Corona-Lockerungen in Bayern – Fast alle Bereiche betroffen

Normalität kehrt zurück

Lebenslust statt Corona-Frust: Unter diesem Motto hat die bayerische Staatsregierung am Freitag weitreichende Lockerungen für viele Bereiche des öffentlichen Lebens in Bayern in Aussicht gestellt. Möglich mache dies der Fortschritt beim Impfen – rund 50% der bayerischen Bürger ab 16 seien mindestens ein Mal, etwa 20% schon vollständig geimpft. Außerdem sei in jüngster Vergangenheit sowohl die Zahl der Todesfälle als auch die Auslastung in den Krankenhäusern deutlich zurückgegangen. Die Lockerungen treten schon am kommenden Montag den 07. Juni in Kraft, dann entfällt auch der Katastrophenfall. Als wichtigste Ankerinzidenzen nannte Ministerpräsident Söder die Werte 50 und 100.

 

Private Treffen & Veranstaltungen

Bei einer Inzidenz von 50 bis 100 dürfen sich ab kommendem Montag wieder bis zu zehn Personen aus drei Haushalten treffen, bei einem Wert von unter 50 entfällt die Haushaltsbeschränkung. Geimpfte und Genesene zählen nicht dazu. Bei privaten Veranstaltungen und Festen wie Vereinsfeiern, Geburtstagen oder Hochzeiten gehen die Lockerungen sogar noch weiter:  Bei Werten zwischen 50 und 100 dürfen künftig wieder bis zu 50 Personen unter freiem Himmel zusammenkommen, in geschlossenen Räumen maximal 25. Wer weder geimpft, noch genesen ist, benötigt in dieser Inzidenzkategorie jedoch einen negativen Corona-Test, um teilnehmen zu dürfen. Bei 7-Tage-Werten unter 50 sind draußen ab Montag bis zu 100, drinnen bis zu 50 Menschen erlaubt. Geimpfte und Genesene werden auch hier nicht mitgezählt.

 

Gastronomie, Hotellerie, Beherbergung

Bayerns Gastronomen dürfen sich freuen: Die Innengastronomie darf ab Montag bis 24 Uhr wieder Gäste empfangen, bei einer Inzidenz von 50-100 jedoch nur mit negativem Corona-Test. Am Tisch gilt die allgemeine Kontaktbeschränkung. Reine Schankwirtschaften, also Bars und Kneipen müssen geschlossen bleiben, genauso wie Clubs und Diskotheken.  Gelockert wird auch in den Bereichen Hotellerie und Beherbergung: Künftig können Zimmer an alle Personen vergeben werden, die sich nach den neuen allgemeinen Kontaktbeschränkungen zusammen aufhalten dürfen. In Regionen mit Werten unter 50 muss jeder Gast künftig nur noch bei der Ankunft und nicht mehr alle 48 Stunden einen negativen Corona-Test vorweisen.

 

Kultur, Tagungen, Gottesdienste, Laienmusiker, Sport

Bei Kulturveranstaltungen sind ab Montag draußen 500 statt 250 Menschen erlaubt – bei Inzidenzen über 50 mit Testverpflichtung. Dies gilt auch für Tagungen und Kongresse. In Gottesdiensten darf dann auch wieder gesungen werden, wenn auch nach wie vor nur mit Maske. Laienmusiker können dann wieder draußen proben – ohne eine Begrenzung der Teilnehmerzahl, innen je nach Raumgröße. Für Sportveranstaltungen gelten ähnliche Regeln wie für Kulturveranstaltungen: Unter freiem Himmel sind ab Montag maximal 500 Zuschauer erlaubt, mit Maske auf einem festen Sitzplatz. Bei Inzidenzen über 50 ist ein negativer Test erforderlich. Für aktive Sportler entfällt ab Montag die Gruppenobergrenze, bedeutet: Fußball oder Handball spielen ist bei Inzidenzen unter 100 wieder erlaubt, sowohl indoor als auch outdoor. Bei einer 7-Tage-Inzidenz über 50 aber nur mit negativem Test. Anlässlich der Fußball Europameisterschaft dürfen ab Mitte Juni bis zu 14.000 Fans in der Münchener Allianz-Arena mitfiebern – unter der Voraussetzung, dass sie alle Maske tragen und getestet sind – Laut Söder ein Pilotprojekt.

 

Handel und Freizeiteinrichtungen

Für mehr Normalität sorgt auch der Wegfall der Terminvereinbarungspflicht bei Inzidenzen unter 100 im Handel. Somit ist ein spontanes Shopping-Erlebnis wieder möglich. Auch Freizeitparks, Solarien, Saunen, Hallenbäder und andere Freizeiteinrichtungen dürfen bei Inzidenzen unter 100 wieder Besucher empfangen – bei Werten über 50 nur mit Test.

 

Schulen, Kitas, Hochschulen

Ab Montag wird in bayerischen Schulen in Regionen mit Inzidenzen unter 50 wieder flächendeckend Präsenzunterricht angeboten – die Maskenpflicht bleibt bestehen, im Schulsport entfällt sie. Für Regionen mit 7-Tage-Werten bis 100 soll das ab 21. Juni gelten. Bis zu den Sommerferien ist es laut Söder wichtig, die Schüler wieder an einen ganz normalen Schulbetrieb zu gewöhnen. Für Kindertagesstätten gilt das Gleiche und auch an Hochschulen sollen wieder Präsenzveranstaltungen wie Vorlesungen angeboten werden. Wer sich in Schule, Kita oder Hochschule testen lässt, kann seinen negativen Test künftig auch für andere Nachweise verwenden – zum Beispiel für das Fußballtraining am Abend.

 

Bundesnotbremse soll auslaufen

Die Bundesnotbremse bleibt weiter in Kraft – momentan greift sie wegen niedriger Inzidenzen jedoch nirgendwo in Bayern. Ende Juni soll sie planmäßig auslaufen.