Bereits vor 20 Jahren machte die Stadt Ochsenfurt Pläne zur Erweiterung der Gewerbe- und Wohnflächen. Nun sollte es an die Umsetzung für ein Baugebiet am Dümmersberg gehen. 1.400 Einwohnerinnen und Einwohner sollten hier ihr neues Zuhause finden, eine neue Straße – die Südspange – sollte das Baugebiet ergänzen. Doch in Ochsenfurt regte sich Widerstand, ein parteiloser Zusammenschluss startete das Bürgerbegehren „Erhaltet den Dümmersberg“. Sie kritisieren, dass es genug Bauplätze in der Altstadt und den umliegenden Stadtteilen gäbe.
Ein wichtiger Punkt für die Initiative ist die Landwirtschaft, denn am Dümmersberg gibt es einen der besten Böden Bayerns. Gerade in Zeiten des Ukraine-Krieges sei es wichtig, regional Lebensmittel erzeugen zu können. Zudem fürchten die Initiatoren, dass durch eine Versiegelung zum einen kein Grundwasser mehr versickern kann und es zum anderen bei Starkregenereignissen zu katastrophalen Abschwemmungen kommen könnte. Mit diesen Argumenten gelang es dem Bürgerbegehren rund 1.400 Stimmen – und damit deutlich mehr als für einen Bürgerentscheid erforderlich – zu sammeln.
Den Gegnern des Baugebietes stellte der Stadtrat daraufhin ein Ratsbegehren entgegen. Die Befürworter des Baugebietes stehen hinter ihrem Projekt, das Ochsenfurt voranbringen soll. Dennoch gibt es mit dem Ratsbegehren ein Entgegenkommen: die Südspange ist vom Tisch und auch das Baugebiet soll statt 17 Hektar nun nur 8,5 Hektar groß werden. Für die Initiative ist das aber kein Kompromiss. Sollte das Ratsbegehren erfolgreich sein, dann wollen die Initiatoren des Bürgerbegehrens den Bau zumindest begleiten und die Einhaltung der Klimaschutz -Versprechen seitens der Stadt beaufsichtigen.
9000 Wahlberechtigte haben nun am 24. Juli die Möglichkeit entweder für den Erhalt der landwirtschaflichen Fläche am Dümmersberg oder für ein neues Baugebiet zu stimmen. Finden beide Vorschläge eine Mehrheit, entscheidet die Stichfrage.