s.Oliver Würzburg verliert gegen Spitzenreiter Ludwigsburg nach hartem Kampf

RÜCKSTAND NACH DEM DRITTEN VIERTEL ZU HOCH
72:82 gegen Ludwigsburg: s.Oliver Würzburg liefert dem Spitzenreiter einen harten Kampf

s.Oliver Würzburg hat im Nachholspiel des 19. easyCredit BBL-Spieltags die erwartete Heimniederlage hinnehmen müssen: Zwar lieferten die Unterfranken dem Tabellenführer aus Ludwigsburg am Dienstagabend bis zum Schluss einen harten Kampf, konnten nach einer offensiv schwachen Phase im dritten Viertel einen hohen Rückstand von 23 Punkten aber nicht mehr aufholen.

Ludwigsburgs MVP-Kandidat Jaleen Smith war nach einer unauffälligen ersten Halbzeit in der Crunchtime zur Stelle und traf die entscheidenden Würfe zum Sieg für die Gäste. „Er hat im letzten Viertel gezeigt, dass er der wahrscheinlich beste Spieler der Liga ist und was es für ein großer Unterschied sein kann, wenn man so einen Spieler in seinen Reihen hat“, sagte Headcoach Denis Wucherer nach dem Spiel. Top-Scorer der Partie war Yorman Polas Bartolo mit 16 Zählern, auf Würzburger Seiten punkteten Cameron Hunt (15), Murphy Holloway (12) und Joshua Obiesie (11) zweistellig. 

In einer von Ludwigsburgs Headcoach John Patrick hinterher als „Energiespiel von beiden Mannschaften“ bezeichneten Partie hatten die Gäste dank ihrer druckvollen Verteidigung den besseren Start: Erst nach knapp vier Minuten gelangen Alex King mit zwei Freiwürfen die ersten Würzburger Punkte, nachdem  Ludwigsburg bereits deren neun erzielt hatte.

Ab diesem Zeitpunkt kombinierten die Hausherren ihre defensive Energie dann auch mit erfolgreichen Aktionen im Angriff und kamen dadurch schnell wieder heran – Perry Jones stopfte den Ball nach schönem Zuspiel von Cameron Hunt in der 6. Minute zum Zwischenstand von 9:11 in den Ludwigsburger Korb, und John Patrick nahm die erste Auszeit des Spiels.

Die erste (und einzige) Würzburger Führung des Spiels holte kurze Zeit später Jonas Weitzel, der zwei Korbleger in Folge versenkte und einen Bonusfreiwurf traf. Yorman Polas Bartolo sorgte dann mit seinem zweiten Dreier des Spiels dafür, dass Ludwigsburg nach dem ersten Viertel wieder knapp vorne lag (17:18). Zu Beginn des zweiten Abschnitts traf dann auch der Ex-Würzburger Jordan Hulls seinen ersten Drei-Punkte-Wurf (18:23, 12. Minute).

ZU VIELE LUDWIGSBURGER OFFENSIVREBOUNDS ZUGELASSEN 

s.Oliver Würzburg verteidigte weiter sehr bissig, konnte defensive Stops im zweiten Viertel aber zu selten zu eigenen Punkten nutzen. So kam es, dass die Schwaben ihren Vorsprung weiter ausbauen und trotz einer ungewohnt schwachen Trefferquote von jenseits der 6,75-Meter-Linie (3 Treffer bei 24 Versuchen in der ersten Halbzeit) mit einer Acht-Punkte-Führung in die Kabinen gehen konnten.

Hauptgrund dafür waren die zehn Offensivrebounds, aus denen die Patrick-Truppe elf Punkte erzielte. Zwar konnte Youngster Julius Böhmer mit einer starken Eins-gegen-Eins-Aktion in der 19. Minute auf 31:35 verkürzen, Jaleen Smith und Barry Brown mit der Halbzeitsirene trafen aber vor der Pause noch zwei Sprungwürfe zum Halbzeitstand von 31:39.

Nach dem Seitenwechsel erhöhten die Barockstädter dann noch einmal den Druck und verhinderten mit Ausnahme eines Dreiers von Julius Böhmer sieben Minuten lang erfolgreich alle Würzburger Offensivbemühungen – das Resultat war ein 15:3-Lauf der Gäste. Ab Mitte des dritten Viertels fielen dann auch die Ludwigsburger Dreier besser, so dass der Abstand bis zur 29. Minute auf 23 Zähler angewachsen war (37:60).

RÜCKSTAND MIT VIEL ENERGIE VERKÜRZT

s.Oliver Würzburg steckte wie immer nicht auf, investierte weiter enorm viel in der Verteidigung und konnte sich dafür im vierten Abschnitt endlich auch offensiv belohnen: Unter anderem traf Joshua Obiesie zwei Dreier in Folge, und Murphy Holloway brachte den Rückstand in der 35. Minute mit einem krachenden Dunk zum ersten Mal wieder unter zehn Punkte (58:66).

Die Antwort kam von Jaleen Smith: Ludwigsburgs Go-to-Guy erzielte elf seiner dreizehn Punkte in der zweiten Halbzeit und stoppte das Momentum der Würzburger Aufholjagd in der Schlussphase zweimal mit einem Dreier, so dass die Gastgeber nicht mehr näher als sieben Punkte herankommen konnten. Für die endgültige Entscheidung sorgte schließlich der „Sniper aus Indiana“, der nach einem Drei-Punkte-Treffer von Joshua Obiesie zum 67:74 in der 39. Minute umgehend ebenfalls von außen traf und damit die letzten Hoffnungen seiner ehemaligen Kollegen auf eine Wende beendete.

STATISTIKEN UND STIMMEN ZUM SPIEL 
S.OLIVER WÜRZBURG – MHP RIESEN LUDWIGSBURG 72:82 (17:18, 14:21, 13:24, 28:19) 

Für s.Oliver Würzburg spielten: 
Cameron Hunt 15 Punkte/2 Dreier (8 Rebounds/5 Assists), Murphy Holloway 12 (6 Rebounds), Joshua Obiesie 11/3, Jonas Weitzel 8, Julius Böhmer 7/1, Julian Albus 5/1 (6 Rebounds), Perry Jones 5/1, Florian Koch 4, Tyson Ward 3, Alex King 2.

Top-Performer Ludwigsburg: 
Yorman Polas Bartolo 16/3 (7 Rebounds/3 Steals), Barry Brown Jr. 14/2, Jaleen Smith 13/3 (6 Assists), Jordan Hulls 11/2 (6 Assists).

Key Stats:
Zweierquote: 
Würzburg 44 Prozent (16 von 36) – Ludwigsburg 67 Prozent (20 von 30)
Ballverluste: Würzburg 17 – Ludwigsburg 7

Florian Koch, s.Oliver Würzburg: 
„Uns hat heute die Disziplin gefehlt, wir wollten zu viel alleine probieren. Gegen ein Team wie Ludwigsburg muss man sehr einfachen Basketball spielen. Sie spielen sehr physisch, und wenn wir Ball laufen lassen und das als Team lösen, dann kann das ganz gut aussehen. Das haben wir teilweise auch sehr gut gemacht. Unsere beste Phase war mit Julian Albus auf dem Feld, der die Jungs nochmal gepackt hat und den Ball hat laufen lassen. Und am Schluss haben wir es als Team auch noch mal gut gemacht. Wir sind dadurch noch einmal erstaunlich nah ran gekommen, aber zehn Minuten reichen nicht gegen einen Gegner wie Ludwigsburg.“

Denis Wucherer, Headcoach s.Oliver Würzburg: 
„Was uns gegen den Druck im zweiten und dritten Viertel nicht einfällt, ist immer wieder aufs Neue überraschend. Gegen Ludwigsburg musst du in Korbnähe auch einfach hochprozentiger abschließen als die 44 Prozent, die wir heute zustande gebracht haben. Und dann hat Jaleen Smith im letzten Viertel gezeigt, dass er der wahrscheinlich beste Spieler der Liga ist und was es für ein großer Unterschied sein kann, wenn man so einen Spieler in seinen Reihen hat im Vergleich zu dem, was wir an Entscheidungen finden. Insofern hast du dann, auch wenn du dir zum großen Teil über 40 Minuten wirklich Mühe gibst, keine Chance zu gewinnen.“

John Patrick, Headcoach MHP RIESEN Ludwigsburg: 
„Es war ein hart umkämpftes Spiel. Wir hatten im dritten Viertel 23 Punkte Vorsprung, aber Würzburg hat nie aufgegeben, deswegen Respekt an Coach Wucherers Truppe. Joshua Obiesie hat uns in der zweiten Halbzeit weh getan, und Cameron Hunt hat auch ein gutes Spiel gemacht. Wir haben im vierten Viertel unsere Konzentration verloren, als ich allen Spielern Spielzeit geben wollte. Tremmell Darden hat sich leicht verletzt und ich wollte kein Risiko eingehen. Es war ein Energiespiel von beiden Mannschaften, und Würzburg hatte in der zweiten Halbzeit mehr Energie, aber wir haben am Ende trotzdem einen wichtigen Sieg geholt.“