s.Oliver Würzburg feiert Heimsieg gegen befreundete Bonner

START-ZIEL-SIEG IM FREUNDSCHAFTSDUELL

s.Oliver Würzburg gewinnt nach starker erster Halbzeit souverän mit 100:93 (61:46) gegen Bonn

Es geht auch ohne Nervenkitzel: Nach einer starken ersten Halbzeit hat s.Oliver Würzburg am 14. Spieltag der easyCredit BBL das letzte Spiel des Jahres 2019 gegen die Telekom Baskets Bonn souverän mit 100:93 (61:46) für sich entschieden. „Insgesamt wirkte das sehr erwachsen von uns, gerade im vierten Viertel“, sagte Headcoach Denis Wucherer nach dem Start-Ziel-Sieg im freundschaftlichen Duell gegen die Rheinländer. Gleich drei Würzburger Spieler erzielten im zweiten Spiel innerhalb von 47 Stunden 20 Punkte und mehr: Cameron Wells (23), Luke Fischer (22) und Skyler Bowlin (20), der sechs Dreier versenkte. Top-Scorer der Partie war Bonns Spielmacher Branden Frazier mit 25 Punkten.

Durch die Rückkehr von Victor Rudd und Luke Fischer, die zwei Tage zuvor noch krank im Bett lagen und bei der knappen Niederlage in Vechta fehlten, konnte Wucherer im letzten Spiel eines erfolgreichen Jahres aus dem Vollen schöpfen, während der Tabellenvorletzte aus Bonn auf den ehemaligen Würzburger Joshiko Saibou und Center Stephen Zimmermann verzichten musste. Würzburgs Headcoach setzte mit Cameron Wells, Skyler Bowlin, Felix Hoffmann, Junior Etou und Johannes Richter am frühen Sonntagabend in der mit 3.140 Zuschauern restlos ausverkauften s.Oliver Arena auf dieselbe Fünf, die schon in Vechta einen frühen Vorsprung herausgeholt hatte.

Und auch gegen den Vorletzten der BBL-Tabelle funktionierte die Startaufstellung: Etou, der Ex-Bonner Richter per Dreier und Cameron Wells trafen zur schnellen 7:0-Führung nach gut zwei Minuten. In der 4. Minute war es dann Skyler Bowlin, der mit dem ersten seiner sechs Dreier den Abstand mit 12:2 schon frühzeitig zweistellig werden ließ.

Die Gastgeber trafen im ersten Abschnitt fünf Dreier bei neun Versuchen, im zweiten Viertel sogar fünf von sieben, aus dem Zweierbereich waren in der ersten Halbzeit sogar 85 Prozent der Wurfversuche erfolgreich. Der Ball lief schnell und flüssig durch die Reihen, abzulesen an 17 Korbvorlagen schon in den ersten zwanzig Minuten – das hervorragende Offensivspiel war der Hauptgrund dafür, dass s.Oliver Würzburg den Vorsprung schon im ersten Viertel nach Drei-Punkte-Treffern von Joshua Obiesie und Jordan Hulls zwischenzeitlich auf 17 Punkte (29:12, 9. Minute) schrauben konnte.

63 PROZENT DREIERQUOTE IN DER ERSTEN HALBZEIT

Ab dem zweiten Abschnitt lief es für die trotz des hohen Rückstands immer kämpferischen Gäste deutlich besser, entscheidend verkürzen konnten sie ihren Rückstand aber nicht. Immer wenn Bonn sich anschickte, einen kleinen Lauf zu starten, hatten die Würzburger Distanzschützen die richtige Antwort parat. Skyler Bowlin traf den Dreier zum deutlichen Halbzeitstand von 61:46, und unmittelbar nach der Pause schickte er das Spielgerät auf der anderen Seite des Feldes erneut von jenseits der 6,75-Meter-Linie in den Bonner Korb. Noch in der ersten Hälfte des dritten Viertels konnten die Hausherren die Differenz auf über 20 Zähler erhöhen, damit war eine Vorentscheidung gefallen (73:52, 25. Minute).

Zwar gaben die Rheinländer nie auf, der fünfte Heimsieg von s.Oliver Würzburg war zu diesem Zeitpunkt aber schon so gut wie eingetütet. Vor allem Luke Fischer, der in den Tagen zuvor durch eine Magen-Darm-Grippe einige Kilo Gewicht verloren hatte, war in der zweiten Halbzeit hellwach, immer anspielbar und erzielte 15 seiner 22 Zähler nach der Pause. In der 30. Minute blockte der Center erst einen Dreierversuch von Bojan Subotic, sprintete dann sofort nach vorne und schloss den Fastbreak nach Zuspiel von Nils Haßfurther unbedrängt ab – beim Spielstand von 84:68 endete damit der dritte Abschnitt.

ERWACHSENE VORSTELLUNG IN DER ZWEITEN HALBZEIT

„Wir haben heute vom ersten Viertel und unserer guten Trefferquote in der ersten Halbzeit gelebt. Danach haben wir keinen Lauf der Bonner mehr zugelassen, was die Sache relativ entspannt gemacht hat“, sagte Denis Wucherer nach dem Spiel: „Es passiert in letzter Zeit im Basketball irgendwie immer wieder, dass dir ein Gegner mal eben 35 Punkte in einem Viertel einschenkt oder 15 Punkte in Folge macht und dabei vier Dreier trifft. Wir hatten heute immer eine Antwort. Insgesamt wirkte das sehr erwachsen von uns, gerade auch im letzten Viertel.“

In den letzten zehn Minuten konnten die Bonner zwar noch einiges an Ergebniskosmetik betreiben, der souverän herausgespielte achte Saisonsieg von s.Oliver Würzburg geriet aber zu keinem Zeitpunkt in Gefahr – Skyler Bowlin machte kurz vor Schluss mit zwei Freiwürfen die 100 Punkte voll. Weiter geht es mit dem ersten Spiel im neuen Jahr am Freitag um 20:30 Uhr – dann sind die Basketball Löwen Braunschweig in der s.Oliver Arena zu Gast.

S.OLIVER WÜRZBURG – TELEKOM BASKETS BONN 100:93 (31:17, 30:29, 23:22, 16:25)

Für s.Oliver Würzburg spielten:
Cameron Wells 23 Punkte/2 Dreier (8 Assists), Luke Fischer 22 (3 Blocks), Skyler Bowlin 20/6, Junior Etou 11, Jordan Hulls 10/2, Johannes Richter 9/1, Joshua Obiesie 3/1, Florian Koch 2, Victor Rudd (6 Assists), Felix Hoffmann (6 Rebounds), Nils Haßfurther.

Top-Performer Bonn:
Branden Frazier 25/2 (8 Assists), Bojan Subotic 19, Martin Breunig 17, Benjamin Simons 12/3.

Key Stats:
Dreierquote erste Halbzeit: 
Würzburg 63 Prozent (10 von 16) – Bonn 33 Prozent (2 von 6)
Fastbreak-Punkte: Würzburg 22 – Bonn 6
Assists: Würzburg 28 – Bonn 14

STIMMEN ZUM SPIEL

Skyler Bowlin, s.Oliver Würzburg:
„Wir haben 37 Minuten lang hart gekämpft, hatten im Angriff viele gute Spielzüge und haben offensiv auch gut gereboundet. Wir haben einfach als Mannschaft sehr gut gespielt, das war eine richtig gute Teamleistung heute. Es ist immer gut, die Würfe zu treffen, man weiß ja vorher nie, ob sie reingehen oder nicht. Als Spieler arbeitet man immer hart, damit man solche Spiele hat wie ich heute. Meine Mitspieler haben mich gut gefunden, aber ich hätte in der zweiten Halbzeit gerne noch ein paar Treffer mehr gehabt. Es war ein wichtiger Sieg für uns. Wir wussten, dass Bonn nicht wie eine Mannschaft vom Tabellenende auftreten und spielen würde. Nach der Niederlage in Vechta war es wichtig, heute fokussiert ins Spiel zu gehen.“

Denis Wucherer, Headcoach s.Oliver Würzburg:
„Wir haben insgesamt vom ersten Viertel gelebt und von unserer Trefferquote in der ersten Halbzeit. Uns war klar, dass Bonn nicht aufhören würde. Ich kenne die Mannschaft, die Hälfte der Jungs habe ich schon selbst trainiert. Es war auch klar, dass sie weiter treffen würden. Was für mich gut war und was die Sache relativ entspannt gemacht war, dass wir nie einen Lauf zugelassen haben. Es passiert in letzter Zeit im Basketball irgendwie immer wieder, dass dir ein Gegner mal eben 35 Punkte in einem Viertel einschenkt oder 15 Punkte in Folge macht und dabei vier Dreier trifft. Wir hatten immer eine Antwort, insgesamt wirkte das sehr erwachsen von uns, gerade auch im letzten Viertel. Bonn hat auch viel Firepower und wird sich da unten definitiv wieder raus kämpfen. Gegen einen Gegner, der alles in die Waagschale wirft, musst du das Spiel in der zweiten Halbzeit erstmal so nach Hause bringen und relativ souverän gewinnen wie wir heute.“

Thomas Päch, Headcoach Telekom Baskets Bonn:
„Wir haben heute einen sehr schlechten Start erwischt, den wir uns in erster Linie selbst zuzuschreiben haben, und Würzburg hatte in der ersten Halbzeit eine unglaubliche Trefferquote. Trotzdem hat meine Mannschaft nicht aufgehört zu spielen. Wir haben weitergemacht, wir haben gekämpft und wir haben immer gepusht. Wir sind gerade in einer Situation, in der uns alles sehr schwer fällt und wir uns zu oft selbst bestrafen. Würzburg hat die Fehler, die wir defensiv gemacht haben, hervorragend ausgenutzt. Da gilt es für uns anzusetzen: Wir müssen unsere Defensive auf Vordermann bringen. Die Jungs arbeiten hart, aber das muss sich definitiv verbessern. Die Mentalität, die wir heute gezeigt haben ist das, was wir brauchen.“