s.Oliver Würzburg gewinnt spannendes Main-Derby gegen Frankfurt

HOCHSPANNUNG IM MAINDERBY

s.Oliver Würzburg behält die Nerven und setzt sich nach einem harten Kampf mit 68:67 (41:26) gegen Frankfurt durch – Cameron Wells führt sein Team mit 24 Punkten und 6 Assists zum dritten Sieg in Folge

Sonntags-Krimi in der Würzburger Turnhölle: s.Oliver Würzburg hat sich nach einem in der Schlussphase hochspannenden Heimspiel knapp mit 68:67 (41:26) gegen die FRAPORT SKYLINERS durchgesetzt und in der Tabelle der easyCredit BBL auf Platz acht verbessert. Nach zwei komplett unterschiedlichen Halbzeiten war es 8,6 Sekunden vor dem Ende Jordan Hulls, der mit zwei erfolgreichen Freiwürfen für den dritten Würzburger Sieg in Serie sorgte. Überragender Spieler der Partie war Cameron Wells, der in den entscheidenden Phasen wichtige Würfe traf, insgesamt 24 Punkte erzielte und sechs Korbvorlagen verteilte.

Headcoach Denis Wucherer hatte einen harten Kampf im Mainderby vorhergesagt, und so kam es auch: Obwohl die Gäste aus Mainhattan nach dem Abgang von Anthony Hickey nur noch vier Import-Spieler zur Verfügung hatten, lieferten sie s.Oliver Würzburg von Beginn an einen intensiven Kampf. Zwar fanden die Gastgeber schnell ihren Rhythmus im Angriff und lagen nach gut drei gespielten Minuten bereits mit 11:5 in Führung, konnten sich daran aber nicht lange erfreuen: Liga-Topscorer Lamont Jones und sein gut aufgelegter Teamkollege Shaquille Hines erzielten zusammen 15 Zähler in den ersten zehn Minuten und hielten ihr Team in dieser frühen Phase im Alleingang im Spiel. Mit der letzten Aktion des ersten Viertels konnte sich dann Würzburgs Neuzugang Junior Etou zum ersten Mal in die Scorerliste eintragen: Der 25-Jährige versenkte einen Dreier aus der linken Ecke zum 19:17.

Zu Beginn des zweiten Abschnitts brachte der Ex-Würzburger Leon Kratzer die SKYLINERS mit zwei erfolgreichen Korblegern wieder mit 19:21 in Führung – es war der siebte und gleichzeitig bereits der vorletzte Führungswechsel der Partie. Dann legten die Gastgeber in der Verteidigung eine bis zwei Schippen drauf, verhinderten in den folgenden fünfeinhalb Minuten weitere Frankfurter Punkte und zogen mit einem 10:0-Lauf auf 29:21 (17. Minute) davon. Auch in den verbleibenden dreieinhalb Minuten der ersten Halbzeit liefen die Würzburger Angriffe gut, so dass sie ihren Vorsprung bis zum Seitenwechsel auf 41:26 ausbauen konnten.

JORDAN HULLS MACHT MIT ZWEI FREIWÜRFEN DEN DECKEL DRAUF

In der zweiten Halbzeit sahen die Zuschauer in der Würzburger Turnhölle dann ein völlig anderes Bild: Die Gäste aus Frankfurt erhöhten die Intensität und kämpften sich Punkt um Punkt zurück ins Spiel. Weil zunächst Cameron Wells, Johannes Richter, Florian Koch und Luke Fischer mit Macht dagegen hielten, blieb die Führung der Hausherren bis zur 29. Minute (55:42) deutlich, dann brachten Lamont Jones mit einem Halbdistanz-Jumper und Richard Freudenberg mit einem Dreier die Differenz noch vor dem Ende des dritten Viertels in den einstelligen Bereich (55:47). Zum Start des vierten Viertels traf Freudenberg gleich den nächsten Drei-Punkte-Wurf und veranlasste Denis Wucherer damit beim Stand von 55:50 zur Auszeit.

„Wir haben es nach der Pause nicht mehr geschafft, offensiv einen Rhythmus zu finden, natürlich auch aufgrund der Frankfurter Verteidigung“, sagte Wucherer nach dem Spiel: „Im Endeffekt haben wir das Ding durch die Würfe von Cameron Wells aus der Mitteldistanz gewonnen. Viel mehr ist uns in der zweiten Halbzeit nicht eingefallen. Genau daran werden wir vor den Spielen gegen Ludwigsburg und in Bamberg im Training arbeiten.“

Zweimal kamen die Frankfurter in den letzten fünf Minuten des Spiels auf fünf Punkte heran, zweimal versenkte Wells als Antwort einen seiner Midrange-Sprungwürfe und unterbrach damit die Aufholjagd. Dazu kamen in der Crunchtime einige gute Defensiv-Aktionen der Hausherren wie ein Block von Junior Etou gegen Lamont Jones beim Sprungwurf in der 38. Minute. Trotzdem wurde es in der Schlussminute noch einmal richtig spannend: Zwar holten sich die Gastgeber nach einem Offensivfoul von Jordan Hulls den Ball umgehend wieder zurück, indem sie verhinderten, dass die Frankfurter den Ball innerhalb von acht Sekunden über die Mittellinie bringen konnten. Danach wurde Cameron Wells aber beim Korbleger gestoppt und Quantez Robertson versenkte im Gegenzug mit 14,4 Sekunden auf der Uhr einen Dreier zum 66:64.

8,6 Sekunden vor Schluss war es dann Jordan Hulls, der nach einem taktischen Foul der Gäste beide Freiwürfe zum 68:64 und damit zur Entscheidung versenkte – ein Dreier zum Endstand durch Richard Freudenberg war danach nur noch Ergebniskorrektur. Weiter geht es für s.Oliver Würzburg mit einem weiteren Heimspiel: Am kommenden Samstag um 20:30 Uhr ist der Tabellenzweite MHP RIESEN Ludwigsburg in der s.Oliver Arena zu Gast.

S.OLIVER WÜRZBURG – FRAPORT SKYLINERS 68:67 (19:17, 22:9, 14:21, 13:20)

Für s.Oliver Würzburg spielten:
Cameron Wells 24 Punkte/1 Dreier (6 Assists), Luke Fischer 8, Skyler Bowlin 7/1 (3 Steals), Victor Rudd 7/1, Jordan Hulss 6, Florian Koch 6/1, Johannes Richter 5, Junior Etou 5/1, Nils Haßfurther, Felix Hoffmann.

Top-Performer Frankfurt:
Lamont Jones 19/1 (5 Assists), Shaquille Hines 13/1, Richard Freudenberg 12/4, Leon Kratzer 11 (7 Rebounds), Quantez Robertson 6/1 (10 Assists/3 Steals).

Key Stats:
Freiwürfe: 
Würzburg 17 von 19 (89,5 Prozent) – Frankfurt 8 von 9 (88,9 Prozent)
Fouls: Würzburg 18 – Frankfurt 25

STIMMEN ZUM SPIEL

Cameron Wells, s.Oliver Würzburg:
„Es war ganz ok, wie ich heute gespielt habe, es waren aber ein paar Ballverluste zuviel. Entscheidend war unsere Verteidigung. Wir wussten, dass Lamont Jones ein sehr starker Scorer ist und wir als Team gut verteidigen müssen. Am Ende hat Frankfurt im Angriff einige schwierige Würfe getroffen. Wir müssen aber im vierten Viertel auch besser auf den Ball aufpassen und im Angriff unser Spiel spielen.“

Denis Wucherer, Headcoach s.Oliver Würzburg:
„In Frankfurt wird auch in dieser Saison so gespielt, wie in den letzten Jahren immer gespielt wurde: Mit viel Herz, mit viel Einsatz und einer gut organisierten und knüppelharten Verteidigung. So kann man Spiele gewinnen. Heute hat für uns ein gutes zweites Viertel gereicht, in dem wir sowohl offensiv als auch in der Verteidigung auf einem sehr hohen Niveau gespielt haben. In der zweiten Halbzeit haben wir es dann nicht mehr geschafft, offensiv einen Rhythmus zu finden, natürlich auch aufgrund der Frankfurter Verteidigung. Im Endeffekt haben wir das Ding durch die Würfe von Cam Wells aus der Mitteldistanz gewonnen, viel mehr ist uns in der zweiten Halbzeit nicht eingefallen. Genau daran werden wir arbeiten, denn mit Ludwigsburg und Bamberg kommen jetzt zwei Gegner, die eine ähnliche Physis an den Tag legen und auch einen tieferen und talentierteren Kader haben als Frankfurt. Wir werden bis nächste Woche nicht größer und physischer werden, aber wir müssen gegen sie mit Geschwindigkeit und Cleverness spielen und offensiv bessere Lösungen finden. Mit Junior Etou bin ich sehr zufrieden. An seinem Plus-Minus-Wert in der Statistik sieht man, dass wir mit ihm auf dem Feld heute am besten gespielt haben. Das liegt vor allem daran, dass er ein sehr eifriger Verteidiger ist, sehr aufmerksam und sehr physisch. Er macht uns deutlich besser. Offensiv wird er auch noch einen großen Schritt machen.“

Sebastian Gleim, Headcoach FRAPORT SKYLINERS:
„Unsere Mannschaft lebt, und zwar vom großen Zeh bis zu den Haarspitzen. Wir haben versucht, uns zurückzukämpfen und haben das auch ganz gut gemacht. Wir haben die Chance bekommen, das Spiel noch einmal zu drehen, waren aber an bestimmten Punkten, sowohl im zweiten Viertel als auch am Schluss, nicht geduldig genug. Da müssen wir mental dazu lernen. Wir haben einige junge Spieler dabei, die die eine oder andere Situation hätten besser lösen können, und dazu auch einen oder zwei Leistungsträger, die in entscheidenden Situationen hätten geduldiger agieren müssen. Dann wäre das vielleicht noch einmal gekippt. Wegen unserem Kampfgeist und der Tatsache, dass wir noch einmal zurückgekommen sind, fahren wir heute mit einem positiven Gefühl nach Hause. Aber natürlich auch mit einem negativen Gefühl, weil wir die Punkte nicht mitnehmen konnten.“