s.Oliver Würzburg verliert deutlich bei ratiopharm Ulm

NICHTS ZU HOLEN IN DER RATIOPHARM ARENA

s.Oliver Würzburg hat am vorgezogenen 29. Spieltag der easyCredit BBL die erwartete Auswärtsniederlage bei einem Playoff-Team hinnehmen müssen: Am Gründonnerstag starteten die Unterfranken in der Ulmer ratiopharm Arena zunächst gut ins Spiel, gerieten aber bereits im zweiten Viertel zweistellig in Rückstand und konnten in der aktuellen Besetzung ohne drei Leistungsträger danach nicht mehr viel gegen aggressive Gastgeber ausrichten. ratiopharm ulm ließ nach der Pause keine Aufholjagd zu und beendete seine vier Spiele dauernde Niederlagenserie durch einen klaren 88:64-Heimerfolg. Bester Spieler der Partie war Ulms Center Dylan Osetkowski mit 21 Punkten, 7 Rebounds und 7 Korbvorlagen. Auf Würzburger Seite punkteten mit Cameron Hunt (15), Alex King (10) und Perry Jones (10) drei Spieler zweistellig. 

Passend zum Verlauf der vergangenen Monate gab es auch vor diesem Spiel eine schlechte Nachricht: Zwar bekamen Kapitän Felix Hoffmann und Nils Haßfurther vor der Partie in Ulm grünes Licht von der medizinischen Abteilung und konnten spielen, dafür hatte das Würzburger Lazarett aber auch wieder einen Neuzugang zu verzeichnen. Murphy Holloway hatte sich im Heimspiel gegen Bonn in der zweiten Halbzeit eine Zerrung in der Leiste zugezogen und war zusammen mit Rob Lowery und Brekkott Chapman zum Zuschauen verurteilt. Für ihn stand Jonas Weitzel zum fünften Mal in der laufenden Saison in der Startformation –  der Youngster erzielte die ersten Würzburger Zähler der Partie mit einem Dunk und kam am Ende auf neun Punkte und fünf Rebounds.

Im ersten Viertel war es eine Partie auf Augenhöhe mit vielen Fehlern und Ballverlusten, aber auch gelungenen Aktionen auf beiden Seiten – es ging munter hin und her und die Führung wechselte zunächst im Minutentakt. In der 5. Minute war es Joshua Obiesie, der den Spielstand mit seinem ersten Dreier auf 8:10 stellte. Danach war Cameron Hunt im Zug zum Korb zweimal erfolgreich, und Perry Jones erhöhte den Würzburger Vorsprung mit einem weiteren Korbleger (11:16, 8. Minute). Nach zwei Obiesie-Freiwürfen betrug die Würzburger Führung kurze Zeit später immer noch fünf Punkte (14:19, 9. Minute), ehe Isaiah Wilkins und Patrick Heckmann für Ulm noch vor dem Ende des ersten Viertels ausgleichen konnten (19:19).

Die fünf Ulmer Punkte am Ende von Abschnitt Nummer eins waren der Auftakt zu einem 16:0-Lauf, mit dem die Hausherren die Partie noch in der ersten Halbzeit unter Kontrolle bringen konnten. Mit Beginn des zweiten Viertels erhöhte ratiopharm ulm die Intensität in der Verteidigung, stand häufig in den Würzburger Passwegen und zwang die Gäste zu weiteren Ballverlusten. Per Günther eröffnete die zweiten zehn Minuten mit seinem 500. Drei-Punkte-Treffer in der BBL, Patrick Heckmann traf anschließend per Korbleger, und Denis Wucherer nahm 52 Sekunden nach Beginn des Viertels beim Stand von 24:19 seine erste Auszeit.

Danach gelang es den Schwaben, ihren Vorsprung auf 30:19 auszubauen, ehe Alex King in der 14. Minute per Dreier den Ulmer Zwischenspurt beendete. Über ihre erfolgreichen Defensivaktionen hatten die Gastgeber jetzt das nötige Selbstvertrauen im Angriff gefunden, trafen im Anschluss erst drei Dreier in Folge und konnten dann in der 19. Minute drei defensive Stops in Folge zu eigenen Punkten nutzen und ihren Vorsprung auf 15 Zähler ausbauen – beim Spielstand von 47:32 wurden die Seiten gewechselt.

Auch nach der Pause blieben die Gastgeber in der Verteidigung konzentriert, kamen immer wieder zu Ballgewinnen (insgesamt 14) und gaben den ersatzgeschwächten Würzburgern keinerlei Gelegenheit zur Aufholjagd. Nach vier ausgeglichenen Minuten zum Start ins dritte Viertel gelang ihnen ein weiterer 8:0-Lauf, durch den sich ihr Vorsprung auf mehr als 20 Punkte vergrößerte (64:41, 26. Minute) – daran änderte sich dann bis zur Schlusssirene auch nicht mehr viel.

„Es war abzusehen, dass es für uns in der aktuellen Zusammensetzung schwer werden würde“, sagte Denis Wucherer hinterher: Wir müssen irgendwie durch diese Woche durch und hoffen, dass dann mit Rob Lowery, Murphy Holloway und Brekkott Chapman vielleicht drei Spieler zurückkommen, die uns auf der Zielgerade wieder mehr Tiefe und Substanz geben. Bis dahin müssen wir geduldig sein und positiv bleiben.“

STATISTIKEN UND STIMMEN ZUM SPIEL 

RATIOPHARM ULM – S.OLIVER WÜRZBURG 88:64 (19:19, 28:13, 21:18, 20:14) 

Für s.Oliver Würzburg spielten: 
Cameron Hunt 15 Punkte/1 Dreier (4 Assists), Alex King 10/2, Perry Jones 10, Jonas Weitzel 9 (5 Rebounds), Joshua Obiesie 8/2, Tyson Ward 7/1 (4 Assists), Felix Hoffmann 4, Florian Koch 1, Julian Albus (4 Assists), Julius Böhmer.

Top-Performer Ulm: 
Dylan Osetkowski 21/2 (7 Rebounds/7 Assists), John Petrucelli 10/1 (5 Steals), Per Günther 10/1, Thomas Klepeisz 5/1 (6 Assists).

Key Stats:
Dreierquote: 
Würzburg 35 Prozent (6 von 17) – Ulm 50 Prozent (9 von 18)
Freiwurfquote: Würzburg 57 Prozent (8 von 14) – Ulm 83 Prozent (19 von 23)
Steals: Würzburg 5 – Ulm 14

Cameron Hunt, s.Oliver Würzburg: 
„Wir haben gegen einen starke Gegner verloren, Ulm ist eine Playoff-Mannschaft. Wir dagegen sind im Moment in einer schwierigen Situation, weil drei unserer Leistungsträger mit Verletzungen fehlen. Dadurch haben aber auch einige junge Spieler die Gelegenheit, zu wachsen und sich weiterzuentwickeln. Das wird uns in der Zukunft helfen und ist auch ein positiver Aspekt des heutigen Spiels. Ich selbst habe immer Vertrauen in mich selbst, egal in welcher Liga ich spiele. Ich werde von Tag zu besser, es gibt aber auch in meinem Spiel noch viel zu verbessern.“

Denis Wucherer, Headcoach s.Oliver Würzburg: 
„Es war ein sehr verdienter Sieg für Ulm. Dass es für uns in dieser Woche in der aktuellen Zusammensetzung gegen zwei Playoffteams schwer werden würde, war abzusehen. Wir haben uns in den letzten Wochen ja auch schon gegen Teams auf Augenhöhe sehr schwer getan. Wir müssen irgendwie durch diese Woche durch und hoffen, dass dann mit Rob Lowery, Murphy Holloway und Brekkott Chapman vielleicht drei Spieler zurückkommen, die uns auf der Zielgeraden Richtung Saisonende mehr Tiefe und Substanz geben können. Bis dahin müssen wir geduldig sein, positiv bleiben und darauf setzen, dass wir bereit sind, wenn es zählt, noch zwei wichtige Siege einzufahren.“

Jaka Lakovic, Headcoach ratiopharm ulm: 
„Glückwunsch an meine Spieler zum Sieg. Unser wichtigstes Ziel war es heute, wieder ein Spiel zu gewinnen. Würzburg hat viele Verletzungsprobleme und war ersatzgeschwächt, aber wir waren wegen unserer Niederlagenserie am Anfang etwas nervös. Dann waren wir aber aggressiver und haben durch unsere gute Verteidigung auch das nötige Selbstvertrauen im Angriff bekommen. Dadurch wurde es ein überzeugender Sieg, und damit bin ich glücklich.“