s.Oliver Würzburg verliert nach schwacher Schlussphase gegen den MBC

HINTEN RAUS DEN JOB NICHT GEMACHT
s.Oliver Würzburg verliert zuhause auch gegen den SYNTAINICS MBC mit 66:80 (40:38) 

s.Oliver Würzburg muss auch nach dem vierten Anlauf weiter auf den ersten Heimsieg der Saison 2020/2021 warten: Am 7. Spieltag der easyCredit BBL unterlagen die Unterfranken dem SYNTAINICS MBC wegen einer erneut schwachen Schlussphase mit 68:80 (40:38). „Wir haben 35 Minuten lang einiges richtig gemacht. Aber ohne Spieler, die hinten raus ihren Job machen, bringst du den Sieg nicht nach Hause“, sagte Headcoach Denis Wucherer nach der Partie. 

 

Topscorer der Begegnung waren die beiden MBC-Akteure Michal Michalak (23 Punkte) und Quinton Hooker (19). Auf Würzburger Seite punkteten Justin Sears (14), Alex King (11) und Tyson Ward (10) zweistellig. Kurz vor Ende des Spiels erreichte Florian Koch einen Meilenstein, über den er sich wegen der Niederlage allerdings zunächst nicht wirklich freuen konnte: Mit einem Korbleger erzielte er seinen tausendsten Punkt in der easyCredit BBL.

Mehr als die ersten drei Viertel der Begegnung verliefen so, wie man es sich von einem Duell unter Tabellennachbarn vorstellt: Es war eine ausgeglichene Partie mit insgesamt 15 Führungswechseln, in der sich bis in den Schlussabschnitt hinein kein Team zweistellig absetzen konnte. Im ersten Viertel waren es die Hausherren, die im Angriff besser in Schwung kamen als die Gäste aus Sachsen-Anhalt.

Ein 12:4-Lauf verwandelte einen 8:9-Rückstand (5. Minute) in eine 20:13-Führung für s.Oliver Würzburg – unter anderem vollendete Joshua Obiesie einen Fastbreak per Korbleger, Alex King traf einen ganz langen Zwei-Punkte-Wurf, bei dem er höchstens mit dem rechten großen Zeh auf der Dreierlinie stand, und Florian Koch versenkte in der 10. Minute einen Dreier.

MBC-Scharfschütze Michal Michalak verkürzte noch vor dem Ende des ersten Abschnitts ebenfalls mit einem Drei-Punkte-Treffer zum 20:16. Der polnische Nationalspieler erzielte 13 seiner 23 Punkte in der ersten Halbzeit und sorgte zusammen mit Center AJ Brodeur in der Schlussphase des zweiten Viertels dafür, dass s.Oliver Würzburg sich nicht wirklich absetzen konnte: Das MBC-Duo erzielte zusammen ein Dutzend Punkte zwischen der 15. und 20. Minute und hatte auf erfolgreiche Würzburger Offensivaktionen immer eine passende Antwort, so dass die Führung der Gastgeber beim Gang in die Kabinen mit 40:38 denkbar knapp ausfiel.

Das änderte sich in den ersten Minuten nach der Pause: Alex King eröffnete die zweite Halbzeit mit einem Dreier, Tyson Ward traf nach einem Offensivrebound und Justin Sears erhöhte in der 23. Minute auf 47:38 – der 7:0-Lauf brachte die höchste Würzburger Führung des Spiels. Leider gelang es den Gastgebern dann nicht, weitere Punkte draufzulegen: MBC-Headcoach Silvano Poropat nahm eine Auszeit, in der es ihm offenbar gelang, seine Spieler an ihre Offensiv-Qualitäten zu erinnern.

Nach einem Korbleger von Quinton Hooker trafen Michalak, Shavon Coleman und Rogo Rogic bis zum Ende des dritten Viertels fünfmal von jenseits der 6,75-Meter-Linie, während die Unterfranken zusehends Schwierigkeiten hatten, sich im Angriff erfolgversprechende Würfe herauszuspielen. Ähnlich wie beim Würzburger Auswärtsspiel in Bamberg am vergangenen Mittwoch machte die Dreierquote in der zweiten Halbzeit unter dem Strich den Unterschied aus: Während die Wölfe nach der Pause acht Dreier trafen, waren es bei den Würzburgern nur drei – bei jeweils zwölf Versuchen.

„Die Dreier sind ihre Stärke, und wir haben es nicht geschafft, sie zu stoppen“, sagte Alex King nach dem Spiel. Der 35-Jährige traf am Ende des dritten Viertels zwei Freiwürfe, die zu diesem Zeitpunkt den Unterschied ausmachten: Beim Spielstand von 57:55 startete der Schlussabschnitt. Nachdem dann David Brembly erneut ausgeglichen hatte, traf Würzburgs Youngster Joshua Obiesie erst einen Dreier mit ablaufender Uhr und punktete anschließend gleich noch einmal per Dunk zum 62:57.

Dieser Fünf-Punkte-Vorsprung hatte auch nach einem Korb von Justin Sears in der 33. Minute noch Bestand (64:59). In den letzten sieben Minuten der Partie häuften sich bei den Hausherren dann aber wieder die Fehler: „Wir haben angefangen, den Ball zum Gegner zu werfen. Was uns immer noch fehlt, ist vor allem hinten raus eine gewisse Verlässlichkeit und Konstanz“, so Denis Wucherer.

Ganze vier Punkte gelangen seinen Schützlingen in der entscheidenden Phase des Spiels, während die Gäste jetzt ihren offensiven Rhythmus der letzten beiden Spiele wiedergefunden hatten. In der 37. Minute war der Spielstand nach einem Korbleger von Tyson Ward noch ausgeglichen (66:66), dann brachte Kyndahl Hill die Wölfe in Führung und Quinton Hooker nutzte ein unsportliches Foul mit zwei Freiwürfen und einem Dreier zu fünf Punkten – damit standen die Gäste beim Spielstand von 66:73 gut zwei Minuten vor dem Ende als Sieger fest. Es war der dritte Auswärtssieg in Folge für den SYNTAINICS MBC.

Viel Zeit bleibt s.Oliver Würzburg nicht, um sich zu erholen und die richtigen Schlüsse aus der Niederlage zu ziehen: Das nächste Spiel findet bereits am Dienstagabend um 20:30 Uhr in der Bayreuther Oberfrankenhalle statt. medi bayreuth hat einen Tag mehr Zeit zur Regeneration: Die Oberfranken haben am Samstag in Frankfurt ebenfalls eine empfindliche 86:104-Schlappe hinnehmen müssen.

STATISTIKEN UND STIMMEN ZUM SPIEL 

S.OLIVER WÜRZBURG – SYNTAINICS MBC 68:80 (20:16, 20:22, 17:17, 11:25)

Für s.Oliver Würzburg spielten:
Justin Sears 14 Punkte (6 Rebounds), Alex King 11/2 Dreier, Tyson Ward 10, Joshua Obiesie 9/1, Brekkott Chapman 5/1, Florian Koch 5/1, Felix Hoffmann 5/1, Tayler Persons 4 (5 Assists), Cameron Hunt 3, Zach Smith 2, Julian Albus.

Top-Performer MBC:
Michal Michalak 23/3 (6 Rebounds/5 Assists), Quinton Hooker 17/3 (8 Assists), Roko Rogic 8/2, AJ Brodeur 8, Kyndahl Hill 7/1 (4 Steals).

Key Stats:
Dreierquote zweite Halbzeit: 
Würzburg 25 Prozent (3 von 12) – MBC 67 Prozent (8 von 12)
Ballgewinne: Würzburg 7 – MBC 11
Freiwurfquote: Würzburg 71 Prozent – MBC 87 Prozent

Alex King, s.Oliver Würzburg:
„Der MBC hat in der zweiten Halbzeit sehr viele Dreier getroffen. Das ist ihre Stärke und wir haben es nicht geschafft, sie zu stoppen. Es ist immer schwierig, wenn der Spielstand so hin und her geht und man Führungen nicht halten kann. Sie sind immer wieder schnell zurückgekommen, indem sie hochprozentig von der Dreierlinie getroffen haben. Am Ende hatten sie dann den Lauf, der uns das Genick gebrochen hat. Für viele unserer Jungs ist so eine hohe Belastung ungewohnt. Trotzdem müssen wir die Rebounds besser kontrollieren, denn da sind wir bisher eins der besten Teams in der Liga. Jetzt müssen wir das Spiel sacken lassen, uns aufrappeln und am Dienstag in Bayreuth gewinnen.“

Denis Wucherer, Headcoach s.Oliver Würzburg:
„Der Unterschied waren heute die letzten fünf Minuten, in denen der MBC vieles richtig gemacht, sehr erwachsen gespielt und schwierige Würfe getroffen hat. Wir dagegen haben angefangen, den Ball zum Gegner zu werfen und haben wieder einmal mehr Turnovers produziert als Assists zu geben. Mit so einer Quote hast du es immer schwer, Spiele zu gewinnen. Was immer noch fehlt, ist gerade hinten raus eine gewisse Verlässlichkeit und Konstanz, denn ich glaube, dass wir in den ersten 35 Minuten einiges richtig gemacht haben. Wir hatten mehrfach die Chance, das Spiel für uns in Richtung sieben, acht oder neun Punkte zu öffnen. Aber ohne Spieler, die hinten raus ihren Job machen, bringst du den Sieg dann eben nicht nach Hause.“

Silvano Poropat, Headcoach Brose Bamberg:
„Wir wussten, dass es heute ein langes Spiel werden könnte, weil Würzburg eine Mannschaft ist, die offensiv ein etwas langsameres Tempo geht und defensiv stark ist. Das hat sich bewahrheitet. Es hat sehr lange gedauert, bis wir unseren offensiven Rhythmus bekommen haben. Zum Glück haben wir ihn dann im richtigen Moment bekommen. Das Spiel war offen und ging die ganze Zeit hin und her, dann haben wir in den letzten Minuten einen Lauf gehabt. Wir haben in dieser Phase gut verteidigt, aber auch gute und smarte Entscheidungen im Angriff getroffen und dadurch verdient gewonnen. Jetzt gehen wir unseren Weg weiter. Es ist unsere Devise, in jedem Spiel zu kämpfen, unser Bestes zu geben und mit viel Herz zu spielen.“