Rimparer Wölfe mit Auswärtsspiel beim punktgleichen Wilhelmshavener HV

ZWEITER NORDTRIP INNERHALB VON EINER WOCHE NACH WILHELMSHAVEN

Nach der ersten weiten Fahrt am vergangenen Freitag nach Lübeck geht es nun für die Wölfe wieder in Richtung Norden zum Wilhelmshavener HV. Anders als in der vergangenen Woche geht es anstatt zur Ostsee, diesmal an die Nordsee. Das Ziel bleibt hingegen gleich: Es soll ein Auswärtssieg gegen den direkten Tabellennachbarn in der 2. Handball-Bundesliga her. Spielbeginn ist am Samstag um 19:30 Uhr. 

Nach dem Abstieg aus der zweiten Handball-Bundesliga in der Saison 18/19 wurden beim Wilhelmshavener HV die Weichen für den Wiederaufstieg sofort gestellt. Leistungsträger wie Tobias Schwolow und Rene Drechsler konnten gehalten werden und auch sonst wurde der Kader größtenteils zusammengehalten. Als absoluter Aufstiegsfavorit ging man daher in die Saison und lag dann zum Zeitpunkt des Saisonabbruchs auch souverän an der Tabellenspitze.

Die Euphorie nach dem Aufstieg war riesig. Endlich war man wieder zurückgekehrt in das Unterhaus des deutschen Handballs und man war bereit, direkt wieder anzugreifen. Als Ziel wurde trotz hochkarätigen Verpflichtungen der Klassenerhalt ausgegeben, da den Verantwortlichen beim WHV die Größe des Schritts in die zweite Liga bewusst war. Doch schon vor dem Saisonstart kam alles anders als erwartet.

Der Hauptsponsor und Co-Geschäftsführer Maik Menninga wurde verhaftet. Er wird des Anlagebetrugs verdächtigt. Der Verein Wilhelmshavener HV ist nicht selbst Gegenstand der Ermittlungen, aber ist durch den finanziellen Schaden doch sehr stark getroffen worden. Lange war unklar, ob und wie der Verein diese Saison bestreiten könnte. Einzelne Spieler haben den Verein auch bereits verlassen. Doch kurz vor dem ersten Spieltag gab es leichte Entwarnung, denn der WHV konnte in die Saison starten. Wie diese angespannte Situation weitergeht wird sich im Laufe der Saison zeigen.

Solider Saisonstart trotz der Unruhen im Umfeld

Mit drei Neuzugängen aus der ersten Handball-Bundesliga hatte man in Wilhelmshaven ein Ausrufezeichen an die ganze Liga gesendet. Man wollte zeigen, dass der WHV zurück in der Liga ist und auch direkt Ambitionen anmeldet nicht nur gegen den Abstieg zu spielen. Torhüter Jens Vortmann kam vom SC DHfK Leipzig und Kreisläufer Nils Torbrügge kam von der HSG Wetzlar. Hinzu kam Juan de la Pena vom HBW Balingen-Weilstetten, der aber bereits wieder zum Ligakonkurrenten nach Bietigheim weitergezogen ist.

Im Rückraum sind weiterhin zwei Wilhelmshavener Urgesteine aktiv. Auf Halblinks hielt Tobias Schwolow seinem Verein auch nach dem Abstieg die Treue und prägte auch in der dritten Liga das Spiel der Wilhelmshavener Mannschaft. Der 1,86m große Rückraumspieler glänzt vor allem mit seiner Spielübersicht und ist trotzdem immer sehr torgefährlich. In den letzten Wochen gab es auch immer wieder Gerüchte, dass er aufgrund der finanziellen Schieflage sich anders orientieren könnte. Auf Rückraumrechts ist seit Jahren Rene Drechsler sein Partner. Gemeinsam konnte man so einige Spiele für den WHV entscheiden. Drechsler gehört zu den wurfgewaltigsten Linkshändern der Liga und ist auch gerne mal für Spiele mit zweistelliger Torausbeute gut.

Trotz aller Schwierigkeiten startete der WHV beim TV Hüttenberg in die Saison und konnte beim 29:32 auch gleich den ersten Sieg einfahren. Auch gegen den Mitaufsteiger vom TuS Fürstenfeldbruck und den TV Emsdetten konnten die Norddeutschen beide Punkte mitnehmen. Gegen die Teams von Hamm-Westfalen und Lübeck-Schwartau reichte es wie bei den Wölfen knapp nicht zum Sieg. Beim Gastspiel gegen den Überraschungstabellenführer aus Dessau musste man sich mit 32:26 geschlagen geben. Doch die Ergebnisse zeigen, dass Wilhelmshaven trotz aller Schwierigkeiten in der Liga angekommen ist.

Wölfe wollen doppelt Punkten

Nach der bitteren Niederlage in der vergangenen Woche will man im Wolfsrevier nun im zweiten Anlauf im hohen Norden punkten. Über lange Strecken lieferte man gegen Lübeck-Schwartau eine gute Partie ab, aber am Ende fehlten etwa zehn Minuten. Das Ziel für diese Woche ist es die eigene Leistung über die gesamte Spieldauer abzurufen und die Heimfahrt mit zwei punkten anzutreten.

Lediglich die Tordifferenz trennt die beiden Mannschaften. Mit dem zwölf Tore besseren Torverhältnis steht das Wolfsrudel aktuell auf dem neunten Tabellenplatz und damit einen Platz vor dem WHV. Beide Teams haben 6:6-Punkte einfahren können und wollen sich mit einem Sieg weiter nach oben in der Tabelle orientieren. Es ist also alles angerichtet, für ein spannendes Spiel in der Stadt am Jadebusen.