2. Handball-Bundesliga: Rimparer Wölfe haben schwere Auswärtspartie in Hamm

ASV Hamm-Westfalen vs. DJK Rimpar Wölfe (17.02.2018, 19.15 Uhr, WestpressArena, Hamm)

Von Wiedergutmachung will der Cheftrainer der Wölfe, Matthias Obinger, vor dem
Auswärtsspiel gegen den ASV Hamm nichts wissen, denn auch wenn die 24:25-
Heimniederlage gegen die Westfalen gleich zu Beginn der Saison doch recht weh
getan hat, so ist ihm bewusst, dass sein Team es mit einer Spitzentruppe zu tun hatte,
die in der Lage ist, jeden Gegner zu bezwingen, zu Recht auf dem vierten
Tabellenplatz steht und in Lauerstellung auf den einen heiß umkämpften
Aufstiegsplatz hinter dem einsam enteilenden Bergischen HC gegangen ist. Viel trennt
das Team von Trainer Kay Rothenpieler nicht vom Platz an der Sonne, denn schon
ein Erfolg gegen die Unterfranken könnte es bei nicht unmöglichen Niederlagen von
Bietigheim in Essen und Lübeck in Dresden genau dorthin verfrachten, ein Umstand,
der sicher als besondere Motivationsspritze dienen dürfte. Das Prickelnde an der
Auseinandersetzung mit den Wölfen liegt allerdings darin, dass auch diese sich
unmittelbar in Reichweite eines Aufstiegsplatzes befinden, denn bei derzeitiger
Punktgleichheit trennen beide Mannschaften nur ganze 13 Tore, die die Hammer mehr
auf ihrem Konto haben.

Natürlich ist der ASV Hamm in der heimischen Westpress-Arena klarer Favorit, denn
derzeit gibt sich die Mannschaft keine Blöße. Im Gegenteil, nervenstark und abgezockt
sicherte Julian Krieg noch am letzten Wochenende in der Schlusssekunde in Aue den
28:29-Sieg und ließ damit zwei Punkte für die Heimreise einpacken. Die letzte
Niederlage der Westfalen in Dessau liegt nun schon 3 Monate zurück. Seitdem haben
sie fünf Siege und drei Unentschieden auf ihr Konto buchen können. Zudem haben die
Wölfe in der Westpress-Arena in den letzten zwei Jahren nicht viel ernten können und
sich dort mit klaren Niederlagen verabschieden müssen. Dass allerdings die Westfalen
durchaus auch mal eine Blöße zeigen können, hatten sie in ihrem Heimspiel gegen die
TUSEM aus Essen bewiesen, denn hätte nicht Spielmacher Björn Zintel eine Minute
vor dem Ende für den Ausgleich gesorgt, hätten die Essener dort für eine dicke
Überraschung gesorgt.

Gegen eben diese Essener hatte auch das Team von Matthias Obinger die letzten
Punkte abgeben müssen. Seitdem haben die Wölfe viermal doppelt gepunktet, davon
immerhin zweimal in der Fremde. Kay Rothenpieler weiß also, dass da am
Samstagabend in Hamm keine Laufkundschaft vorbeischaut, um kampflos Punkte liegen zu lassen. Ihm wird auch nicht entgangen sein, dass die Mannschaft aus Unterfranken seit der Auseinandersetzung zu Beginn der Saison vor allen Dingen in
der Breite des Kaders deutlich an Qualität zugelegt hat. Gerade das Spiel gegen
Saarlouis hatte das gezeigt, als sich nahezu jeder Wölfe-Akteur in die Torschützenliste
eingetragen hat. Er wird also sein Team auf die Gefährlichkeit des Gegners
einzustellen wissen.

Die Karten für diese Partie sind neu gemischt, so dass sich Trainer Matthias Obinger
nicht groß mit der Hinspielniederlage beschäftigen wird. Seine Mannschaft hat gerade
in den letzten Spielen eindrucksvoll bewiesen, dass mit ihr immer zu rechnen ist. Auch
wenn diesmal die Favoritenrolle nicht auf ihrer Seite liegen mag, wird sich das Team
um Kapitän und Abwehrchef Stefan Schmitt ganz sicher nicht verstecken. Und einmal
hat man schon ja vor drei Jahren in Hamm beide Punkte entführen können. So
uneinnehmbar ist die Festung Westpress-Arena demnach wohl doch nicht. Vielleicht
erinnert man sich besser daran, als an irgendwelche Niederlagen.