s.Oliver Würzburg unterliegt dem Spitzenreiter Bayern München

SIEGCHANCE BIS ZWEI MINUTEN VOR SCHLUSS 
s.Oliver Würzburg muss sich zum Auftakt der Rückrunde mit 60:71 in München geschlagen geben 

s.Oliver Würzburg hatte zum Auftakt der Rückrunde der easyCredit BBL beim Spitzenreiter in einer an Punkten armen Partie bis zwei Minuten vor Schluss eine echte Siegchance. In der Crunchtime erwies sich die Verteidigung des FC Bayern München dann aber als zu stark und ließ keine Punkte mehr zu: 61:70 aus Würzburger Sicht lautete der Endstand am Sonntagnachmittag im Audi Dome. „Die Chance war da, aber wir haben sie nicht genutzt. Den Unterschied haben die acht Würfe ausgemacht, die die Bayern geblockt haben“, sagte Headcoach Denis Wucherer. Topscorer der Partie waren die beiden Münchner Paul Zipser (18 Punkte) und Nihad Djedovic (15), auf Würzburger Seite trafen nur Florian Koch (13) und Luke Fischer (10) zweistellig.

Dass Münchens neuer Headcoach Oliver Kostic am Sonntag ausgerechnet dem ehemaligen NBA-Center Greg Monroe eine Verschnaufpause gab, fand Wucherer nicht wirklich gut: „Wir haben uns auf Monroe gefreut. Ohne ihn sind sie in der Rückwärtsbewegung deutlich besser“, so der Cheftrainer von s.Oliver Würzburg nach dem Spiel. Er musste im Audi Dome wegen einer Knöchelverletzung auf Felix Hofmann verzichten, der in den vier Partien davor immer beim Sprungball auf dem Parkett stand.

Aber auch ohne den „Würzburg Warrior“ gingen die Wucherer-Schützlinge von Anfang an mit viel Energie und Intensität in der Verteidigung zu Werke – die ersten drei Angriffe der Gastgeber endeten jeweils mit einem erfolglosen Dreierversuch kurz vor Ablauf der 24-Sekunden-Uhr. Allerdings war auch die Münchner Defensive voll da und ließ mit Ausnahme eines Korblegers von Cameron Wells lange Zeit keine Punkte zu. In einem klassischen „Spiel der Läufe“ waren es daher die Hausherren, die sich zuerst etwas deutlicher absetzen konnten, weil sie aus der Distanz in dieser Phase besser trafen als s.Oliver Würzburg.

Drei-Punkte-Treffer von Petteri Koponen am Ende des ersten und von Josh Huestis zu Beginn des zweiten Viertels brachten einen 16:7-Vorsprung (11. Minute). Florian Koch fand dann als erster Spieler auf Würzburger Seite so etwas wie einen offensiven Rhythmus und sorgte zusammen mit Luke Fischer, Victor Rudd und Cameron Wells nach dem ersten zweistelligen Rückstand (22:12, 14. Minute) dafür, dass die Unterfranken mit einem 13:3-Lauf bis zur Halbzeitsirene wieder ausgeglichen hatten. Beim Spielstand von 25:25 ging es in die Kabinen, nachdem den Gastgebern in den letzten knapp sechs Minuten des zweiten Viertels außer einem Djedovic-Dreier keine Zähler gelungen waren.

Nach dem Seitenwechsel bekamen zunächst wieder die Münchner Oberwasser, weil sie in der Verteidigung hellwach waren, weitere drei Würfe blockten (insgesamt acht) und Cameron Wells fast komplett aus dem Spiel nahmen: Der Würzburger Top-Scorer blieb in der zweiten Halbzeit ohne Punkte. Bis zur 25. Minute zogen die Hausherren so wieder auf 40:29 davon. Die Gäste blieben davon aber unbeeindruckt und schlugen nach einer Wucherer-Auszeit mit viel Selbstvertrauen wieder zurück.

VIER-PUNKTE-FÜHRUNG IN DER 30. MINUTE 

Es war die beste offensive Phase von s.Oliver Würzburg im Spiel: Jordan Hulls, Florian Koch und Victor Rudd netzten von außen ein, dann ließ Youngster Joshua Obiesie ein „And One“ und einen weiteren Dreier folgen und warf damit die höchste Würzburger Führung heraus (46:50, 30. Minute). Bayern-Spielmacher T.J. Bray verkürzte aber noch vor der letzten Viertelpause ebenfalls per Drei-Punkte-Wurf auf 49:50.

Der Schlussabschnitt war dann bis zwei Minuten vor dem Ende fast eine Kopie des dritten Viertels: Der FC Bayern München startete mit einem 15:3-Lauf (viertelübergreifend 18:3) und holte sich damit zum dritten Mal einen zweistelligen Vorsprung (64:53, 36. Minute). Die Gäste blieben aber auch in dieser Situation dran: Durch zwei Treffer von Luke Fischer und einen Dreier von Skyler Bowlin stand eine Minute später 66:60 als Spielstand auf der Anzeigetafel.

s.Oliver Würzburg bekam den Ball umgehend zurück und hatte die Chance, weiter zu verkürzen – Jordan Hulls bekam 140 Sekunden vor dem Ende in der rechten Ecke einen komplett offenen Dreier, konnte ihn aber nicht verwandeln. Im Gegenzug machte Nihad Djedovic es besser und traf von außen zum 69:60 – damit war die Partie entschieden, weil die Münchner ihren Gästen anschließend keine Gelegenheit mehr gaben, den Ball in den Korb zu werfen.

Weiter geht es für s.Oliver Würzburg am kommenden Samstag um 20:30 Uhr mit dem dritten Auswärtsspiel in Folge bei den Basketball Löwen Braunschweig. Das nächste Heimspiel findet am Mittwoch, den 12. Februar um 19:00 Uhr statt: Dann ist medi bayreuth in der s.Oliver Arena zu Gast.

FC BAYERN MÜNCHEN – S.OLIVER WÜRZBURG 71:60 (13:7, 12:18, 24:25, 22:10)

Für s.Oliver Würzburg spielten:
Florian Koch 13 Punkte/3 Dreier, Luke Fischer 10, Jordan Hulls 8/2, Joshua Obiesie 7/1, Skyler Bowlin 5/1 (3 Steals), Victor Rudd 5/1 (6 Rebounds), Johannes Richter 4, Junior Etou 4, Cameron Wells 4, Nils Haßfurther.

Top-Performer München:
Paul Zipser 18/2, Nihad Djedovic 15/3 (7 Rebounds), Petteri Koponen 9/3, Mathias Lessort 8 (6 Rebounds).

Key Stats:
Blocks: 
Würzburg 1 – München 8
Rebounds: Würzburg 32 (8 offensiv) – München 39 (13 offensiv)

Punkte aus zweiten Chancen: Würzburg 0 – München 13

STIMMEN ZUM SPIEL

Joshua Obiesie, s.Oliver Würzburg:
„Wir hatten in der Schlussphase einige kleine Fehler und Ballverluste und haben auch nicht gut getroffen. Wir haben aber gut mitgespielt und hatten eine Chance, sie zu schlagen. Es war ein schönes Gefühl, in meiner Heimat vor meiner Familie und Freunden zu spielen, es hat Spaß gemacht. Aus dem Spiel heute können wir mitnehmen, dass wir auf jeden Fall eine Playoffmannschaft sind und mit dem FC Bayern mithalten können.“

Denis Wucherer, Headcoach s.Oliver Würzburg:
„Wir haben heute in der Verteidigung gut genug gespielt, um eine Chance zu haben. Den Unterschied haben die acht Würfe gemacht, die die Bayern geblockt haben. Unsere Chance war da, wir haben sie aber nicht genutzt. Eigentlich hatten auf wir uns auf Greg Monroe gefreut. Ohne ihn sind die Münchner in der Rückwärtsbewegung deutlich besser.“

Oliver Kostic, Headcoach FC Bayern München:
„Es gab wieder Höhen und Tiefen, gute und schlechte Phasen. Im letzten Viertel haben wir dann aber gezeigt, wie wir spielen wollen und das Spiel dann auch entschieden. Greg Monroe hat heute eine Pause bekommen, er hat zuletzt sehr viele Spiele gespielt. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass wir Vladimir Lucic in den nächsten Spielen sehen, vielleicht schon am Freitag.“