s.Oliver Würzburg-Sponsor Knauf verzichtet auf Regress-Ansprüche 

„ES HANDELT SICH UM HÖHERE GEWALT“ 
Gute Nachricht aus Iphofen: Premium Sponsor Knauf verzichtet auf Regress-Ansprüche 

Der gemeinsame Weg der Firma Knauf und s.Oliver Würzburg hat bereits 2007 begonnen und führte von den ersten Anfängen in der Regionalliga Südost bis ins Halbfinale um die deutsche Meisterschaft und in die Endspiele um den FIBA Europe Cup. Bereits vor Beginn der Spielzeit 2019/2020 hatte das Unternehmen -– einer der führenden Hersteller von Baustoffen und Bausystemen in ganz Europa und darüber hinaus – sein Engagement als Premium Sponsor um drei Jahre bis 2022 verlängert. Jetzt kommt erneut eine sehr gute Nachricht aus der Firmenzentrale in Iphofen: Knauf verzichtet auf jegliche Regress-Ansprüche wegen der durch die Corona-Pandemie verkürzten Saison.  

„Es ist für uns selbstverständlich, mit einem langjährigen Partner nicht nur in guten, sondern auch in schwierigen Zeiten zusammenzustehen. Wir verzichten auf Regressansprüche, weil wir das als unfair empfinden würden“, betont Jörg Schanow, Mitglied der Knauf-Geschäftsführung: „Wir befinden uns in einer globalen Pandemie, die uns alle trifft. s.Oliver Würzburg hat nichts falsch gemacht, es handelt sich um höhere Gewalt.“

„Die Firma Knauf ist inzwischen seit 13 Jahren einer unserer wichtigsten Partner, der mit uns schon immer durch alle Höhen und Tiefen gegangen ist“, sagt s.Oliver Würzburg Geschäftsführer Steffen Liebler: „Der Verzicht, Schadensersatzansprüche geltend zu machen, ist in der aktuellen Situation ein starkes Signal für die Zukunft des Erstliga-Standorts Würzburg und freut uns außerordentlich.““

Mehr zum Thema: Jörg Schanow, Mitglied der Knauf-Geschäftsleitung, im Interview

Herr Schanow, wann war Ihr erstes Heimspiel als Zuschauer in unserer Turnhölle? Können Sie sich noch daran erinnern?  

Daran habe ich leider kaum noch eine Erinnerung, weil es schon viele Jahre zurückliegt.Was ich noch weiß ist, dass s.Oliver Würzburg damals noch nicht in der ersten Liga gespielt hat. Es war in der ProA oder ProB, und ich weiß auch nicht mehr, gegen wen sie gespielt haben.

Ein weiterer früher Berührungspunkt war dann ein Mitarbeiter-Training 2011?

Das kann gut sein. Knauf ist ja schon sehr lange Sponsor der Baskets, und es hat damals eine schöne Veranstaltung bei uns in Iphofen in der Sporthalle gegeben. Der Coach und einige Spieler waren für ein gemeinsames Training mit Führungskräften und Mitarbeitern vor Ort, und wir hatten an diesem Abend eine Menge Spaß mit den Spielern. Das war eine Aktion im Rahmen unseres Sponsoring-Vertrags, und ich hatte zwei kleine Töchter von mir dabei. An diesem Abend ist ein sehr schönes Foto mit den Spielern entstanden, das immer noch im Kinderzimmer unserer Ferienwohnung im Allgäu an der Wand hängt.

Haben Sie denn auch schon selbst Basketball gespielt?

Basketball nicht, aber ich habe viele andere Sportarten betrieben. Ich habe vor allem viel Volleyball gespielt, zuletzt beim USC Münster auch relativ hochklassig. Mit Basketball hatte ich als Sportler keine Berührungspunkte.

Knauf ist ja schon seit der Gründung von s.Oliver Würzburg im Jahr 2007 als einer der wichtigsten Sponsoren an Bord, zuletzt mit dem Logo auf den Spielerhosen. Wie kam es damals zu dem Engagement für den Basketball?

Die Zusammenarbeit ist damals über persönliche Kontakte zu Ulrich Köhler, dem Geschäftsführer der Knauf Bauprodukte entstanden. Er wurde angesprochen, hielt es für eine gute Idee und hat dann die Geschäftsführung davon überzeugt, dass wir uns engagieren.

Wie nutzen Sie die Partnerschaft mit s.Oliver Würzburg für Ihr Unternehmen?

In früheren Jahren waren es eher Kunden, die wir zu den Heimspielen in die s.Oliver Arena mitgenommen haben. In dieser Saison haben wir unsere Mitarbeiter hier in der Region, die sich besonders stark engagiert haben, in den Fokus genommen und unser Kartenkontingent an sie weitergegeben. In erster Linie haben diejenigen, die sich um die Ausbildung junger Menschen bemühen und auch die Auszubildenden, die besonders gute Ergebnisse erzielt haben, die Eintrittskarten bekommen. Sie haben das alle sehr positiv aufgenommen. Es ist schade, dass die Saison so frühzeitig zuende gegangen ist, denn wir hätten noch viele Gruppen in der Pipeline gehabt, die noch gerne ein Heimspiel gesehen hätten.

Es gab schon mehrere gemeinsame Kampagnen, zum Beispiel „Der Kleber, der hält was er verspricht“ mit dem Einsatz von Maximilian Kleber …

Ich kann mich noch sehr gut erinnern, wie er damals mit seinem Namen Pate für ein Produkt stand, das die Kunden auch mit ihm in Verbindung bringen. Er ist ein toller Spieler, der sich jetzt auch international durchgesetzt hat und in der NBA Erfolge feiert. Das war auch für uns eine tolle Sache. Wir werden sicherlich auch in Zukunft gemeinsame Marketing-Aktionen finden, die für beide Partner von Interesse sind.

Wir haben bereits über das frühzeitige Ende der Basketball-Saison gesprochen. Wie hat sich die Corona-Pandemie auf Ihr Unternehmen ausgewirkt?

„Es gibt ganz unterschiedliche Auswirkungen. Hier in Deutschland kommen wir als Baustoff-Hersteller sehr gut aus der Krise. Es hat keinen Stillstand gegeben, die Baustellen sind immer weitergelaufen, so dass wir in Deutschland nach wie vor ein stabiles Geschäft haben. Im Ausland war das anders, bis zu 50 Fabriken weltweit standen teilweise mehrere Wochen still und wir mussten mehrere tausend Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. In Frankreich, Spanien, England und Italien haben die Regierungen entschieden, dass alle Fabriken vorübergehend geschlossen werden müssen, die für die Infrastruktur nicht kritisch waren. In diesen Ländern wird es für die Baustoffindustrie deutlich schwieriger, gut aus der Krise zu kommen. Es wird eine Herausforderung, das Geschäft wieder auf das Niveau vor der Krise zu bringen. Alleine an unserem Standort hier in Iphofen haben wir im März von einem Tag auf den andere 800 Mitarbeiter ins Homeoffice gebracht. Da wir die Arbeitsplätze zuhause relativ schnell technisch ausstatten konnten, hat das auch gut funktioniert. Alle Mitarbeiter haben dazu gelernt und wir haben als Unternehmen im Bereich Digitalisierung einen Sprung nach vorne gemacht. Wir haben aber auch gelernt, dass uns etwas fehlt und die persönliche Begegnung für uns sehr wichtig ist. Deshalb haben wir die Arbeitsplätze am Standort so verändert, dass die Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden können. Wir gehen davon aus, dass bis Ende Juni die meisten Mitarbeiter wieder zurück an ihren Arbeitsplätzen sind. Es kommt langsam wieder Leben in unsere Büros, darüber freuen wir uns.“

Trotz der aktuellen Herausforderungen haben Sie als einer unserer vier Premium Sponsoren auf Regress-Ansprüche aus der laufenden Saison verzichtet.

Wenn man eine so lange Partnerschaft pflegt, dann fühlt man sich auch als Teil des Ganzen. Wir haben in unserem Unternehmen eine hohe Identifikation mit dem Club. So wie sich die Mitarbeiter als Teil unseres Unternehmens fühlen, gehören die Baskets bei uns auch mit dazu. Es ist für uns selbstverständlich, mit einem Partner nicht nur in guten, sondern auch in schwierigen Zeiten zusammenzustehen. Wir verzichten auf Regressansprüche, weil wir das als unfair empfinden würden. s.Oliver Würzburg hat nichts falsch gemacht, es handelt sich bei der Corona-Pandemie um höhere Gewalt.

Was bedeutet aus Ihrer Sicht Basketball für die Region?

Es ist für die Menschen aus der Region ganz wichtig, regelmäßig Sport auf so hohem Niveau verfolgen und sich dafür begeistern zu können. Als einer der größten Arbeitgeber in Mainfranken wollen wir auch Mitarbeiter aus anderen Regionen Deutschlands zu uns locken. Dafür ist auch die Infrastruktur vor Ort wichtig, und Profisport gehört dazu. Andere Sportarten finden hier nicht so hochrangig statt. Deshalb ist Erstliga-Basketball so wichtig für die Region, und wir hoffen, dass er auch für die Zukunft erhalten bleibt.

Haben Sie ein persönliches Highlight im Zusammenhang mit s.Oliver Würzburg?

Über das Mitarbeitertraining haben wir ja schon gesprochen – das war für mich und meine Kollegen ein wirkliches Highlight. Aber ich habe über all die Jahre natürlich auch sehr viele packende und spannende Spiele gesehen. Das Beste dabei ist für mich die Atmosphäre in der Turnhölle. Das sind besondere Erlebnisse mit vielen Emotionen, vor allem bei Spielen gegen große Namen wie Berlin oder München, von denen wir ja auch das eine oder andere gewonnen haben. Aus dieser Saison fallen mir zum Beispiel die ersten drei Viertel gegen Bamberg oder das Heimspiel gegen Crailsheim ein, da war eine tolle Stimmung in der Halle. Die Zuschauer sind sehr wichtig. Wir hoffen alle, dass das bald wieder weitergehen kann. Wenn man nicht live dabei sein kann, hat es für viele Fans nicht denselben Wert.