s.Oliver Würzburg muss sich in Gießen geschlagen geben

IN DER VERTEIDIGUNG KAUM ZUGRIFF BEKOMMEN 

s.Oliver Würzburg muss sich bei den JobStairs GIESSEN 46ers mit 87:91 (45:41) geschlagen geben

Nach drei Auswärtssiegen in Folge hat s.Oliver am 11. Spieltag der easyCredit BBL in der Gießener Sporthalle Ost eine Niederlage hinnehmen müssen: „Das war wahrscheinlich unsere bisher schlechteste Vorstellung in der Verteidigung. Wir haben vierzig Minuten lang nicht ein Mal Zugriff auf ihr Angriffsspiel bekommen“, sagte Headcoach Denis Wucherer nach dem 87:91 (45:41) an seiner ehemaligen Wirkungsstätte. Vor allem 46ers-Center John Bryant, der mit 19 Punkten, 12 Korbvorlagen und 10 Rebounds das erste „Triple Double“ seiner BBL-Karriere auflegte, bekamen die Unterfranken nur selten in den Griff. Die besten Werfer auf Würzburger Seite waren die beiden ehemaligen Gießener Cameron Wells (21 Punkte) und Skyler Bowlin (17) sowie Johannes Richter, der mit 16 Punkten seinen Karriere-Bestwert nur knapp verfehlte.

„Wir müssen konzentriert sein und unseren Job machen“, hatte Wucherer von seiner Mannschaft vor der Partie gefordert. Das gelang seinen Schützlingen in der ersten Halbzeit ganz gut, ehe sich die Gastgeber mit einem starken Start ins dritte Viertel einen Vorsprung holten, den s.Oliver Würzburg im Anschluss nicht mehr wettmachen konnte.

Der Tabellensiebte startete mit einem Guard-Trio in die Partie: Joshua Obiesie stand gemeinsam mit Cameron Wells, Skyler Bowlin, Victor Rudd und Luke Fischer zum ersten Mal in der Start-Fünf. Zusammen mit dem Ex-46er Wells, der seine ersten drei Würfe traf, sorgte der Youngster auch gleich für die ersten elf Würzburger Punkte und eine Fünf-Punkte-Führung (6:11, 4. Minute). Deutlicher absetzen konnten sich die Gäste zunächst nicht, weil ab Mitte des ersten Viertels die Hausherren ihre Trefferquote nach oben schraubten und unter anderem durch Dreier von John Bryant und Matthew Tiby dagegen hielten.

Ganz ähnlich entwickelte sich die Partie im zweiten Viertel: Mehrmals erhöhten die Unterfranken, bei denen in dieser Phase des Spiels vor allem Johannes Richter immer wieder hervorragend in Szene gesetzt wurde, den Abstand auf sechs oder sieben Punkte (25:32, 13. Minute), aber die Mittelhessen fanden jedes Mal umgehend eine passende Antwort und blieben dran. Nachdem Joshua Obiesie kurz vor dem Seitenwechsel erst zweimal Johannes Richter zum Dunking bedient und dann den Spielstand selbst mit einem Korbleger auf 39:45 gestellt hatte, konnte 46ers-Spielmacher Stephen Brown mit ablaufender Uhr der ersten Halbzeit noch auf 41:45 verkürzen.

Sein Korbleger mit der Sirene war der Auftakt zu einem viertel-übergreifenden 19:4-Lauf der Gastgeber: Die Gießener starteten deutlich besser ins dritte Viertel und fanden in den ersten Minuten nach dem Seitenwechsel immer wieder ihre Schützen an der Dreierlinie. Brandon Thomas, Stephen Brown, John Bryant, Matthew Tiby und noch einmal Brandon Thomas versenkten fünf Distanzwürfe und zwangen Denis Wucherer in der 24. Minute beim Spielstand von 58:49 zur Auszeit. Im Anschluss kämpfte sich seine Truppe durch mehrere defensive Stopps und vier erfolgreiche Offensivaktionen wieder auf 59:57 heran.

DREIERQUOTE NACH DER PAUSE MACHT DEN UNTERSCHIED 

Nach diesem 8:1-Zwischenspurt war es aber erneut John Bryant, der mit einem erfolgreichen Drei-Punkte-Wurf zum 62:57 das Momentum für die Hausherren wieder zurückholte. Die Dreierquote nach der Pause war es auch, die statistisch gesehen am Ende des Tages den Unterschied ausmachte: Während die 46ers acht von 16 Dreiern im dritten und vierten Viertel trafen, blieb s.Oliver Würzburg bei sechs Versuchen ohne Treffer. Vor allem Jordan Hulls hatten die Mittelhessen fast immer hervorragend im Griff: Der „Sniper aus Indiana“ nahm nur zwei Dreier und erzielte fünf seiner sieben Punkte von der Freiwurflinie.

Beim Stand von 66:61 aus Sicht der Gastgeber ging es in den Schlussabschnitt, in dem die Gießener im Angriff den Ball weiter gut laufen ließen und immer wieder zu erfolgreichen Abschlüssen kamen. Zwar ließen die Unterfranken sich nicht abschütteln und blieben immer in Schlagdistanz, in der Verteidigung gelangen den Wucherer-Schützlingen aber nicht genug Stopps, um der Partie noch eine Wende geben zu können. Knapp 90 Sekunden vor dem Ende sorgte Teyvon Myers mit einem Treffer aus der Halbdistanz zum 87:80 für die Entscheidung. Danach gaben sich die Hausherren an der Freiwurflinie keine Blöße mehr und brachten den verdienten Sieg unter Dach und Fach.

Nach dem spielfreien Pokalwochenende beginnen für s.Oliver Würzburg mit dem Heimspiel gegen Crailsheim am 20. Dezember die drei „Winter S(n)OW Games“ rund um Weihnachten und Neujahr, unterbrochen vom Auswärtstrip nach Vechta am 27. Dezember. Höhepunkt der winterlichen Heimspielserie ist das Aprés-Ski-Spieltag gegen Bonn am 29. Dezember. Zum Start ins neue Jahr ist dann am 3. Januar 2020 Braunschweig in der s.Oliver Arena zu Gast.

JOBSTAIRS GIESSEN 46ERS – S.OLIVER WÜRZBURG 91:87 (21:22, 20:23, 25:16, 25:26)

Für s.Oliver Würzburg spielten:
Cameron Wells 21 Punkte/1 Dreier, (5 Assists), Skyler Bowlin 17/2 (5 Assists), Johannes Richter 16, Luke Fisher 7 (6 Rebounds), Jordan Hulls 7, Joshua Obiesie 6, Victor Rudd 6 (7 Rebounds), Florian Koch 5/1, Junior Etou 2, Felix Hoffmann.

Top-Performer Gießen:
John Bryant 19/3 (10 Rebounds/12 Assists), Matthew Tiby 15/2, Brandon Thomas 14/4, Teyvon Myers 14/1, Stephen Brwon 11/1 (6 Assists).

Key Stats:
Dreier zweite Halbzeit: 
Würzburg 0 von 6 – Gießen 8 von 16
Assists zweite Halbzeit: Würzburg 7 – Gießen 14
Ballverluste zweite Halbzeit: Würzburg 7 – Gießen 2

STIMMEN ZUM SPIEL

Johannes Richter, s.Oliver Würzburg:
„Wir haben in der Verteidigung einfache Rotationsfehler gemacht und nicht genug Zugriff gehabt. Dadurch haben sie offene Dreier bekommen und hochprozentig getroffen. Meine eigenen Statistiken sind mir egal, es geht nur um die Mannschaft. Gegen John Bryant muss man einfach nur im Fastbreak rennen, und das habe ich versucht und ein paar einfache Abschlüsse bekommen. John ist einer der besten Spieler der letzten Jahren und hat heute sehr gut gespielt, Gießen hat ihn aber auch gut eingesetzt. Wir hatten leider nicht sehr viel dagegen zu setzen. Wir haben vielleicht zu sehr gegen ihn geholfen und er hat dann seine Mitspieler gut gefunden. Das müssen wir uns anschauen und für das Rückspiel unsere Schlüsse daraus ziehen.“

Denis Wucherer, Headcoach s.Oliver Würzburg:
„Ich gratuliere Ingo Freyer und seiner Mannschaft zu einem verdienten Sieg. Wir haben in der Verteidigung vierzig Minuten lang nicht ein Mal Zugriff auf das Angriffsspiel der Gießener bekommen. Es war, was die Verteidigung angeht, bisher die wahrscheinlich schlechteste Vorstellung von uns. Gießen hat genug Firepower und Spieler, die die wichtigen Würfe treffen. Vor allem haben sie einen John Bryant, der viele Minuten gehen kann und heute ein großartiges Spiel gemacht hat.“

Ingo Freyer, Headcoach JobStairs GIESSEN 46ers:
„Danke für die Glückwünsche. Nicht nur John Bryant hat heute ein gutes Spiel gemacht, auch Bjarne Kraushaar war beispielsweise unglaublich wichtig. John hatte mit seinen 37 Minuten wieder einmal ein Spiel, wie wir das in der letzten Saison öfter gesehen haben. Trotzdem möchte ich besonders unsere Teamleistung loben. Beispielsweise war ein Matt Tiby sehr wichtig oder unsere kleinen Spieler, die gegen Jordan Hulls sehr gut verteidigt haben.“