s.Oliver Würzburg verliert das Heim-Frankenderby gegen Bayreuth

SPIEL NACH DER PAUSE AUS DER HAND GEGEBEN
s.Oliver Würzburg unterliegt im Heim-Frankenderby gegen Bayreuth mit 75:90 (40:40)

s.Oliver Würzburg hat es im Frankenderby des 23. easyCredit BBL-Spieltags nicht geschafft, wichtige Punkte im Kampf um den Klassenerhalt einzufahren: Gegen medi bayreuth gerieten die Unterfranken am Montagabend in der s.Oliver Arena nach einer ausgeglichenen ersten Halbzeit im dritten Viertel zweistellig in Rückstand und konnten das Spiel danach nicht mehr zu ihren Gunsten drehen. „Wir haben zum zweiten Mal in Folge das Spiel im dritten Viertel aus der Hand gegeben – heute gegen eine Mannschaft, die über 40 Minuten deutlich erwachsener und mit mehr Qualität im Zusammenspiel und in der Entscheidungsfindung agiert hat“, sagte Headcoach Denis Wucherer.

Bester Punktesammler der Begegnung war wie im Hinspiel der ehemalige Würzburger Osvaldas Olisevicius mit 19 Punkten. Auf Würzburger Seite schaffte Joshua Obiesie mit 16 Punkten, 4 getroffenen Dreier und 6 Rebounds gleich drei neue persönliche Bestleistungen.

Durch die erneute Verletzung eines Leistungsträgers wurde die Aufgabe nicht leichter: Seit einer knappen Woche steht mit Kapitän Felix Hoffmann ein weiterer Name auf der ohnehin schon längsten Verletzungsliste der Liga (Zach Smith, Justin Sears, Brekkott Chapman, Robert Lowery). Der „Würzburg Warrior“ hat sich im Nachholspiel beim SYNTAINICS MBC einen Muskelbündelriss im Oberschenkel zugezogen und fällt mehrere Wochen aus. Als Ersatz für seinen „Energizer“ beorderte Denis Wucherer am Montag Julian Albus in die Startformation – zusammen mit Tyson Ward, Cameron Hunt, Alex King und Murphy Holloway.

Nachdem zunächst Bayreuth durch Osvaldas Olisevicius und Lazeric Jones besser in die Partie gestartet war (2:7, 3. Minute), leitete der 28-jährige Allrounder mit einem Dreier aus der linken Ecke einen 11:0-Lauf ein, der den Hausherren ihre erste und höchste Führung im Spiel einbrachte – Alex King traf dabei gleich zweimal von außen, mit seinem zweiten Dreier stellte er den Spielstand auf 13:7 (5. Minute). Es war der Auftakt zu einer Halbzeit mit mehreren Läufen – es folgten erst zwölf Bayreuther Punkte in Folge (13:19), dann waren Tyson Ward mit einem „Dunk and One“ und Cameron Hunt per Korbleger erfolgreich und sorgten für den 18:19-Zwischenstand nach dem ersten Viertel.

ZWEISTELLIGER RÜCKSTAND NACH DEM DRITTEN VIERTEL 

In Abschnitt Nummer zwei blieb es ein spannendes und enges Derby mit mehreren Führungswechseln. Joshua Obiesie hatte mit acht Punkten, darunter seine ersten beiden Dreier, einen gehörigen Anteil an einer Würzburger 36:32-Führung nach 17 gespielten Minuten. Kurz vor der Pause konnten Lazeric Jones und Dererk Pardon aber noch für den Bayreuther Ausgleich sorgen – beim Spielstand von 40:40 gingen die Teams in die Kabinen.

Nach dem Seitenwechsel gelang es den Gästen dann mit aggressiver Verteidigung, den Grundstein für ihren dritten Sieg in Serie zu legen: Während bei s.Oliver Würzburg die Fehlerquote nach oben ging und gute Abschlüsse zur Mangelware wurden, nutzten die Gäste ihre Würfe konsequent und holten sich in der 27. Minute nach einem 17:6-Start in die zweite Halbzeit ihre erste zweistellige Führung (46:57), die sie anschließend auf vorentscheidene 15 Zähler ausbauen konnten – Olisevicius traf in der 29. Minute einen Dreier zum 47:62.

VIER DEFENSIVE STOPPS IN FOLGE OHNE EIGENEN KORBERFOLG 

Und so sehr sich die Gastgeber im Anschluss auch bemühten – kleiner als acht Punkte wurde der Rückstand nicht mehr. Dabei waren die Chancen zu einer erfolgreichen Aufholjagd im vierten Viertel durchaus vorhanden: Beim Spielstand von 67:76 (34. Minute) gelangen s.Oliver Würzburg vier defensive Stopps in Folge, die auf der anderen Seite des Spielfelds aber nicht in eigene Korberfolge umgemünzt werden konnten.

„Im dritten Viertel haben wir Fehler gemacht, die Rookies machen. In unserer Zusammensetzung schaffen wir es zurzeit nicht, über 40 Minuten auf einem konstant vernünftigen Niveau zu spielen“, sagte Denis Wucherer.

Bayreuth machte es besser und nutzte nach der kurzen offensiven Durststrecke ein von den Schiedsrichtern als unsportlich bewertetes Foul von Cameron Hunt, um den Sack endgültig zuzumachen: Dererk Pardon verwandelte einen seiner beiden Freiwürfe, Osvaldas Olisevicius traf im anschließenden Ballbesitz einen Sprungwurf und erhöhte den Abstand dann mit seinem nächsten Dreier wieder auf 15 Punkte (67:82, 37. Minute).

STATISTIKEN UND STIMMEN ZUM SPIEL
S.OLIVER WÜRZBURG – MEDI BAYREUTH 75:90 (18:19, 22:21, 12:24, 23:26)

Für s.Oliver Würzburg spielten:
Joshua Obiesie 16 Punkte/4 Dreier (6 Assists/6 Rebounds), Murphy Holloway 14, Alex King 11/3, Perry Jones 8, Cameron Hunt 8 (5 Assists), Tyson Ward 7, Julian Albus 5/1, Florian Koch 4, Nils Haßfurther 2.

Top-Performer Bayreuth:
Osvaldas Olisevicius 19/3, Dererk Pardon 14, Frank Bartley 12/1, Lazeric Jones 12/1, David Walker 11/3.

Key Stats:
Punkte aus zweiten Chancen: 
Würzburg 5 – Bayreuth 13
Dreierquote 2. Halbzeit: Würzburg 23 Prozent (3 von 13) – Bayreuth 56 Prozent (5 von 9)
Freiwürfe: Würzburg 7 von 9 (78 Prozent) – Bayreuth 12 von 18 (67 Prozent)

Joshua Obiesie, s.Oliver Würzburg:
„Im dritten Viertel sind wir etwas eingebrochen. Man hat gemerkt, wie sehr uns Rob und Felix fehlen, aber wir müssen trotzdem nach der Pause konstanter weiterspielen. Ich versuche der Mannschaft immer möglichst viel zu geben, wenn ich auf dem Feld bin – Energie zu bringen, Pässe zu spielen, meine offenen Würfe zu treffen. An meiner Verteidigung muss ich aber noch hart arbeiten, wenn ich sehe, wie zum Beispiel Rob verteidigt. Gießen am Samstag ist ein Must-Win für uns. Wir haben sie hier geschlagen, jetzt müssen wir sie auch auswärts besiegen.“

Denis Wucherer, Headcoach s.Oliver Würzburg:
„Wir haben zum zweiten Mal in Folge das Spiel im dritten Viertel aus der Hand gegeben – heute gegen eine Mannschaft, die über 40 Minuten deutlich erwachsener und mit mehr Qualität im Zusammenspiel und in der Entscheidungsfindung agiert hat. Gerade im dritten Viertel haben wir Fehler gemacht, die Rookies machen. In unserer Zusammensetzung schaffen wir es zurzeit nicht, über 40 Minuten auf einem konstant vernünftigen Niveau zu spielen.“

Raoul Korner, Headcoach medi bayreuth:
„Es war der erwartet harte Kampf. In der ersten Halbzeit haben wir gerade zu Beginn viele Freiwürfe bekommen, die wir nicht getroffen haben. Dann hat Würzburg in der Defensive angezogen und uns in Schwierigkeiten gebracht. Das haben wir ab dem dritten Viertel besser gemacht und vor allem in der Verteidigung einen Zahn zugelegt. Dadurch haben wir Stopps kreiert und das Ding am Ende recht souverän nach Hause gespielt.“

Bastian Doreth, medi bayreuth:
“Wir wussten, dass es ein harter Kampf werden würde, denn gerade in dieser Besetzung sind die Würzburger richtig unangenehm. Jeder auf dem Feld kämpft und sie sind extrem aggressiv in der Verteidigung. Von daher war uns klar, dass wir über die komplette Partie hinweg sehr fokussiert zu Werke gehen mussten. Der Schlüssel zum Sieg war, dass wir gut auf den Ball aufgepasst und gegen die aggressive Verteidigung nicht den Kopf verloren haben.”