s.Oliver Würzburg gewinnt Frankenderby gegen Bamberg

MIT VIEL KAMPF UND ENERGIE ZUM DERBYSIEG

Ausgerechnet im Frankenderby gegen Brose Bamberg ist s.Oliver Würzburg der zweite Heimsieg der Saison gelungen: Im Duell Unter- gegen Oberfranken lagen die Gastgeber in der heimischen s.Oliver Arena im zweiten Viertel mit 14 Punkten in Rückstand, drehten das Spiel dann aber mit aggressiver Verteidigung und viel Energie. In einer extrem spannenden Schlussphase konnte Bamberg den Spielstand noch einmal ausgleichen, dann gelangen s.Oliver Würzburg drei wichtige Ballgewinne, durch die sie endgültig auf die Siegerstraße kamen. „Ein großes Kompliment an meine Jungs, die heute ein tolles Spiel gemacht haben“, sagte Headcoach Denis Wucherer. Herausragender Spieler der Partie war Murphy Holloway mit 14 Punkten, 6 Steals, 2 geblockten Würfen und einem entscheidenden Rebound in der Crunchtime. 
Die Ausgangslage beim Frankenderby: Die Gäste aus Oberfranken hatten nur 48 Stunden vor dem Spiel eine knappe 99:100-Auswärtsniederlage in Oldenburg kassiert, s.Oliver Würzburg konnte sich zehn Tage lang auf das Spiel vorbereiten und zum ersten Mal seit vier vollen Monaten alle sechs Import-Spieler einsetzen – allerdings fehlten mit dem gebürtigen Bamberger Nils Haßfurther (Magen-Darm-Grippe) und Jonas Weitzel (Schulterverletzung) zwei deutsche Youngster.

Nach einem ausgeglichenen Start ins Spiel lag s.Oliver Würzburg in der 5. Minute mit 9:8 knapp vorne, dann übernahmen zunächst die Gäste das Kommando: Bamberg traf sieben seiner ersten zehn Dreierversuche der Partie und hatte in Nationalspieler Christian Sengfelder den dominanten Akteur der ersten beiden Viertel. Der 26-Jährige traf aus allen Lagen und erzielte 15 seiner insgesamt 19 Punkte in der ersten Halbzeit.

Zusammen mit seinem Teamkollegen Chase Fieler zeichnete Sengfelder auch für den 12:0-Lauf verantwortlich, mit dem die Bamberger in der 8. Minute ihren ersten zweistelligen Vorsprung herauswerfen konnten. s.Oliver Würzburg hielt durch Florian Koch und Brekkott Chapman dagegen, versuchte es in dieser Phase im Angriff aber mit zu vielen Einzelaktionen, während bei Bamberg der Ball gewohnt gut durch die Reihen lief. Das änderte sich ab der 13. Minute: Nachdem die Oberfranken durch drei weitere Drei-Punkte-Treffer mit 21:35 in Führung gegangen waren, legte s.Oliver Würzburg in der Verteidigung deutlich zu und kämpfte sich noch vor dem Seitenwechsel zurück ins Spiel.

ZWEI LÄUFE ZUR ZWEISTELLIGEN FÜHRUNG IM DRITTEN VIERTEL

Einen ersten Eindruck vom weiteren Verlauf der Partie bekamen die Gäste in der 14. Minute: Erst spielte Tyson Ward den Ball zu Cameron Hunt, der einen Dreier aus der rechten Ecke traf, dann klaute er Bambergs Spielmacher Tyler Larson unmittelbar nach dem Einwurf den Ball und stopfte das Spielgerät zum Zwischenstand von 28:35 in den Korb.

Von diesem Zeitpunkt an waren es die Hausherren, die mit bissiger Defensive und guter Reboundarbeit immer wieder zu Schnellangriffen und leichten Punkten kamen. In der 16. Minute lagen die Bamberger zum letzten Mal zweistellig vorne (33:44), dann übernahmen die Unterfranken das Kommando und kamen durch einen 13:3-Lauf bis zur Halbzeit wieder auf einen Zähler heran (46:47).

Nach dem Seitenwechsel gingen dann auch die Bamberger in der Verteidigung wieder intensiver zu Werke, so dass die Punkteauseute beider Teams in den zweiten zwanzig Minuten deutlich geringer ausfiel als vor der Pause. In den ersten vier Minuten des dritten Viertels kamen so nur zehn Punkte zustande, Bamberg lag beim Stand 50:53 weiterhin knapp vorne.

Mit einem Dreier zum Ausglech leitete Perry Jones dann einen 13:0-Lauf der Gastgeber ein, so dass s.Oliver Würzburg zu Beginn der 27. Minute zum ersten Mal zweistellig in Führung lag (63:53). Die Bamberger antworteten ihrerseits mit einem 9:0-Zwischenspurt, so dass die Partie nach 30 gespielten Minuten fast wieder ausgeglichen war (63:62).

Im letzten Abschnitt war es dann Murphy Holloway, der s.Oliver Würzburg mit zehn Punkten und drei Ballgewinnen den Weg zum sensationellen Heimsieg gegen die Oberfranken bereitete. Bamberg erzielte im gesamten vierten Viertel nur zwei Punkte durch einen Abschluss in Korbnähe, während sich Holloway auf der anderen Seite ein ums andere Mal gegen seine Gegenspieler durchsetzen konnte. In der 37. Minute traf er per Korbleger zum 71:65, ehe Kenneth Ogbe durch zwei Dreier in Folge noch einmal ausgleichen und damit die Grundlage für eine extrem spannende Schlussphase legen konnte.

IN DER CRUNCHTIME DIE NERVEN BEHALTEN – HOLLOWAY SICHERT DEN DERBYSIEG


Aber auch in der Crunchtime behielt s.Oliver Würzburg die Nerven: Nach einer Auszeit von Denis Wucherer beim Stand von 71:71 traf erst Cameron Hunt einen Layup zur erneuten Führung, dann schloss Murphy Holloway seinen eigenen Ballgewinn zwei Minuten vor Schluss im Fastbreak zum 75:71 ab – am Ende kam s.Oliver Würzburg im Frankenderby auf 22 Fastbreak-Punkte, bei Bamberg waren es nur zwei. Die Szene wiederholte sich nach einer Bamberger Auszeit: Wieder klaute Holloway in der eigenen Zone den Ball und stopfte ihn auf der anderen Seite des Feldes zum vorentscheidenden 77:71 in den Gästekorb.

Bamberg machte es im Anschluss noch einmal spannend, konnte den Spielstand aber nicht mehr drehen. Chase Fieler versenkte zehn Sekunden vor der Schlusssirene einen Freiwurf zum 80:78. Den zweiten setzte Fieler absichtlich an den Ring, Murphy Holloway schnappte sich seinen sechsten Rebound des Spiels, und Robert Lowery schloss den letzten Schnellangriff des Spiels zum Endstand von 82:78 ab.

STATISTIKEN UND STIMMEN ZUM SPIEL 

S.OLIVER WÜRZBURG – BROSE BAMBERG 82:78 (15:24, 31:23, 17:15, 19:16) 

Für s.Oliver Würzburg spielten: 
Cameron Hunt 15 Punkte/1 Dreier (7 Assists), Murphy Holloway 14 (6 Steals), Tyson Ward 13/1 (4 Assists), Perry Jones 10/2 (6 Rebounds), Brekkott Chapman 9/2, Rob Lowery 7/1, Felix Hoffmann 7, Florian Koch 4, Alex King 2, Joshua Obiesie 1, Julian Albus.

Top-Performer Bamberg: 
Christian Sengfelder 19/3, Chase Fieler 14/1, Devon Hall 14/2 (5 Assists), Kenneth Ogbe 12/2, Dominic Lockhart 11/3.

Key Stats:
Fastbreak-Punkte: 
Würzburg 22 – Bamberg 2
Ballgewinne: Würzburg 10 – Bamberg 6
Freiwürfe: Würzburg 15 von 19 (79 Prozent) – Bamberg 9 von 14 (64 Prozent) 

Murphy Holloway, s.Oliver Würzburg: 
„Seit ich hier in Würzburg bin, haben wir heute zum ersten Mal mit der kompletten Mannschaft gespielt. Es ist ein Unterschied, eine Woche lang mit einem kompletten Team trainieren zu können. Wir haben mit sehr viel Energie gespielt und sind auch immer positiv geblieben, auch in schwierigen Phasen. Ich war eigentlich die ganze Zeit müde, weil ich alles gegeben habe. Ich muss immer mit viel Energie spielen, anders geht es nicht. Ich mache mir keine Gedanken darüber, ob der Sieg schon für den Klassenerhalt gereicht hat. Ich will, dass wir so weitermachen und noch mehr Spiele gewinnen.“

Denis Wucherer, Headcoach s.Oliver Würzburg: 
„Ein großes Kompliment an meine Jungs, die heute ein tolles Spiel gemacht haben. Wir sind natürlich sehr glücklich über den Sieg. Wir haben heute gegen eine Bamberger Mannschaft gespielt, die ein wenig müde war, ähnlich wie wir dann im vierten Viertel. Uns hilft die tiefere Rotation, das gibt uns deutlich mehr Qualität und Substanz. Auch wenn nicht alles rund läuft, haben wir damit eine Chance, auch gegen gute Mannschaften mitzuspielen. Es macht natürlich deutlich mehr Spaß, ein enges Spiel zu coachen als keine Chance zu haben. An dieses Gefühl muss ich mich auch erst wieder gewöhnen. Wenn du hinten den einen oder anderen Stopp generierst und ein paar Rebounds holst, kommst du in einen ganz anderen Rhythmus. Die schwierige Phase im ersten Viertel lag daran, dass wir viele freie Dreier abgegeben haben.“

Johan Roijakkers, Headcoach Brose Bamberg: 
„Würzburg ist in der ersten Halbzeit härter gerannt als wir, wir waren nicht schnell genug zurück in der Verteidigung. In der zweiten Halbzeit konnten wir die Intensität in der Verteidigung erhöhen, haben aber im Angriff als Team nicht gut genug zusammengespielt.“