2:2 gegen Fürth: Starke Kickers müssen späten Ausgleichstreffer hinnehmen

Bitteres Ende eines starken Heimspiels: In der Nachspielzeit ist der SpVgg Greuther Fürth beim FC Würzburger Kickers der 2:2-Ausgleich gelungen. Zweimal waren die Rothosen in der FLYERALARM Arena vor 1.877 Zuschauern in Führung gegangen: Schon nach zwei Minuten markierte Robert Herrmann das 1:0 für die Mainfranken, im zweiten Durchgang traf Dominic Baumann vom Elfmeterpunkt (63.). Doch das Kleeblatt kam jeweils zurück. Erst durch Branimir Hrgota (60.) und nach Ende der regulären Spielzeit Maximilian Bauer (90.+1). Bauer selbst war es jedoch auch, der zuvor den Ball ins Toraus geköpft hatte, weshalb es den Eckball vor dem Ausgleich nicht hätte geben dürfen.

Vier Neue in der Startelf

FWK-Cheftrainer Marco Antwerpen hat die Startformation auf vier Positionen geändert: Hendrik Hansen und Luke Hemmerich feierten ihr Saisondebüt. Robert Herrmann und der wiedergenesene Frank Ronstadt starteten ebenfalls neu im Vergleich zum Gastspiel der Rothosen in Düsseldorf. Verletzungsbedingt nicht zur Verfügung standen Florian Flecker und Saliou Sané. Beide haben mit muskulären Problemen zu kämpfen. Zudem fehlte Luca Pfeiffer, der wegen finaler Verhandlungen mit einem anderen Klub nicht im Kader stand.

Herrmann sorgt für Traumstart

Aber auch ohne den Angreifer gelang den Kickers gegen die Mittelfranken ein Traumstart. Von Luke Hemmerich gelang das Leder über David Kopacz zu Robert Herrmann. Der Außenspieler schaute an der linken Strafraumkante kurz hoch und jagte das Spielgerät zur frühen Führung in den rechten Winkel (2.). Die Torpremiere für die Rothosen in dieser Spielzeit. Mit dem Treffer im Rücken waren die Gastgeber in der Folge das wachere Team. Kopacz versuchte es mit einem Schuss aus 25 Metern (10.). Wenig später verpasste Hemmerich nach Herrmanns Eckball das 2:0 knapp, Hendrik Hansens zweiten Versuch blockten die Fürther mit vereinten Kräften.

Hrgota gleicht aus dem Nichts aus

Die Rothosen hatten die Begegnung im Griff. Erneut Kopacz zielte zu mittig, Sascha Burchert hatte keine Probleme (24.). Von den Gästen war offensiv nichts zu sehen – bis zur 26. Minute. Dann aber richtig. Jamie Leweling zog über links zur Grundlinie, bediente den lauernden Branimir Hrgota, der zum überraschenden Ausgleich einschoss.

Danach kam das Kleeblatt besser in die Partie. Julien Green versuchte es aus der zweiten Reihe, verzog aber (31.). Marco Meyerhöfers Flanke klärte Fabian Giefer aus der Gefahrenzone. In einer mittlerweile ausgeglichenen Partie setzten aber auch die Hausherren vor dem Seitenwechsel ein weiteres offensives Zeichen. Nach Frank Ronstadts Hereingabe köpfte Dominic Baumann links vorbei (42.). Aber auch die Grün-Weißen hatten noch einen Schuss im Köcher, doch der enteilte Leweling setzte das Leder mit dem Pausenpfiff ans Außennetz.

Baumann bringt die Kickers erneut in Führung

Wie schon zum Ende der ersten Hälfte blieb die Begegnung ausgeglichen mit einem leichten Chancenplus für das Kleeblatt. Green und Hrgota zielten jedoch links vorbei (56./57.), Leweling über den Balken (60.). Während Giefer nicht eingreifen musste, war kurz darauf Fürths Burchert gefordert. Kopacz hatte das Leder erobert, lief alleine von halblinks auf ihn zu, scheiterte aber am Schlussmann (61.).

Und die Würzburger blieben hoch, provozierten einen Fürther Fehlpass, der letztlich bei Arne Feick landete. Der FWK-Kapitän zog in den Strafraum und wurde dort von Paul Jaeckel regelwidrig gestoppt. Dominic Baumann schnappte sich den Ball und stellte aus elf Metern auf 2:1 (64.). Mit neuen Kräften – Daniel Hägele und Keanu Staude kamen für Hemmerich und Nzuzi Toko (66.) – verteidigten die Rothosen diesen Vorsprung konsequent, während den Gästen offensiv wenig einfiel.

Bauer schockt die Rothosen

Stattdessen hatte Dominic Baumann sogar das 3:1 auf dem Fuß, doch seinen Schuss entschärfte Buchert sicher (82.). Die Kickers verteidigten leidenschaftlich und hatten den Sieg vor Augen, mussten aber spät den Ausgleich hinnehmen. Nach Hrgotas Ecke köpfte Maximilian Bauer am kurzen Pfosten zum 2:2 ein. Besonders bitter dabei: Bauer selbst war es, der zuvor den Ball ins Toraus köpfte, weshalb es den Eckball nicht hätte geben dürfen.

Damit gehen die Kickers nach einem starken Auftritt mit einem Punkt in die Länderspielpause, ehe genau in zwei Wochen am Sonntag, 18. Oktober, um 13:30 Uhr Holstein Kiel in der FLYERALARM Arena zu Gast ist. Die Fürther empfangen am Tag zuvor den Hamburger SV um 13:00 Uhr am Ronhof.

STIMMEN ZUM SPIEL

Marco Antwerpen (FWK-Cheftrainer): Wir waren über die gesamte Spielzeit gesehen die bessere Mannschaft und müssen die Partie gewinnen. Die Entscheidung am Ende ist sehr ärgerlich. Der Schiedsrichter steht sehr gut und muss die richtige Entscheidung treffen. Ich verstehe nicht, weshalb er auf Eckball entscheidet. Allerdings müssen wir den Eckball auch besser verteidigen. Die Jungs sind nun natürlich enttäuscht. Dennoch nehmen wir positive Dinge mit. Mit der gezeigten Leistung sind wir einverstanden. Es waren viele Sachen dabei, die wir gut gemacht haben. Wir wollten Fürth vor Aufgaben stellen. Das ist uns gelungen.

Dominic Baumann (Angreifer FWK): Wir haben durch unsere Spielweise die Fans von Beginn an mitgenommen. Beim Elfmeter habe ich die Verantwortung übernommen und das Ding reingemacht. Natürlich ist das Ende mit dem späten Ausgleich bitter, aber wir haben ein klares Zeichen gesetzt und gezeigt, dass wir in der Liga mithalten können. Wir werden nun in der Länderspielpause konzentriert arbeiten und uns auf das nächste Heimspiel gegen Holstein Kiel vorbereiten.

Stefan Leitl (Trainer SpVgg Greuther Fürth): Mein Fazit nach dem Spiel ist schnell gegeben. Insgesamt haben wir eine überschaubare Zweitligapartie gesehen. Ich bin froh, dass wir nach diesem schwachen Spiel heute noch einen Punkt mitnehmen. Ich glaube man hat gesehen, dass dem einen oder anderen meiner Spieler der Rhythmus gefehlt hat. Ich hatte schon erwähnt, dass wir keine optimale Trainingswoche hatten. Deshalb haben wir heute auch nicht zu der Leistung gefunden, die wir in den vergangenen beiden Spielen auf den Platz gebracht haben. In der Länderspielpause werden wir trainieren, trainieren, trainieren, um uns gut vorzubereiten für die nächsten Wochen, damit wir nochmal einen Reiz setzen können, was die Physis betrifft.

AUFSTELLUNG

Würzburg: Giefer – Ronstadt, Douglas, Hansen, Feick (75. Kwadwo) – Hemmerich (66. Hägele), Toko (66. Staude), Sontheimer, Herrmann (85. Nikolov) – Kopacz, Baumann.

Fürth: Burchert – Jaeckel (65. Nielsen), Bauer, Barry – Meyerhöfer, Seguin (77. Tillman), Ernst (46. Sarpei), Green, Raum – Hrgota, Leweling (77. Kehr).

STATISTIKEN

Tore: 1:0 Robert Herrmann (2.), 1:1 Hrgota (26.), 2:1 Baumann (63., Foulelfmeter), 2:2 Bauer (90.+1)

Gelbe Karten: Ronstadt (47.) – Raum (53.), Jaeckel (63.), Kehr (87.).

Schiedsrichter: Bacher (Amerang).

Zuschauer: 1.877.