s.Oliver Würzburg verliert Frankenderby gegen Bamberg

DER FAVORIT SETZT SICH DURCH
Bamberger 20:0-Lauf bringt die Entscheidung im Pokal-Frankenderby auf Ulmer Parkett 

Wieder hart gekämpft, wieder lange mitgehalten, am Ende aber auch wieder verloren: s.Oliver Würzburg hat nach einer 68:89-Niederlage gegen Brose Bamberg am Samstagnachmittag in Ulm keine Chance mehr auf den Einzug in das TOP FOUR des MagentaSport BBL Pokals. Entscheidend für die zweite Niederlage im zweiten Pokalspiel war ein 20:0-Lauf der Bamberger zwischen der 27. und 33. Minute, durch den aus einer Sechs-Punkte-Führung der Unterfranken ein zweistelliger Rückstand wurde. Topscorer im Pokal-Frankenderby waren die beiden Bamberger Michele Vitali (21 Punkte) und Chase Fieler (18). Auf Würzburger Seite trafen Zach Smith (15), Tayler Persons (12) und Tyson Ward (10) zweistellig.

Der Spielverlauf war fast eine 1:1-Kopie der Begegnung mit den MHP RIESEN Ludwigsburg am ersten Pokal-Spieltag: Drei Viertel lang war es eine völlig offene Begegnung mit vielen Läufen beider Teams. Dann verloren die Spieler von s.Oliver Würzburg an beiden Enden des Spielfelds den Faden und fanden ihn nicht rechtzeitig wieder, um die Niederlage zu verhindern: „Wir müssen es schaffen, gerade in der Defensive ein taktisches Verständnis zu entwickeln, mit dem wir auch in so einem Spiel bis ins vierte Viertel hinein konkurrenzfähig sein und um den Sieg mitspielen können“, sagte Denis Wucherer nach dem Spiel.

Würzburgs Headcoach startete gegen Bamberg mit einer kleineren Aufstellung als sechs Tage zuvor in Weißenfels: Julian Albus ersetzte Mark Ogden in der Startformation. Der 28-Jährige traf in der zweiten Minute auch den ersten Dreier der Partie zur frühen 5:3-Führung, die Zach Smith per Dunk auf 7:3 ausbauen konnte. Die Antwort der Bamberger kam durch Michele Vitali, der in den folgenden Minuten drei Dreier nahm, zwei davon traf, beim dritten gefoult wurde und auch die fälligen drei Freiwürfe versenkte – in der 6. Minute nahm Wucherer beim Stand von 11:16 aus Würzburger Sicht seine erste Auszeit.

Danach traf Micah Downs erst einen Dreier, wurde dann beim nächsten Angriff beim Zug zum Korb gefoult und glich von der Freiwurflinie zum 16:16 aus. Auch im weiteren Verlauf der Partie wechselten sich beide Seiten mit guten Phasen ab: Beim Stand von 25:25 in der 13. Spielminute produzierten Chase Fieler und Kenneth Ogbe einen Bamberger 10:0-Lauf, den s.Oliver Würzburg mit neun Punkten in Serie zum 34:35 konterte und damit Bambergs Cheftrainer Johan Roijakkers zu einem Timeout veranlasste.

WUCHERER: „IM DRITTEN VIERTEL HAT MAN GESEHEN, WIE WIR SPIELEN MÜSSEN“

Die Schlussphase der ersten Halbzeit gehörte wieder den Oberfranken, die sich dank ihrer größeren Treffsicherheit von außen (6 von 15 Dreier in der ersten Halbzeit / 40 Prozent Trefferquote) bis zum Seitenwechsel auf 38:45 absetzen konnten. Nach der Pause folgte die stärkste Phase der Wucherer-Schützlinge, die den Favoriten mit viel Biss in der Verteidigung immer wieder zu Fehlern zwangen und vorne viermal in Folge zu Abschlüssen am Brett kamen – darunter war mit einem eingeflogenen Fastbreak-Dunk von Zach Smith auch die spektakulärste Aktion des Spiels. Joshua Obiesie vollendete den Würzburger 11:2-Start in die zweite Halbzeit mit einem Dreier zum 49:47 (23. Minute).

Vier gespielte Minuten später hatten wieder Obiesie mit einem Fastbreak-Korbleger und Florian Koch per Dreier und Layup mit 56:50 die höchste unterfränkische Führung des Spiels herausgeworfen – das Bamberger Team kam zu diesem Zeitpunkt des dritten Viertels auf fünf Punkte und sechs Ballverluste. Das sollte sich nach einer weiteren Roijakkers-Auszeit aber schnell ändern: Bamberg erhöhte spürbar den Druck und erzielte zwölf Punkte in Folge zum Spielstand von 56:62 nach dem dritten Abschnitt. In den ersten drei Minuten des Schlussviertels kamen acht weitere Zähler hinzu, und diese 20:0-Phase der Oberfranken war beim Spielstand von 56:70 bereits mehr als eine Vorentscheidung: Der Favorit spielte im Anschluss konzentriert weiter und ließ den Unterfranken keine Möglichkeit mehr, eine Aufholjagd zu starten.

„Im dritten Viertel hat man gesehen, wie wir spielen müssen, wenn wir in der Liga erfolgreich sein wollen. Dummerweise haben die Spieler, die in dieser Phase auf der Bank in der ersten Reihe saßen und zuschauen konnten, das irgendwie nicht mitbekommen. Und dann wurde es in den letzten 12 bis 13 Minuten sehr schwierig für uns“, sagte Denis Wucherer nach dem Spiel. Im dritten und letzten Spiel der Pokal-Gruppe C geht es für ihn und seine Schützlinge am Sonntag um 15 Uhr gegen ratiopharm ulm vor allem um die Vorbereitung auf den Start in die easyCredit BBL-Hauptrunde – am 7. November um 20:30 Uhr werden die Ulmer am 1. Liga-Spieltag in der s.Oliver Arena zu Gast sein.

STATISTIKEN UND STIMMEN ZUM SPIEL 

S.OLIVER WÜRZBURG – BROSE BAMBERG 68:89 (20:23, 18:22, 18:17, 12:27)

Für s.Oliver Würzburg spielten:
Zach Smith 15 Punkte, Tayler Persons 12 (7 Assists), Tyson Ward 10 (3 Steals), Florian Koch 7/1, Cameron Hunt 6, Joshua Obiesie 6/1 (3 Steals), Micah Downs 5/1, Julian Albus 5/1, Mark Ogden 2, Felix Hoffmann.

Top-Performer Bamberg:
Michele Vitali 21/4, Chase Fieler 18/1 (5 Assists), Kenneth Ogbe 12/2, Bennet Hundt 10/1 (5 Assists), David Kravish 8 (13 Rebounds).

Key Stats:
Rebounds: 
Würzburg 27 (6 offensiv)- Bamberg 45 (14 offensiv)
Punkte aus zweiten Chancen: Würzburg 4 – Bamberg 25
Dreier: Würzburg 4 von 17 (24 Prozent) – Bamberg 12 von 31 (39 Prozent)
Assists: Würzburg 13 – Bamberg 23

Zach Smith, s.Oliver Würzburg:
„Wir müssen am Ende des Spiels einfach einen besseren Job machen. Wir hatten nach der Pause einen guten Lauf, haben dann aber in den letzten drei Minuten des dritten Viertels das Momentum verloren. Also geht es zurück in die Trainingshalle, damit wir es in Zukunft besser machen. Das Spiel morgen gegen Ulm wird uns dabei helfen. Je mehr wir zusammen spielen, desto besser wird unsere Teamchemie.“

Denis Wucherer, Headcoach s.Oliver Würzburg:
„Ich gratuliere Bamberg zu einem verdienten Sieg, aber 20 Punkte hätten es vielleicht nicht unbedingt sein müssen. Im dritten Viertel hat man gesehen, wie wir spielen müssen, wenn wir in der Liga erfolgreich sein wollen. Dummerweise haben die Spieler, die in dieser Phase auf der Bank in der ersten Reihe saßen und zuschauen konnten, das irgendwie nicht mitbekommen. Und dann wurde es in den letzten 12 bis 13 Minuten sehr schwierig für uns. Ich sehe das als Prozess. Wir müssen es schaffen, gerade in der Defensive irgendwann ein taktisches Verständnis zu entwickeln, mit dem wir auch in so einem Spiel bis ins vierte Viertel hinein konkurrenzfähig sein und um den Sieg mitspielen können.“

Johan Roijakkers, Headcoach Brose Bamberg:
„Kompliment an Würzburg, sie haben uns 30 Minuten lang ein hartes Spiel geliefert. In der ersten Halbzeit haben wir nur zwei oder drei Spieler gefunden, die mit der Intensität gespielt haben, die wir von Bamberger Spielern erwarten. Darauf haben wir in der Pause natürlich auch hingewiesen. Leider sind wir dann trotzdem immer noch nicht mit der richtigen Intensität aus der Kabine gekommen. Ungefähr ab der 27. Minute haben wir sie dann gefunden und alle haben mit hoher Intensität gespielt. Dominic Lockhart war heute in der Verteidigung exzellent. Es gab eine Phase, in der wir bei 14 Würzburger Angriffen 13 Stopps hatten, das war natürlich überragend.“