Textilhandel verzweifelt an Corona

Wegen Corona Lockdown sind die Lager voll

Unterfrankens Textilhandel ist am Verzweifeln. Wegen des Corona-Lockdown wurde die Winterware nicht verkauft. Nun sind die Lager noch voll mit warmer Bekleidung und Schuhen – gleichzeitig kommt aber schon die Frühjahrsware, die bezahlt werden muss. Das führt zu Liquiditätsproblemen, so Volker Wedde, Bezirksgeschäftsführer Unterfranken des Handelsverband Bayern: „Die Unternehmen gerade am Rande der Verzweiflung.“

50 Prozent Rabatt auf Saison-Ware – zur Zeit keine Seltenheit im Textilhandel

Hohe Rabatte im Schlussverkauf sind keine neue Erscheinung – extrem hohe Preisnachlässe sind laut Handelsverband aber ein Zeichen für die dramatische Lage der Branche. Es geht um Schadensbegrenzung, nicht um einen normalen Vorgang in der Handelsbranche.

Click and Collect – die Lösung?

Weil die Bekleidungsgeschäfte bis mindestens 14. Februar geschlossen bleiben müssen, soll mit dem sogenannten „Click and Collect“ Umsatz gemacht werden. Dabei bestellt der Kunde die Ware online oder telefonisch und holt sie dann im Laden ab. Nach Ansicht von Handelsverband-Bezirksgeschäftsführer Wedde wird dies bei weitem nicht ausreichend genutzt. So hat der Händler zwar Einnahmen, diese decken aber nur die eingesetzten Kosten, Gewinn wird aber nicht erzielt: „Ich höre viele Unternehmen die sagen, es ist gut, dass Möglichkeit haben, dass wir nicht in Vergessenheit geraten. Aber häufig auch,  dass das kostendeckend ist und nicht dazu führt dass die Lager abverkauft werden.“

Bundesweite Kampagne der Textilbranche

Der Branchenverband hat eine bundesweite Kampagne gestartet, um auf die dramatische Lage der Händler aufmerksam zu machen und politischen Einfluss auszuüben.