Schreckliche Bluttat in Würzburg – Warum mussten 3 Menschen sterben?

Wie ein friedlicher Freitagabend in einer Katastrophe enden konnte

Freitag, der 25. Juni 2021, in Würzburg. 20 Grad und Sonne, die Innenstadt belebt, es ist ein friedlicher Tag. Um Punkt 17 Uhr nimmt dieser Frieden ein jähes Ende. Im Bereich des Barbarossaplatzes kommt es zu einer schrecklichen Bluttat – 3 Frauen werden aus dem Leben gerissen. Ein 24-jähriger Somalier attackiert sie mit einem Messer – unvermittelt und mit großer Brutalität. 5 weitere Personen werden schwer verletzt – darunter eine 39-Jährige, die bis zum heutigen Sonntag noch in akuter Lebensgefahr schwebte, sich nun aber stabilisiert hat. Zwei Leichtverletzte konnten das Krankenhaus bereits wieder verlassen. Bei den Todesopfern handelt es sich um eine 24-Jährige aus dem Landkreis Main-Spessart, sowie um zwei 49 und 82 Jahre alte Frauen aus Würzburg.

Die Würzburger stehen unter Schock

Trauer, Schock, Bestürzung – das sind die Gefühle mit denen wir alle nun leben müssen und mit der Frage nach dem Warum. Diese Frage kann derzeit noch niemand abschließend beantworten – in einer Pressekonferenz der Polizei wurden nun aber weitere Details zum Tathergang bekannt.

Anders als zunächst angenommen handelte es sich bei dem ersten Todesopfer zwar um eine Verkäuferin aber nicht um eine Mitarbeiterin des Kaufhauses Woolworth.

Im Laufe des Geschehens verlagerte sich der Tatort nach draußen, auch in den Bereich einer gegenüberliegenden Sparkasse, wo der Täter weitere Personen verletzte. Dabei handelte es sich fast ausschließlich um Frauen, zusätzlich um einen Mann und einen Jungen.  Durch das couragierte Einschreiten von Mitbürgern konnte der 24-Jährige Somalier, noch mit dem Messer bewaffnet, in eine Gasse gedrängt werden. Nach Eintreffen der ersten Polizeistreife wurde er durch einen gezielten Schuss in den Oberschenkel schließlich gestoppt und festgenommen.

Einsatz der Rettungsdienste

Insgesamt waren am Freitagabend und in der Nacht rund 300 Kräfte der Polizei im Einsatz – darüber hinaus die Rettungsdienste mit 150 Kräften. Für sie begann der Einsatz um 17:07 Uhr mit der Alarmierung und dem Stichwort „Amoklage“. Zuerst vor Ort war die Berufsfeuerwehr und übernahm bis zum Eintreffen der Rettungsdienste die Erstversorgung der Verletzten.

Die drei Todesopfer konnten von den eintreffenden Rettungskräften nicht mehr versorgt werden. Ihre Verletzungen so schwer, dass sie mit dem Leben nicht mehr vereinbar waren und sofort zum Tod führten.  Alle Verletzten wurden am Tatort umgehend erstversorgt und anschließend möglichst schnell in die Uni-Klinik, das Juliusspital und die Klinik Kitzinger Land gebracht. Im Rahmen des Einsatzes wurde außerdem eine Anlaufstelle für die psychologische Notfallbetreuung eingerichtet.

Informationen über den Täter

Der Mann, der diesen dramatischen Einsatz verursacht hat, hält sich seit 2015 legal im Bundesgebiet Deutschland auf. In diesem Zeitraum zeigte er mehrfach Verhaltensauffälligkeiten – auch in Zusammenhang mit einem Messer. So geriet er im Januar dieses Jahres in einen verbalen Streit, bei dem er ein Küchenmesser nahm und es bedrohlich in der Hand hielt. Im Juni wurde er vorübergehend in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen, nach einem Tag aber wieder entlassen. So lebte er zuletzt in einer Obdachlosenunterkunft in der Zellerau. Die Unterkunft wurde im Nachgang der Tat umgehend durchsucht und unter anderem zwei Handys sichergestellt, deren Auswertung noch aussteht. Auch Hassbotschaften wurden gefunden.

Weiterhin gibt es erste Hinweise, die auf einen islamistischen Hintergrund hindeuten könnten.

Die Überprüfung dieser Hinweise und weiterer möglicher Hintergründe ist Gegenstand der weiteren Ermittlungen, die das Landeskriminalamt übernommen hat. Der Beschuldigte befindet sich nun in UntersuUntersucht.

Trauer am Tatort

Am Tatort selbst versammeln sich immer wieder Menschen, um gemeinsam zu trauern. Sie legen Blumen nieder und zünden Kerzen an. Die Würzburger halten zusammen – sie zeigen menschliche Nähe und Zusammenhalt. Wichtiger denn je, um diese schreckliche Tat verarbeiten zu können.

Eine Tat, die ganz Deutschland erschüttert und Würzburg mitten ins Herz getroffen hat.