Auswirkungen des Coronavirus auf den Spielbetrieb – Info des DFB

Der Coronavirus und die Folgen für den Spielbetrieb im deutschen Fußball. DFB.de mit dem aktuellen Überblick und den wichtigsten Informationen.

Was ist grundsätzlich für den Fußball zu beachten?

Entscheidungen über tiefgreifende Maßnahmen wie einen Zuschauerausschluss oder Spielabsagen müssen im Zuge des Coronavirus‘ von den zuständigen Gesundheitsbehörden getroffen werden. Neben der Infektionsvorbeugung sind Aspekte des gesamten öffentlichen Lebens zu berücksichtigen, von dem der Fußball lediglich einen Teilbereich darstellt. Liegen keine anderweitigen Anordnungen der Gesundheitsbehörden vor, soll der Spielbetrieb wie geplant durchgeführt werden. Die spielleitenden Stellen der Verbände, die Klubs sowie die Gesundheitsbehörden stehen hier in ständigem Austausch miteinander.

Was passiert mit den Länderspielen?

Das Finale des Algarve Cups in Portugal, in dem die deutsche Frauen-Nationalmannschaft auf Italien trifft, findet am Mittwoch (19.45 Uhr, live auf DFB-TV) wie geplant statt. Für die kommende Länderspielphase der Männer Ende März steht der DFB mit den jeweiligen Behörden, den gegnerischen Mannschaften und Stadionbetreibern in engem Austausch. Die A-Nationalmannschaft spielt nach der Partie in Spanien (26. März) am 31. März in Nürnberg gegen Italien. Die Entscheidung über Spielabsagen oder Ausschlüsse der Öffentlichkeit kann auch hier nur von den zuständigen Gesundheitsbehörden getroffen werden.

Wie sieht es in der 3. Liga aus?

Die Begegnung zwischen dem F.C. Hansa Rostock und Eintracht Braunschweig am heutigen Montagabend (09.03., Anm. d. Redaktion) wird wie geplant mit Beteiligung der Zuschauer ausgetragen. Darauf hatte sich die zuständige Gesundheitsbehörde mit dem F.C. Hansa verständigt – in Verbindung mit Auflagen. So mussten sich alle Zuschauer an den Eingängen die Hände desinfizieren. Der F.C. Hansa Rostock stellte sicher, dass diese Auflage erfüllt werden kann, indem ausreichend Desinfektionsmittel zur Verfügung gestellt wurden und die Desinfektion über den Ordnungsdienst gewährleistet wurde. Weitere präventive Maßnahmen sind die Bereitstellung von Einweghandschuhen für den Ordnungsdienst sowie eine verstärkte Reinigung von „Hotspots“.

Unterdessen haben die Landeshauptstadt Magdeburg und das zuständige Gesundheits- und Veterinäramt am späten Montagnachmittag eine Anordnung erlassen, in deren Rahmen sie bis auf weiteres die Austragung von Veranstaltungen mit mindestens 1.000 Zuschauern untersagen. Betroffen ist unter anderem das Heimspiel des 1. FC Magdeburg am Samstag gegen den 1. FC Kaiserslautern. DFB und Vereine sind nun in Abstimmung, wie mit dem Spiel verfahren wird.

Der Ausschuss 3. Liga hat sich in seiner heutigen Sitzung grundsätzlich dafür ausgesprochen, in solchen Fällen die betroffenen Partien zunächst eher zu verlegen statt Geisterspiele auszutragen. Hintergrund ist die besondere wirtschaftliche Sensibilität in der 3. Liga, in der die Erträge aus dem Spielbetrieb signifikant für die finanzielle Stabilität der Klubs sind und mehr als 21 Prozent der jährlichen Gesamteinnahmen ausmachen. Aktuell wird geprüft, inwieweit die Empfehlung des Ausschusses umgesetzt werden kann.

Wie verfährt die DFL in der Bundesliga und 2. Bundesliga?

Das Präsidium der DFL hat sich unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die zuständigen staatlichen Stellen vor Ort an den Stadion-Standorten über entsprechende Konsequenzen entscheiden, auf Grundlage der aktuellen Informationslage wie folgt verständigt: Sollte es keine anderslautenden Verordnungen der Behörden vor Ort geben, werden die Begegnungen des 26. Spieltags am Wochenende in Bundesliga und 2. Bundesliga ausgetragen. Das DFL-Präsidium hat zudem beschlossen, dass Spiele, die aufgrund von Entscheidungen örtlicher Behörden zum Beispiel nur mit einer bestimmten Anzahl an Personen im Stadion stattfinden dürfen, am 26. Spieltag unter Umsetzung der jeweiligen Verordnungen ausgetragen werden. Die Klubs der Bundesliga und 2. Bundesliga werden sich hinsichtlich des Ablaufs weiterer Spieltage unverändert eng mit den zuständigen Behörden an den jeweiligen Standorten abstimmen.

Außerdem betont die DFL in ihrer Mitteilung: „Die laufende Saison 2019/20 muss wie vorgesehen bis zum Sommer 2020 zu Ende gespielt werden, um Auf- und Absteiger sowie die Teilnehmer für die internationalen Wettbewerbe zu ermitteln. Nur so erhalten Klubs und DFL trotz schwieriger Umstände für die kommende Saison Planungssicherheit, zum Beispiel auch mit Blick auf Spielerverträge, die nur für eine Liga Gültigkeit haben.“

Das DFL-Präsidium hat beschlossen, zu Beginn der kommenden Woche alle Klubs der Bundesliga und 2. Bundesliga zu einer außerordentlichen Mitgliederversammlung einzuladen, um den weiteren Saisonverlauf unter Berücksichtigung möglicher Auswirkungen des Coronavirus gemeinsam zu besprechen.

Das heutige Montagsspiel der 2. Bundesliga zwischen dem VfB Stuttgart und Arminia Bielefeld findet wie geplant mit Zuschauern statt.

Wie ist die Situation in der FLYERALARM Frauen-Bundesliga?

Da die Nationalmannschaft aktuell am Algarve Cup in Portugal teilnimmt, ist die FLYERALARM Frauen-Bundesliga am Wochenende spielfrei. Einzig die Nachholpartie zwischen dem 1. FC Köln und FF USV Jena steht am Sonntag auf dem Programm. Dort werden deutlich weniger als 1000 Besucher erwartet, die Begegnung soll nach aktuellem Stand wie geplant ausgetragen werden.

Was gilt in den Amateurspielklassen?

Die fünfgleisige Männer-Regionalliga wird von den Regionalverbänden sowie der Regionalliga Südwest GbR organisiert. Für die Spielklassen darunter sind die einzelnen Landesverbände (insgesamt 21) zuständig. Auch hier gilt in Bezug auf mögliche Eingriffe in den Spielbetrieb durch den Coronavirus: Die Entscheidungen obliegen den jeweils zuständigen Gesundheitsbehörden. Die Ausführung der verordneten Maßnahmen nehmen nach gemeinsamer Abstimmung dann der betreffende Fußball-Landesverband und die Vereine vor.

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