Das geht doch nicht mit rechten Dingen zu – Der Weltlinkshändertag

Hier geht es nicht mit rechten Dingen zu

Die Armbanduhr am rechten Handgelenk, die Computer-Maus links von der Tastatur und der Stift in der linken Hand. Hier scheint es nicht mit rechten Dingen zuzugehen – stimmt! Denn heute ist Weltlinkshändertag. Jedes Jahr am 13. August stehen also die Menschen im Mittelpunkt, die mit links durchs Leben gehen. Sie benutzen bevorzugt ihre linke Hand, insbesondere beim Schreiben und anderen feinmotorischen Tätigkeiten. Auch in der Ergotherapie Praxis von Annemarie Gräbner geht es nicht mit rechten Dingen zu – die Ergotherapeutin verrät uns, wie Linkshändigkeit überhaupt entsteht. Schuld ist die rechte Gehirnhälfte, die bei Linkshändern stärker ist.

Umschulung auf Rechts?

Menschen mit einer dominanten rechten Gehirnhälfte scheinen also besonders kreativ und künstlerisch veranlagt zu sein. Diese Eigenschaften wurden aber lange Zeit nicht wertgeschätzt und auch erst gar nicht erkannt. Stattdessen war die Linkshändigkeit rund 2000 Jahre lang verboten und Linkshänder wurden umorientiert – das kommt auch heute noch vor. So geht man mittlerweile davon aus, dass bis zu 50% der Menschen linkshändig geboren, aber bereits in der Kindheit umtrainiert werden. Diese Umschulung – egal ob bewusst oder unbewusst – führt in den meisten Fällen zu extremen Folgeschäden. Dazu gehören Konzentrationsprobleme, Wortfindungsstörungen, manchmal Stottern, Migräne oder auch schwere psychosomatische Schäden. Wer mit einer starken rechten Gehirnhälfte auf die Welt kommt, der sollte also nicht umgepolt, sondern stattdessen die starke linke Seite gefördert werden, vor allem das Schreiben mit links. Und dabei sind die Linkshänder den Rechtshändern sogar in manchen Disziplinen voraus – zum Beispiel beim Spiegelschriftschreiben oder Über-Kopf-Lesen.

Rechtsverkehr für die Linkshänder

Übrigens: auch wenn unsere Umwelt und unsere Technik heute ganz häufig nur auf Rechtshänder ausgelegt sind, erfahren wir von Annemarie Gräbner: der rechtsseitige Straßenverkehr ist eigentlich für die Linkshänder gemacht. Schuld daran ist Linkshänder Napoleon, der bei seinem Feldzug durch Europa mit seinem Pferd auf der rechten Seite blieb, um mit dem Schwert in der linken Hand entgegenkommende Feinde angreifen zu können. Was damals bereits Napoleon wusste, dürfen alle Linkshänder am heutigen Tag also selbstbewusst ausstrahlen: Being left is all rigt!