s.Oliver Würzburg gewinnt Frankenderby bei medi bayreuth

DERBYSIEG DANK STARKER ZWEITER HALBZEIT
 
93:87-Erfolg: s.Oliver Würzburg setzt sich mit viel Energie bei medi bayreuth durch 

Dritter Sieg im vierten Auswärtsspiel der Saison: s.Oliver Würzburg hat sich am 8. Spieltag der easyCredit BBL mit 93:87 (44:51) bei medi bayreuth durchgesetzt. Entscheidend für den Erfolg im Frankenderby am Dienstagabend waren viel Energie, leidenschaftlicher Kampf und eine starke Verteidigung in der zweiten Halbzeit. „Vor allem in der Schlussphase haben wir deutlich besser agiert als in den letzten Spielen“, sagte ein zufriedener Headcoach Denis Wucherer nach der Partie. Es war aber auch im Angriff eine Leistung der ganzen Mannschaft: Gleich sechs Würzburger Spieler punkteten zweistellig – allen voran Justin Sears, der am Ende auf 19 Punkte, vier Assists und vier Ballgewinne kam.

Vor dem zweiten Auswärts-Frankenderby der Saison mussten Wucherer und seine Schützlinge eine Hiobsbotschaft verkraften: Zach Smith hatte sich im Heimspiel gegen den SYNTAINICS MBC am Sonntag so schwer an der Schulter verletzt, dasss er voraussichtlich operiert werden muss und für mehrere Monate ausfällt.

Aber auch ohne den 24-jährigen Athleten, der in dieser Saison noch keinen Sprungball verloren hat, startete s.Oliver Würzburg in der Oberfrankenhalle mit viel Energie und holte sich über gelungene Offensivaktionen auch schnell das nötige Selbstvertrauen. Nach einem Dreier von Bayreuths Frank Bartley zum Auftakt setzten Justin Sears, Cameron Hunt und Brekkott Chapman früh die Akzente und erzielten die ersten 15 Würzburger Punkte – darunter etwas überraschend auch ein völlig offener Dreier des Würzburger Centers.

Ab der 5. Spielminute hatten dann auch die Bayreuther ihren Rhythmus im Angriff gefunden, trafen außerdem wie im gesamten Spiel fehlerfrei von der Freiwurflinie, und so entwickelte sich eine flotte erste Derby-Halbzeit mit vielen Punkten auf beiden Seiten.

Die frühe Würzburger Führung konnten die Gastgeber in der 7. Minute egalisieren (15:15) und sich dann mit Unterstützung einiger Würzburger Ballverluste selbst einen kleinen Vorsprung herausarbeiten (24:19, 9. Minute). Zwar konnte Tayler Persons am Ende des ersten Viertels mit einem Dreier zum 24:23 zunächst wieder verkürzen, zu Beginn des zweiten Abschnitts hatten die Oberfranken dann aber ihre stärkste Phase der Partie.

Weil in dieser Phase alle 50:50-Bälle in ihren Händen landeten und sie sich auch immer wieder am Brett durchsetzen konnten, erhöhten die Bayreuther den Abstand zwischenzeitlich auf 13 Punkte (47:34, 17. Minute). Dann schalteten die Gäste aus Unterfranken den Kampfmodus noch einen Gang höher und kamen noch vor dem Seitenwechsel wieder in Schlagdistanz. Cameron Hunt beendete die erste Halbzeit mit einem Korbleger zum 51:44.
Beim Start in die zweite Halbzeit machten die Spieler von s.Oliver Würzburg dann genau da weiter, wo sie vor dem Gang in die Kabinen aufgehört hatten: Brekkott Chapman, Justin Sears und Tyson Ward waren die Protagonisten bei einem 12:0-Lauf in den ersten knapp fünf Minuten des dritten Viertels zum Spielstand von 51:56 aus Sicht der gastgebenden Bayreuther.

Diesen knappen Vorsprung konnten die Unterfranken dann bis zum Ende des Abschnitts verteidigen – auch in einer Phase, in der Denis Wucherer mit Felix Hoffmann, Alex King, Florian Koch, Nils Haßfurther und Julian Albus fünf deutsche Spieler auf dem Parkett hatte. Dann kam Justin Sears zurück und erzielte seine nächsten fünf Punkte, und am Ende des dritten Viertels traf Florian Koch einen langen Zweier zum Zwischenstand von 65:68.

Auch die ersten Punkte des letzten Abschnitts gingen wieder auf Kochs Konto, und in der 32. Minute schraubten Tayler Persons und Brekkott Chapman den Vorsprung wieder auf sieben Zähler (67:74). Die Hausherren dachten allerdings noch lange nicht ans Aufgeben, legten ihrerseits einen 10:0-Lauf auf das Parkett der Oberfrankenhalle und waren dadurch in der 34. Minute wieder knapp mit 77:74 vorne.

Anders als noch zwei Tage zuvor bei der Niederlage gegen den MBC ließen sich die Wucherer-Schützlinge dieses Mal von der Aufholjagd des Gegners allerdings nicht im Geringsten beeindrucken, sondern spielten konzentriert und mit viel Intensität in der Verteidigung weiter.

Mit sechs Minuten und einer Sekunde auf der Uhr traf Tayler Persons einen von zwei Freiwürfen, dann drehte Alex King den Spielstand mit einem Dreier zum 77:78. Auch in der 38. Minute lag s.Oliver Würzburg noch mit einem Zähler vorne, bevor Tyson Ward mit einem Dunk, einem Dreier und einem Fastbreak-Korbleger sieben Punkte in Folge auf die Anzeigetafel schrieb und für die Vorentscheidung sorgte (81:89, 39. Minute).

Zwar konnte Bayreuth in der Crunchtime noch auf 87:89 verkürzen, in den letzten vierzig Sekunden der Begegnung machte dann aber Tayler Persons mit einem Floater und zwei Freiwürfen zum Endstand den Deckel drauf auf den dritten Saisonsieg von s.Oliver Würzburg. Weiter geht es unmittelbar nach Weihnachten mit dem nächsten Auswärtsspiel bei Vizemeister und Spitzenreiter MHP RIESEN Ludwigsburg. Sprungball in der Ludwigsburger MHP Arena ist am Sonntag um 15:00 Uhr.

STATISTIKEN UND STIMMEN ZUM SPIEL 

MEDI BAYREUTH – S.OLIVER WÜRZBURG 87:93 (24:23, 27:21, 14:24, 22:25)

Für s.Oliver Würzburg spielten:
Justin Sears 19 Punkte/1 Dreier (4 Assists/4 Steals), Cameron Hunt 15/1, Tyson Ward 14/1, Brekkott Chapman 13/1, Alex King 13/3, Tayler Persons 12/1, Florian Koch 6, Joshua Obiesie 1, Felix Hoffmann (8 Rebounds/5 offensiv), Julian Albus, Nils Haßfurther, Jonas Weitzel.

Top-Performer Bayreuth:
Osvaldas Olisevicius 20/1, Frank Bartley 19/3, Andreas Seiferth 12, Matthew Tiby 9/1.

Key Stats:
Ballverluste: 
Würzburg 10 – Bayreuth 16
Ballgewinne: Würzburg 8 – Bayreuth 5
Punkte in der Zone: Würzburg 44 – Bayreuth 36

Justin Sears, s.Oliver Würzburg:
„Das Spiel hat sehr viel Energie gekostet, das ist ein ganz wichtiger Sieg für uns nach den beiden Niederlagen zuhause gegen Braunschweig und den MBC. Wir haben als Team zusammen gespielt, den Ball gut bewegt, hatten weniger Ballverluste und mehr Assists. Ich bin noch nicht bei hundert Prozent, aber es wird langsam. Nach jeder Verletzung fühlt es sich wie ein neuer Körper an, aber es wird jeden Tag besser.“

Denis Wucherer, Headcoach s.Oliver Würzburg:
„Zunächst einmal sind wir erleichtert und froh darüber, hier gewonnen zu haben. Ähnlich wie für Bayreuth ist es auch für uns wichtig, im ersten Drittel der Saison ein paar Siege einzufahren und uns damit einen Abstand zum Tabellenende zu schaffen. Ansonsten bin ich mit der Leistung unserer Jungs sehr zufrieden, gerade auch mit der Energie in der zweiten Halbzeit und mit der Art und Weise, wie wir verteidigt haben. Vor allem in den letzten fünf Minuten haben wir deutlich besser agiert als in den letzten Spielen.“

Raoul Korner, Headcoach medi bayreuth:
„Wir haben durch individuelle Dummheiten zu Beginn des dritten Viertels komplett den Rhythmus verloren. Dann hat man gesehen, dass wir ohne Basti Doreth keine Struktur und zu wenig Energie in unserem Spiel haben. Er war da teilweise allein auf weiter Flur.“