ALBA Berlin eine Nummer zu groß für die s.Oliver Baskets

Die s.Oliver Baskets müssen sich dem Tabellenzweiten mit 69:80 geschlagen geben – Pokal-Viertelfinale winkt mit einem Sieg am Samstag beim MBC

Auch das dritte große „B“ der Beko Basketball Bundesliga war eine Nummer zu groß für die s.Oliver Baskets: Trotz hartem Kampf und einer starken Aufholjagd in der zweiten Halbzeit mussten sich die Würzburger dem Tabellenzweiten ALBA BERLIN im Heimspiel des 16. Spieltags mit 69:80 (27:38) geschlagen geben. Entscheidender Mann des Spiels war Berlins Dragan Milosavljevic mit 27 Punkten. Topscorer bei den s.Oliver Baskets waren Seth Tuttle (20) und Lamonte Ulmer (17).

Durch die Niederlage sind die s.Oliver Baskets auf Tabellenplatz sieben zurückgefallen. Die Qualifikation für das Pokal-Viertelfinale hat der Aufsteiger aber weiter in der eigenen Hand: Mit einem Sieg am Samstag beim Mitteldeutschen BC können die Unterfranken Rang fünf in der Pokal-Tabelle verteidigen. Die ersten Sechs spielen im Viertelfinale um den Einzug ins „TOP FOUR“ in München.

Gute Nachrichten gab es für s.Oliver Baskets Headcoach Doug Spradley vor dem letzten Spiel des Jahres: Nicht nur Maurice Stuckey kehrte nach sechs Spielen Verletzungspause zurück ins Team, auch die Knieprellung von Geburtstagskind Cameron Long ließ einen Einsatz im Spitzenspiel zu. Von Beginn an entwickelte sich vor 3.140 Zuschauern in der wie immer restlos ausverkauften s.Oliver Arena eine intensiv geführte und zunächst auch ausgeglichene Partie: Der Ball lief gut, die ersten Würfe fielen auf beiden Seiten (6:6, 3. Minute).

Seine erste Auszeit nahm Spradley drei Minuten später, als sich die Gäste, die fast die Hälfte ihrer 38 Punkte in Halbzeit eins von der Freiwurflinie erzielten, zum ersten Mal leicht absetzen konnten (7:12, 6. Minute). Vor allem die Wurfquote von der Dreierlinie erwies sich vor dem Seitenwechsel als Problem für sein Team: Kein Treffer bei sieben Versuchen lautete die Bilanz nach zwanzig Minuten.

Beim Spielstand von 17:21 ging es in die erste Viertelpause. In den ersten fünf Minuten von Abschnitt zwei war dann sogar noch mehr Sand im Würzburger Offensiv-Getriebe als zuvor: Ganze zwei Punkte erzielten sie bis zur nächsten Spradley-Auszeit in der 15. Minute (19:28). Die erste Halbzeit endete passend zum Spielverlauf mit vier erfolgreichen Berliner Freiwürfen zum deutlichen Halbzeit-Stand von 27:38.

Gleich nach dem Seitenwechsel erhöhten die Hauptstädter durch Mitchell Watt und Elmedin Kikanovic auf 27:42, dann übernahm Seth Tuttle das Kommando im Würzburger Angriff und erzielte acht Punkte in Folge. Dann traf Lamonte Ulmer einen Dreier und Maurice Stuckey konnte wenig später ein unsportliches Foul gegen Akeem Vargas per Freiwurf und Drei-Punkte-Treffer nutzen – in der 26. Minute waren die Gastgeber wieder auf 42:47 dran.

Es sollte nicht die letzte Würzburger Aufholjagd bleiben: Sasa Obradovic unterbrach den Lauf mit einer Auszeit, im Anschluss waren wieder die Berliner am Zug. Vor allem in Person von Dragan Milosavljevic, der nach der Pause 19 seiner 27 Punkte erzielte und vier wichtige Dreier traf – die ersten beiden hintereinander zum 44:60 kurz vor Ende des dritten Spielabschnitts.

Was dann zu Beginn des vierten Viertels folgte, war die beste Phase der Hausherren in diesem Spiel: Bis zum einen Freiwurf von Milosavljevic nach technischem Foul gegen Cameron Long blieben die Berliner über vier Minuten ohne Punkt. Die s.Oliver Baskets legten derweil einen 13:0-Lauf hin und kamen auf 57:60 heran. Nur zwei Punkte betrug der Abstand nach einem weiteren Dreier von Lamonte Ulmer in der 36. Minute (62:64) – die Würzburger „Turnhölle“ bebte.

Milosavljevic sorgte aber dafür, dass die Aufholjagd danach beendet war: Mit seinem vierten Dreier der Partie erhöhte er auf 62:67, Jordan Taylor legte mit zwei Freiwürfen nach (62:69). Näher als fünf Punkte kamen die aufopferungsvoll kämpfenden Würzburger im Anschluss nicht mehr heran – auch wegen sechs Offensiv-Rebounds, die sie im Schlussviertel abgaben. Taylor sorgte schließlich mit einem Korbleger zum 69:77 in der letzten Minute für die endgültige Entscheidung beim Start-Ziel-Sieg der Albatrosse.

Stimmen zum Spiel

Doug Spradley, Headcoach s.Oliver Baskets:
„Glückwunsch an Sasa Obradovic und ALBA BERLIN, sie waren heute definitiv die bessere Mannschaft. Wir haben phasenweise gut mitgespielt. In der ersten Halbzeit habe ich gedacht, dass der Korb vernagelt ist, weil wir gar nichts getroffen haben. Die Berliner haben uns das Leben sehr schwer gemacht, aber auch die offenen Würfe wollten nicht rein. Wir waren aber auch immer einen Schritt zu langsam und nicht aggressiv genug. In der zweiten Halbzeit haben wir besser unseren Rhythmus gefunden und attackiert. Da hatten wir ein paar Phasen, in denen wir Stops bekommen und Würfe getroffen haben. Dann ein Schrittfehler und ein Ballverlust zur falschen Zeit, dann werden zwei offene Würfe nicht genommen. Und dann kam Dragan Milosavljevic und hat die Dreier getroffen.Insgesamt kann ich meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. ALBA war heute eine Nummer zu groß für uns.“

Sasa Obradovic, Headcoach ALBA BERLIN:
„Wir wussten, dass das ein hartes Spiel für uns werden würde. Wir konnten heute aber auch die Umstände für uns ausnutzen: Maurice Stuckey und Cameron Long kamen von Verletzungen zurück, sie konnten vielleicht noch nicht ihre beste Leistung abrufen. Mit ihnen ist Würzburg eine ganz andere Mannschaft. Aufgrund unserer Leistung haben wir am Ende verdient gewonnen. Würzburg ist für mich die größte positive Überraschung in der Liga. Sie spielen guten Basketball und sind sehr gut organisiert. Doug Spradley macht hier einen sehr guten Job. Wir wollen bei unserem nächsten Spiel am 2. Januar wieder bereit sein, genauso gut zu spielen wie heute.“

s.Oliver Baskets – ALBA BERLIN 69:80 (17:21, 10:17, 19:22, 23:20)

Für die s.Oliver Baskets spielten:
Seth Tuttle 20 Punkte/2 Dreier, Lamonte Ulmer 17/2 (6 Rebounds), Devin Searcy 8, Maurice Stuckey 7/2, Dru Joyce 7, Brendan Lane 4, Cameron Long 2 (5 Assists), Joshiko Saibou 2, Sebastian Betz 2, Ruben Spoden

Top-Performer Berlin:
Milosavljevic 27/4 (7 Reb.), Taylor 14/1 (8 Ass.), Kikanovic 11, Watt 6 (9 Rebounds)

Key Stats:
Freiwürfe: Würzburg 13/17 (76 Prozent) / Berlin 22/27 (81 Prozent)
Rebounds: Würzburg 24 / Berlin 33
Dreier: Würzburg 6/19 (32 Prozent) / Berlin 8/18 (44 Prozent)