Abkochgebot für Trinkwasser überall aufgehoben

Gute Nachrichten für das Trinkwasser in der Region. Das Landratsamt Würzburg hat heute das Abkochgebot in Retzbach, einem Ortsteil von Zellingen im Landkreis Main-Spessart aufgehoben. Damit ist das Leitungswasser in allen Gemeinden im westlichen Raum Würzburgs und in Teilen Main-Spessarts aufgehoben. Vorsorglich finden jedoch noch mikrobiologische Untersuchungen und Chlorungen statt.

 

Das Landratsamt Main-Spessart hat noch folgende Hinweise für Verbraucherinnen und Verbraucher:

1. Grundsätzlich ist gechlortes Wasser, wie es derzeit im Netz der Fernwasserversorgung
Mittelmain (FWM) angeboten wird, gesundheitlich völlig unbedenklich.

2. Die Chlorung ist ein amtlich zugelassenes Verfahren zur Desinfektion von Trinkwasser. Bei
Konzentrationen von 0,1 bis 0,3 mg Chlor/Liter Wasser ist mit keinen negativen Auswirkungen
auf die Gesundheit zu rechnen.

3. Schwangere und Säuglinge können bei einer länger andauernden Chlorung auf Mineralwasser
umsteigen, um eine gesundheitliche Beeinträchtigung
völligauszuschließen.

4. Kaffee und Tee kann mit gechlortem Wasser gekocht werden, allerdings ist der Chlorgeruch bei
warmem Wasser eher wahrnehmbar und der Geschmack der Getränke kann verändert sein.

5. Tiere können das gechlorte Wasser unbedenklich trinken.

6. Für Fische ist Chlor auch in geringen Konzentrationen schädlich. Daran müssen nicht nur
Besitzer von Aquarien, sondern auch von Fischteichen denken.

 

Vor genau drei Wochen hat die Fernwasserversorgung bei einer Routineuntersuchung sogenannte Enterokokken entdeckt. Das verunreinigte Wasser kann bei Menschen mit schwächerem Immunsystem zu Infektionen führen. Daher mussten die Bürgerinnen und Bürger ihr Trinkwasser für die Nahrungsaufnahme abkochen. Derweil haben die Wasserversorger das Leitungswasser mit Chlor versetzt, um das Wasser von den Fäkalkeimen zu reinigen. Zuvor war der Grenzwert der Enterokokken zu hoch.

Betroffen waren folgende Gemeinden in Main-Spessart und im Westen des Landkreises Würzburg: Eisingen, Erlabrunn, Helmstadt mit Holzkirchhausen, Hettstadt, Höchberg, Kist, Leinach, Neubrunn mit Böttigheim, Thüngersheim, Uettingen, Waldbüttelbrunn mit Roßbrunn und Mädelhofen und Zellingen mit Retzbach.

Vergangene Woche hat es auch in drei Orten im Westen des Landkreises Schweinfurt Trinkwasserkeime gegeben. Das Abkochgebot ist in den Gemeinden Brebersdorf, Rütschenhausen und Kaisten aufgehoben.