0:2 gegen den Spitzenreiter: Defensivstarke Kieler gewinnen am Dalle

Nächste Heimniederlage für den FC Würzburger Kickers: Gegen Holstein Kiel verloren die Rothosen mit 0:2 (0:1). Zwar bot die Elf von Marco Antwerpen den Störchen über weite Strecken Paroli, biss sich an der starken Defensive der Gäste aber die Zähne aus. So sorgten Janni Luca Serra vor dem Seitenwechsel (22.) und ein Eigentor von Lars Dietz (75.) für den Erfolg des alten und neuen Tabellenführers.

Dietz und Lotric mit Debüt

Im Vergleich zum 2:2-Unentschieden vor der Länderspielpause gegen die SpVgg Greuther Fürth veränderte FWK-Cheftrainer Marco Antwerpen seine Startelf auf drei Positionen: Lars Dietz, Daniel Hägele und Mitja Lotrič begannen anstelle von Hendrik Hansen, Nzuzi Toko (Wadenprobleme) und Luke Hemmerich. Dietz und Lotrič feierten damit ihre Pflichtspielpremiere. Darüber hinaus stand Ewerton erstmals im Kickers-Kader. Nicht zur Verfügung standen neben Toko auch Florian Flecker (Sprunggelenksprobleme), Saliou Sané (Knieprobleme), Niklas Hoffmann (Trainingsrückstand) und Ridge Munsy (grippaler Infekt).

Kiel geht mit erster Chance in Führung

Vor 1.300 Zuschauern in der FLYERALARM Arena nahmen die Kickers den Schwung aus den vergangenen beiden Partien gegen Fürth (2:2) und Eintracht Frankfurt (3:0) mit und präsentierten sich gegen die noch ungeschlagenen Kieler sehr kompakt. Die Störche fanden keine Lücken in der Rothosen-Defensive – bis zur 22. Minute. Nach einem feinem Diagonalball Hauke Finn Wahls überlupfte Jae Sung Lee den herauseilenden Fabian Giefer und Janni Luca Serra drückte das Leder über die Linie (22.).

Würzburg ebenbürtig, aber ohne Fortune im Abschluss

Mit der Führung im Rücken schienen die Gäste besser in die Partie zu finden. Jannik Dehms Freistoß verfehlte nur knapp sein Ziel (23.). Doch mehr kam vor dem Seitenwechsel von den Kielern nicht mehr. Die Antwerpen-Elf verteidigte weiterhin konzentriert und erarbeitete sich selbst Möglichkeiten. Debütant Mitja Lotric verzog knapp links (26.), Dominic Baumann setzte das Leder nach Patrick Sontheimers Chipball und feiner Drehung in den Fangzaun (31.).

Die Rothosen boten dem Spitzenreiter leidenschaftlich die Stirn, nur die Genauigkeit im Abschluss fehlte weiterhin. Einen schnellen Einwurf Patrick Sontheimers legte Luke Hemmerich auf Mitja Lotric quer, der aber gerade noch geblockt wurde (36.). Auch Robert Herrmanns Abschluss aus 17 Metern geriet zu harmlos (45.).

Mit Vladimir Nikolov für Dominic Baumann – im ersten Durchgang hatte bereits Luke Hemmerich den angeschlagenen Frank Ronstadt ersetzt (27.) – starteten die Kickers schwungvoll in die zweite Hälfte. Nur an gefährlichen Torszenen mangelte es gegen defensiv starke Kieler. Erst Arne Feicks Freistoß aus 20 Metern ging knapp vorbei (65.). Die beste Chance hatte kurz darauf aber der eingelaufene Herrmann, der KSV-Keeper Ioannis Gelios aus 25 Metern zu einer Glanzparade zwang (67.).

Kiel bleibt pragmatisch und macht den Deckel drauf

Die Rothosen schnupperten am Ausgleich, kassierten auf der anderen Seite aber den zweiten Genickschlag. Nach einer Kieler Ecke klärten die Würzburger nur ungenügend, Alexander Mühling brachte das Leder nochmals vor das FWK-Gehäuse und Lars Dietz bugsierte das Leder beim Klärungsversuch aus zwei Metern ins eigene Tor (75.). Danach mühten sich die Hausherren zwar weiter um den Anschluss, bissen sich an der Abwehrreihe der Gäste allerdings die Zähne aus.

Durch den 2:0-Sieg am Dallenberg bleiben die Störche mit nun zehn Punkten ungeschlagen und führen auch nach diesem Spieltag die Tabelle der 2. Bundesliga an. Die Rothosen rutschen indes auf den letzten Tabellenplatz. Weiter geht es für die Kickers kommenden Samstag, 24. Oktober, um 13:00 Uhr beim Hamburger SV. Die Kieler empfangen zeitgleich die SpVgg Greuther Fürth.

STIMMEN ZUM SPIEL

Arne Feick (Kapitän FC Würzburger Kickers): Wir wollten heute weitere Punkte holen, was uns aber nicht gelungen ist. Die Gegentore, die wir bekommen haben, sind zu einfach. Trotz des Rückstands haben wir die Partie lange offen gehalten und weiterhin wenig zugelassen. Offensiv hat uns leider die Durchschlagskraft gefehlt, obwohl wir ordentlich kombiniert haben.

Marco Antwerpen (Cheftrainer FC Würzburger Kickers): Ich habe nicht viele Tormöglichkeiten der Gäste gesehen. Wir waren allerdings im letzten Drittel nicht sauber genug und haben es verpasst, uns weitere Möglichkeiten zu erspielen. Nach einigen guten Ballgewinnen waren wir oftmals nicht zielstrebig genug. So war es gegen eine gestandene Mannschaft, wie Kiel es ist, sehr schwer.

David Kopacz (Spieler FC Würzburger Kickers): Die Niederlage ist sehr ärgerlich. Wir sind heute nicht zufrieden. Wir haben es bis zum letzten Drittel nicht schlecht, der letzte Pass war aber nicht genau genug. Daran müssen wir arbeiten. Der Einsatz hat gestimmt. Wir müssen unsere gute Aktionen dann auch in Tore ummünzen.

Ole Werner (Trainer Holstein Kiel): Es war ein sehr umkämpftes Fußballspiel, an dem für uns das Ergebnis das beste war. Wir haben erneut sehr wenig zugelassen und waren sehr effektiv. Allerdings hatten wir zu wenig Phasen, in denen wir das Spiel beruhigen konnten. Wir haben im Anlaufen sehr selten Druck auf den Gegner bekommen. Daher war das heute ein Arbeitssieg.

AUFSTELLUNG

Würzburg: Giefer – Ronstadt (27. Hemmerich), Dietz, Douglas, Feick – Hägele, Sontheimer – Herrmann, Lotric (60. Staude), Kopacz – Baumann (46. Nikolov).

Kiel: Gelios – Dehm, Wahl, Komenda, van den Bergh – Mühling (82. Ignovski), Meffert (90.+2 Arslan), Lee – Reese (64. Porath), Serra (90.+2 Girth), Mees (46. Hauptmann).

 

Tore: 0:1 Janni Luca Serra (22.), 0:2 Lars Dietz (75., Eigentor).