0:1 in Paderborn: Würzburger Kickers unterliegen beim Bundesliga-Absteiger

Der FC Würzburger Kickers muss sich am 17. Zweitliga-Spieltag mit 1:0 (1:0) beim SC Paderborn 07 geschlagen geben. In der Benteler-Arena brachte Dennis Srbeny die Gastgeber in Führung (31.). In einer intensiven, chancenarmen Begegnung blieb es das einzige Tor des Tages.

Drei Veränderungen

Mit drei Veränderungen im Vergleich zum torlosen Unentschieden gegen Eintracht Braunschweig starteten die Rothosen in das Gastspiel beim SC Paderborn: Ewerton ersetzte Hendrik Hansen in der Innenverteidigung, Nzuzi Toko und Lars Dietz begannen im defensiven Mittelfeld. Dominik Meisel nahm wie Hansen zunächst auf der Bank Platz, Daniel Hägele musste aufgrund von Rückenproblemen passen. Bevor es jedoch auf dem Rasen zur Sache ging, wurde es vor Spielbeginn emotional: Christian Strohdiek wurde an alter Wirkungsstätte, an der er nahezu 20 Jahre spielte, gebührend mit einer Lautsprecherdurchsage sowie einer Fotocollage verabschiedet. Auch ein Spruchband hing im Stadion.

Hellwacher Beginn

Auf dem Rasen waren die Mainfranken von Beginn an hellwach. Früh störend zwangen sie die Hausherren in der Anfangsphase zu Fehlern, nur das letzte Quäntchen Glück fehlte zur möglichen Führung. Defensiv verteidigten die Rothosen sehr konzentriert, Paderborn kam in der ersten halben Stunde zu keinem gefährlichen Abschluss. Stattdessen aber die Kickers: Nach einem Ballgewinn schickte Patrick Sontheimer Marvin Pieringer auf die Reise. Nach dessen Querpass scheiterte David Kopacz am stark parierenden Leopold Zingerle (23.).

Srbeny bringt SCP in Führung

Die Trares-Elf zeigte gegen den Bundesliga-Absteiger eine gute Vorstellung, brachte sich dann aber selbst ins Hintertreffen. Nach einem Fehlpass in der Vorwärtsbewegung bediente Sven Michel den einlaufenden Dennis Srbeny, der aus elf Metern am herauseilenden Hendrik Bonmann vorbeischob (31.). Ein Treffer, der sich nicht angedeutet hatte, aber die Rothosen keineswegs aus dem Konzept brachte. Zwar hatten die Paderborner nun leichte Vorteile und durch Michels Abschluss, den Bonmann parierte, sogar die Chance zum 2:0, doch die Würzburger waren weiter gut in der Partie. Eine Chipecke von David Kopacz nahm Rolf Feltscher an der Strafraumkante volley. Sein Ball blieb aber an der vielbeinigen SCP-Abwehr hängen (45+3.). Danach ging es in die Halbzeitpause.

Druckvoller in den zweiten Durchgang starteten die Paderborner, die den zweiten Treffer nachlegen wollten. Doch Bonmann faustete Julian Justvans Freistoßflanke aus der Gefahrenzone und rettete stark gegen Michel (49.). Die Gastgeber hatten mehr von der Partie, Bonmann war nach einer Stunde vor dem durchgebrochenen Michel am Ball (60.).

Umkämpftes Ende einer ausgeglichenen Partie

Mit drei frischen Kräften – Frank Ronstadt, Ridge Munsy und Dominik Meisel ersetzten Baumann, Dietz und Sontheimer – ging es in die letzte halbe Stunde. Mehr als intensive Zweikämpfe und einen Platzverweis für Würzburgs Trainer Bernhard Trares gab es allerdings nicht mehr zu sehen, der noch Hendrik Hansen für den angeschlagenen Ewerton (70.) und Martin Hasek für Kopacz (84.) ins Spiel brachte. Weder auf der einen, noch auf der anderen Seite taten sich in der Folge weitere Torchancen auf. Mit 1:0 siegten die Ostwestfalen schließlich in einer hart umkämpften und ausgeglichenen Partie und beendeten die Würzburger Serie nach drei Spielen ohne Niederlage.

Englische Woche zum Beginn der Rückrunde

Die Rückrunde beginnt mit einer englischen Woche. So geht es für die Rothosen bereits am Dienstag, 26. Januar 2021, weiter. Um 18:30 Uhr gastieren die Mainfranken beim FC Erzgebirge Aue. Der SC Paderborn empfängt tags darauf um 20:30 Uhr Holstein Kiel.

STIMMEN ZUM SPIEL

Bernhard Trares (Cheftrainer FC Würzburger Kickers): Wir sind sehr gut ins Spiel gekommen und hatten eine Topchacne durch Kopacz, die er machen muss. Paderborn ist dann spielstärker geworden, ohne dass sie so richtig gut vor unser Tor gekommen sind. Schließlich bekommen wir ein einfaches Gegentor und gehen 0:1 in Rückstand. Wir sind gegen so einen Gegner auch nicht in der Lage, viele Chancen herauszuspielen, weshalb wir auch die Null halten wollten, um beispielsweise über einen Standard zum Torerfolg zu kommen. In der zweiten Halbzeit sind wir dann nicht so gefährlich vors Tor gekommen, aber aufgrund der ersten Hälfte wäre ein Unentschieden verdient gewesen. Zur Roten Karte möchte ich sagen, dass ich mit Paderborner Spielern über das Foulspiel diskutiert. Ich war außer mir, wie mir der Schiedsrichter dafür Rot geben kann. Die Unparteiischen stehen 70 Meter von mir weg, von dem her gab es keinen Grund mit ihnen zu sprechen.

Steffen Baumgart (Cheftrainer SC Paderborn): Ich stimme Bernhard zu: Es war ein sehr, sehr intensives Spiel, das in beide Richtungen hätte kippen können. Wir sind sehr schlecht ins Spiel gekommen, das hatte auch mit dem Gegner zu tun, der sehr gut angelaufen ist. In der letzten Viertelstunde der ersten Halbzeit hatten wir mehrere Ballgewinne. Es war ein Spiel, das immer gefährlich war und deshalb freuen wir uns, dass wir es über die Ziellinie gebracht haben. Fußballerisch war es nicht die beste, aber eine sehr intensive Partie. Deswegen ist es mir egal, wie das aussah. Wir hatten viel Balbesitz, was auch ein Ansatz für die nächsten Spiele ist. Ich bin sehr zufrieden mit den Jungs, denn am Ende gehen wir als Sieger vom Platz. Wir müssen aber die Torchancen besser ausspielen und das erwarte ich auch.

Christian Strohdiek (Spieler FC Würzburger Kickers): Wir haben richtig gut ins Spiel gefunden. Wir haben Druck entwickelt und einige gute Möglichkeiten liegen gelassen. Beide Mannschaften haben sich über weite Strecken neutralisiert. Nach der Pause war es ein großer Kampf, die Jungs haben sich voll reingehauen. Die Partie war sehr hektisch und sehr intensiv. Leider hat uns der letzte Punsh gefehlt. Deshalb tut die Niederlage sehr weh. Für mich persönlich war es heute dennoch ein besonderes Gefühl zurückzukehren. Ich bin hier tief verwurzelt, keine jede Ecke, jeden Mitarbeiter.

AUFSTELLUNG

Paderborn: Zingerle – Dörfler, Hünemeier, Schonlau, Collins – Justvan, Schallenberg, Thalhammer – Führich (63. Antwi-Adjei), Srbeny, Michel (80. Ingelsson).

Würzburg: Bonmann – Feltscher, Strohdiek, Ewerton (70. Hansen), Feick – Dietz (60. Meisel), Toko – Baumann (60. Ronstadt), Sontheimer (60. Munsy), Kopacz (84. Hasek) – Pieringer.

 

DATEN

Tor: 1:0 Srbeny (31.).
Gelbe Karten: Collins (55.) – Pieringer (73.), Kopacz (75.), Meisel (79.).

Bes. Vorkommnis: Rote Karte gegen Bernhard Trares (76.).