100 Tage Brexit – wie kommen Mainfrankens Unternehmen zurecht?

Seit 1. Januar 2021 ist die Übergangsphase beendet und der Austritt Großbritanniens aus der europäischen Union vollzogen

Zwar wurde kurz vor Ende der Übergangsfrist am 31. Dezember noch mit heißer Nadel ein Handelsabkommen zwischen Großbritannien und der EU gestrickt, das unter anderem die Zollfreiheit beinhaltet. Aber: Mainfrankens exportorientierter Wirtschaft stellen sich trotzdem jede Menge Herausforderungen. Am Samstag, den 10. April 2021, gilt das neue Abkommen 100 Tage. Wie geht es Mainfrankens Unternehmen?

Gut vorbereitete Unternehmen und mehr Bürokratie

Kurt Treumann (IHK-Bereichsleiter International) beobachtet, dass die Unternehmen insgesamt gut auf den Brexit vorbereitet waren. „Der reine Export, das bekommt man schon hin, aber es gibt viele Detailfragen. Wir sehen aber auch, dass Firmen sagen, das wird mir zu kompliziert. Ich sortiere meine Lieferkette um und da fliegt der britische Kunde oder Lieferant vielleicht sogar raus aus meiner Strategie. Das kann sein, das hatten wir auch,“ so Kurt Treumann.

Großbritannien bleibt auch ein wichtiger Handelspartner

Dennoch bleibe Großbritannien ein wichtiger Handelsparter für die EU, so Treumann weiter. Die Nähe zur Europäischen Union und die niedrige Sprachbarriere sind Argumente dafür. Außerdem gilt Großbritannien als interessanter Testmarkt für neue Produkte. „Es ist nach wie vor ein wichtiger Markt, wenn auch die Spielregeln sich verändert haben, auch erschweren,“ so sein Fazit.

Die IHK Würzburg-Schweinfurt informiert Unternehmen umfangreich, insbesondere über die aktuellen Regelungen im Handel mit Großbritannien.