Biodiversität und Klimaschutz – In Würzburg wird Fassadenbegrünung getestet

Forschung in Würzburg

Auf den ersten Blick sehen die beiden grauen Gebäude am Hubland vielleicht etwas unscheinbar aus, doch dann fällt auf – Hier wachsen Pflanzen an der Wand. Diese Fassadenbegrünung ist Teil eines Projekts zur Biodiversität. Zwischen den Pflanzen sind nämlich viele kleine Nistplätze für Insekten wie Bienen und Käfer angebracht. Damit soll es den Insekten ermöglicht werden, selbst in dicht bebauten Gebieten Lebensraum zu finden. Maßgeblich betreut wird das Projekt von Katja Arand von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau. Doch es gibt auch andere Beteiligte wie das Zentrum für angewandte Energieforschung.

Positive Aspekte auch für Gebäude

Denn die Fassadenbegrünung hat nicht nur positive Effekte für die Insekten, auch die Gebäude und Menschen können davon profitieren. Beispiel Wärme: Das Gebäude heizt sich zum einen nicht so stark auf und gleichzeitig gibt die Fassadenbegrünung die Verdunstungskühung für die Bewohner der Stadt. Besonders eindrucksvoll zeigt dies der Blick durch die Wärmebildkamera. Die Pflanzen an der Hauswand würden damit zu einem geringeren Kühlbedarf in den Gebäuden beitragen. Die Konsequenz: Ein geringerer Stromverbrauch.

Projekt dauert noch an

Überwacht wird die Temperatur mit zahlreichen Messgeräten und auch das Wohlbefinden der Pflanzen und Insekten wird ständig dokumentiert. Anhand dieser Daten wollen die Forscherinnen Empfehlungen aussprechen, welche Pflanzen für welche Fassade besonders geeignet sind. Zwei Jahre läuft dieses Projekt noch, dann soll feststehen, wie eine grüne Fassade am besten aussehen muss, damit sich Insekten und Pflanzen gleichermaßen dort wohlfühlen.