinn denkbar knapp

Bittere Niederlage für die Rothosen in Düsseldorf: Nach einem leidenschaftlichen Auftritt unterlag der FC Würzburger Kickers beim Bundesliga-Absteiger mit 0:1 (0:0). Den goldenen Treffer für die Hausherren erzielte Dawid Kownacki in der Schlussphase. Die große Chance zum Ausgleich vereitelte in der Nachspielzeit Fortuna-Keeper Florian Kastenmeier, der einen Elfmeter Robert Herrmanns parierte.

Drei Änderungen und ein neuer Kapitän

FWK-Cheftrainer Michael Schiele hatte im Vergleich zum Duell gegen den FC Erzgebirge Aue (0:3) drei Änderungen vorgenommen: Douglas, David Kopacz und Saliou Sané stehen in der Startelf. Frank Ronstadt (Adduktorenprobleme) und Keanu Staude (Knieprobleme) fehlten im Rheinland wie Niklas Hoffmann und Luke Hemmerich, die sich jeweils im Aufbautraining befinden. Vor der Partie wurde zudem bekannt, dass Daniel Hägele unter der Woche sein Kapitänsamt zur Verfügung gestellt hat und ab sofort – wie schon in der Aufstiegssaison – wieder Vize-Kapitän ist! Als neuer Spielführer führt zukünftig Arne Feick die Kickers aufs Feld.

Kompakte Kickers

Und beide sahen aus nächster Nähe, wie Brandon Borello nach nicht einmal zwei Minuten Fabian Giefer prüfte. Doch der Schlussmann war auf dem Posten. Borellos zweiter Versuch wurde zur Ecke abgefälscht. Mehr kam von den Hausherren aber lange Zeit offensiv nicht. Die Rothosen verteidigten konsequent, waren präsent in den Zweikämpfen und ließen die Fortunen nicht zur Entfaltung kommen. Vielmehr hatte Luca Pfeiffer die große Chance, die Unterfranken in Führung zu bringen. Doch seinen Kopfball nach Dominic Baumanns Maßflanke aus dem Halbfeld parierte Florian Kastenmeier souverän (11.).

Fortuna wird druckvoller

In der Folge spielte sich die Begegnung nahezu ausschließlich zwischen den Strafräumen ab. Erst in den Schlussminuten des ersten Durchgangs wurden die Gastgeber nochmals druckvoller, vor allem über die Flügel. 95-Angreifer Rouven Hennings kam zweimal zum Abschluss, zielte aber jeweils zu ungenau (39./41.). Matthias Zimmermanns flache Hereingabe klärte Fabian Giefer in höchster Not (44.). Aber die Gäste konnten sich befreien, kamen aber nicht mehr zwingend vor das Düsseldorfer Gehäuse, weshalb es mit einem torlosen Remis in die Kabinen ging.

Druckvoller Fortuna-Beginn

Nach dem Seitenwechsel blieben die Hausherren am Drücker. Kevin Ofori tankte sich in den Strafraum, setzte das Leder allerdings in den Fangzaun (50.). Wenig später verzog Marcel Sobottka aus 17 Metern knapp (56.). Doch auch diesmal befreiten sich die Rothosen aus der Umklammerung und kamen selbst zu Chancen. Luca Pfeiffer war plötzlich alleine auf weiter Flur, traf aber nur das Außennetz (65.). Nach Baumanns Flanke aus dem Halbfeld schoss David Kopacz volley drüber (68.).

Offene Schlussphase

In einer offenen Schlusphase – Robert Herrmann war für Dominic Baumann gekommen (74.) – waren zunächst die Kickers näher am Führungstreffer. Feick, der sein 250. Zweitliga-Spiel bestritt, flankte punktgenau auf Pfeiffer. Aber dessen Kopfball lenkte Kastenmeier über den Balken. Die darauffolgende Ecke setzte Saliou Sané aus dem Gewühl vorbei (75.). Auf der anderen Seite klärte zunächst Giefer eine Hereingabe Thomas Pledls (80.), war kurz darauf aber doch geschlagen. Erneut hatte Pledl geflankt und Dawid Kownacki drückte das Leder aus wenigen Metern über die Linie (82.). Doch die Rothosen bekamen in der Nachspielzeit die große Chance auf den Ausgleich. Nach Foul im Strafraum an den eben eingewechselten Vladimir Nikolov gab es Elfmeter für die Schiele-Elf. Aber Robert Herrmann scheiterte an Kastenmeier. Damit feierten die Hausherren einen knappen 1:0-Erfolg gegen leidenschaftliche Kickers.

In der kommenden Woche empfangen die Rothosen am Sonntag, 4.Oktober um 13:30 Uhr in der FLYERALARM Arena die SpVgg Greuther Fürth zum Frankenderby. Fortuna Düsseldorf spielt zeitgleich bei Holstein Kiel.

STIMMEN ZUM SPIEL

Michael Schiele (Cheftrainer FC Würzburger Kickers): Wir haben wenig klare Möglichkeit der Fortuna zugelassen und sie über weite Strecken vom eigenen Tor ferngehalten. Zudem haben wir uns selbst nach dem Seitenwechsel einige Chancen erarbeitet. Wir haben gute Lösungen mit Ball gefunden. Deshalb ist die Niederlage sehr ärgerlich. Aber es war ein Schritt in die richtige Richtung.

Uwe Rösler (Trainer Fortuna Düsseldorf): Die Würzburger haben eine sehr couragierte Leistung gezeigt. Wir müssen früh in Führung gehen. Das hätte uns gut getan. Wir haben viele sehr gute Flanken in den Strafraum gebracht, aber daraus zu wenig gemacht. Nach der Pause waren wir im letzten Drittel zu ungeduldig. Die Kickers hatten einige gute Möglichkeiten. Dawid Kownacki hat das super gemacht und das Tor für uns gemacht und Florian Kastenmeier hat uns dann den Sieg gerettet. Dennoch haben wir verdient gewonnen, weil wir sehr viel investiert haben.

Arne Feick (Kapitän FC Würzburger Kickers): Wir haben heute ein ganz anderes Gesicht. Wir haben mit einer starken Defensivleistung den Düsseldorfern Paroli geboten. Alle haben heute defensiv sehr gut gearbeitet und haben die Zweikämpfe angenommen. Jeder hat für den anderen gekämpft. Wir hatten heute die Chance, etwas Zählbares mitzunehmen. Deshalb ist es ärgerlich, dass wir nun mit leeren Händen nach Hause fahren. Wenn wir in den kommenden Wochen diese Einstellung und Kampfkraft auf den Platz bringen, werden wir bald Punkte einfahren.

Fabian Giefer (Schlussmann FC Würzburger Kickers): Wir haben ein gutes, engagiertes Spiel gemacht. Deshalb sind wir sehr enttäuscht, heute nicht mit Punkten nach Hause zu fahren. Das war eine deutliche Steigerung zu letzter Woche. Wir haben den Düsseldorfern einen heißen Fight geliefert. Dass es dann am Ende so ausgeht mit dem verschossenen Elfmeter, ist extrem bitter. Es war wieder schön, vor Fans zu spielen. Ich hoffe, dass wir kommende Woche am Dalle ebenfalls wieder Zuschauer im Rücken haben, um mit einer ähnlichen Leistung unsere ersten Punkte einzufahren.

AUFSTELLUNG

Düsseldorf: Kastenmeier – Zimmermann, Danso, Hoffmann, Hartherz – Borello (46. Pledl), Bodzek, Sobottka (62. Appelkamp), Ofori (62. Zimmer) – Hennings, Karaman (73. Kownacki).

Würzburg: Giefer – Flecker, Hägele, Douglas, Feick – Baumann (74. Herrmann), Toko (90. Kraulich), Sontheimer, Kopacz (90. Nikolov) – Pfeiffer, Sané (90. Hansen).

 

Tore: 1:0 Kownacki (82.)

Zuschauer: 7.500.

Schiedsrichter: Robert Hartmann (Wangen).

Gelbe Karten: Borello (6.), Hoffmann (9.), Sobottka (55.), Hartherz (84.), Hennings (86.), Bodzek (89.) – Flecker (17.), Sané (32.).

Besonderes Vorkommnis: Kastenmeier hält Elfmeter von Herrmann (90.+2).