Mo., 16.06.2025 , 16:50 Uhr

Vier Jahre nach der Messerattacke am Würzburger Barbarossaplatz - Omas gegen Rechts planen stille Mahnwache

Die Omas gegen Rechts Würzburg rufen am 25. Juni zu einer stillen Mahnwache für die Opfer der Messerattacke von 2021 auf und warnen vor rechtsextremer Instrumentalisierung des Gedenkens. Zugleich kritisieren sie geplante Kürzungen in der psychosozialen Versorgung Geflüchteter.

Stillen Mahnwache am Barbarossaplatz

Die Omas gegen Rechts Würzburg rufen am vierten Jahrestag der Messerattacke vom 25. Juni 2021 zu einer stillen Mahnwache am Barbarossaplatz auf. Drei Frauen kamen bei dem Angriff ums Leben, zahlreiche weitere Menschen wurden verletzt und traumatisiert. Von 16:00 bis 18:00 Uhr soll der Opfer der Tat gedacht, den Angehörigen Mitgefühl bekundet und der couragierten Einsatz von Chia Rabiei gewürdigt werden, der sich dem Angreifer entgegenstellte. Keinen Raum wollen die Omas gegen Rechts denen lassen, die das Erinnern für populistische Zwecke missbrauchen.

Gegen Hass und Ausgrenzung

„Wir stehen für ein würdiges, stilles Gedenken – aber wir werden laut, wenn Rechtsextreme versuchen, diesen Tag für ihre Hetze zu instrumentalisieren“, erklärt Ulrike Herold-Zehentner, Mitglied der Würzburger Ortsgruppe der Omas gegen Rechts.
In den vergangenen Jahren hätten rechtsextreme Akteure wie die AfD sowie die vom Verfassungsschutz beobachtete Kleinstpartei Der Dritte Weg versucht, das Gedenken für rassistische Propaganda zu nutzen.
„Statt ein solch schreckliches Ereignis für Hass und Ausgrenzung zu missbrauchen, sollte es Anlass sein, sich sachlich mit den tatsächlichen Ursachen solcher Taten auseinanderzusetzen“, betont Herold-Zehentner.

Kritik an Kürzungen psychosozialer Unterstützung für Geflüchtete

Besonders besorgt sind die Omas gegen Rechts Würzburg über die geplanten Kürzungen im Bereich psychosozialer Versorgung.
„2025 soll es erhebliche Einschnitte bei der Finanzierung von Beratungsstellen für traumatisierte Geflüchtete geben – teils in Höhe von bis zu 50 Prozent“, kritisiert Anne Gräbner im Namen der Initiative.
Bereits jetzt erhielten laut der Bundesweiten Arbeitsgemeinschaft der psychosozialen Zentren (BAfF) weniger als vier Prozent der potenziell Bedürftigen eine angemessene Versorgung. Viele der schweren Gewalttaten der vergangenen Jahre seien von psychisch stark belasteten Tätern verübt worden. Besonders Geflüchtete litten häufig unter den Folgen von Krieg, Gewalt und Flucht, lebten isoliert und ohne familiären Rückhalt.
„Die derzeitige Asylpraxis fördert soziale Ausgrenzung und verschärft psychische Krisen zusätzlich“, so Gräbner weiter.
Diese Einschätzung stützten auch wissenschaftliche Erkenntnisse: Eine 2021 im Bundesgesundheitsblatt veröffentlichte Studie belege einen klaren Zusammenhang zwischen dem Gefühl von Willkommensein und der psychischen Gesundheit geflüchteter Menschen. Auch der Berufsverband Deutscher Psychologinnen und Psychologen warnt, die geplanten Kürzungen würden „tausende von traumatisierten Menschen jeglicher Versorgung berauben“. Ulrike Herold fordert daher im Namen der Omas gegen Rechts eine Kehrtwende in der Asyl- und Sozialpolitik. Statt weiterer Einschnitte brauche es gezielte Investitionen in Prävention, Integration und psychologische Unterstützung.
„Eine menschenwürdige Gesellschaft beginnt dort, wo Mitgefühl und professionelle Hilfe Vorrang vor Ausgrenzung und Symbolpolitik haben.“, so Herold. 
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