Sonderkultur Pfingstrosen – Von Unterfranken in die ganze Welt

Pfingstrosen aus Unterfranken

Vor 18 Jahren hat Sebastian Sauer damit begonnen, im Landkreis Würzburg Pfingstrosen anzupflanzen. Dabei sind die Päonien – wie sie im Fachjargon heißen – alles andere als leicht zu handhaben. Von Hand werden von jeder einzelnen Pflanze überschüssige Knospen abgeschnitten, denn so kann sich das Wachstum ganz auf eine Blüte pro Gewächs konzentrieren. Auch ständiges Auf- und Zudecken der Folientunnel ist wichtig, sonst kann sich schnell Schimmel bilden. Das schwierigste ist jedoch die Ernte.

Knappes Zeitfenster

Wenn die Blüte genau die richtige Festigkeit hat, muss es schnell gehen. Denn das Zeitfenster für die perfekte Ernte schließt sich schon nach wenigen Stunden. Anschließend kommen die Blumen ins Lager und warten auf ihren Versand. Und der geht sogar bis in die USA oder nach Russland. Der Großteil bleibt allerdings in Deutschland und um die Pfingstrosen hier noch länger anbieten zu können, hat sich Sebastian Sauer etwas einfallen lassen.

Fußbodenheizung für die Pflanzen

Um früher Ernten zu können, nutzt der Landwirt die Abwärme der hofeigenen Biogasanlage. Durch ein Rohrsystem wird die Wärme, die sonst nur ein Abfallprodukt wäre, direkt ins Erdreich zu den Wurzeln geleitet. Dadurch sind die ersten Päonien schon Ende April bereit zur Ernte – normalerweise wäre dies erst Mitte bis Ende Mai der Fall.

Schaugarten für Liebhaber

Am Rande von Bergtheim im Landkreis Würzburg entsteht ein Schaugarten für Päonienfreunde. 80 verschiedene Sorten sind hier schon gepflanzt, in den kommenden Jahren sollen es über 300 werden. Dann können sich Interessierte direkt vor Ort beraten lassen, die verschiedenen Sorten kennenlernen und ihre persönlichen Lieblinge aussuchen. Die „Blütezeit“ der Pfingstrosen ist bei Sebastian Sauer also noch längst nicht zu Ende.