s.Oliver Würzburg verliert Nachhol-Derby bei Brose Bamberg

DIE DREIERQUOTE MACHT DEN UNTERSCHIED
s.Oliver Würzburg unterliegt im Nachhol-Derby bei Brose Bamberg mit 66:81 (32:40) 

s.Oliver Würzburg hat am Mittwochabend die erste Auswärtsniederlage der easyCredit BBL-Saison 2020/2021 hinnehmen müssen. Im Frankenderby bei Brose Bamberg starteten die Unterfranken gut, leisteten sich dann aber im zweiten und dritten Viertel zu viele Unkonzentriertheiten und Ballverluste. Entscheidend für die am Ende deutliche 66:81-Niederlage waren die Dreierquoten beider Teams: Während bei s.Oliver Würzburg von außen fast nichts ging (13 Prozent), trafen die Gastgeber, allen voran Dominic Lockhart, mehr als die Hälfte ihrer 21 Distanzwürfe (57 Prozent). Bester Punktesammler der Begegnung war Würzburgs junger US-Amerikaner Cameron Hunt mit 20 Zählern.

„Damit bin ich zufrieden, aber es hätte sich natürlich viel besser angefühlt, wenn wir das Spiel gewonnen hätten“, sagte der 23-Jährige. Den Grund für die Niederlage lieferte er im TV-Interview bei Magenta Sport gleich mit: „Wir waren nicht konzentriert genug. Gegen Mannschaften wie Bamberg müssen wir 40 Minuten lang voll fokussiert sein.“

Dabei gab es im ersten Viertel an der Konzentration nur wenig auszusetzen – vor allem im Angriff. Zwar gestatteten Hunt und Co. den Bambergern in den ersten zehn Minuten deutlich zu viele zweite Chancen und produzierten sechs ihrer insgesamt 23 Ballverluste, dafür lief es im Abschluss aus dem Zweierbereich perfekt: Sieben Treffer bei sieben Wurfversuchen in Korbnähe standen am Ende eines ersten Abschnitts auf Augenhöhe für s.Oliver Würzburg auf dem Statistikbogen. Den einzigen erfolgreichen Dreier seines Teams in der ersten Halbzeit verwandelte Florian Koch zum ausgeglichenen Spielstand von 19:19 am Ende von Abschnitt Nummer eins.

BAMBERGER 9:0-LAUF IM ZWEITEN VIERTEL

Im zweiten Viertel ging es zunächst weiter munter hin und her: Bis zur 16. Minute konnte sich keine Mannschaft einen entscheidenden Vorteil herauswerfen, die Führung wechselte in dieser Phase gleich sechs Mal. Nachdem Tyson Ward für s.Oliver Würzburg den Spielstand auf 29:30 gestellt hatte, nahm Bambergs Trainer Johan Roijakkers die erste Auszeit der Partie, die auch Wirkung zeigte: Dominic Lockhart drehte im Anschluss das Ergebnis erneut, dann erhöhte David Kravish mit einem seiner drei Alley-Oop-Dunks des Spiels auf 33:30 für Bamberg.

Würzburgs Headcoach Denis Wucherer sah das Unheil offenbar kommen und nahm nun seinerseits eine Auszeit, konnte damit einen Bamberger 9:0-Lauf aber nicht unterbrechen – Christian Sengfelder erhöhte gleich danach mit einem Dreier und einem Korbleger auf 38:30. Mit einem Acht-Punkte-Vorsprung der Hausherren (40:32) ging es dann kurze Zeit später auch in die Kabinen.

SECHS DREIER BRINGEN DIE ENTSCHEIDUNG

Nach dem Seitenwechsel gelang es den Unterfranken zunächst, den Abstand zu halbieren – Cameron Hunt und Tayler Persons erzielten die einzigen beiden Körbe in den ersten drei Minuten der zweiten Halbzeit zum Zwischenstand von 40:36. Dann folgte aber bereits die Phase, in der die Bamberger durch ihre Treffsicherheit von außen die Partie frühzeitig entscheiden konnten. Devon Hall, Chase Fieler, Michele Vitali und kurz vor Ende des dritten Viertels gleich dreimal hintereinander Dominic Lockhart versenkten von der 24. bis zur 29. Minute sechs Dreierversuche und sorgten damit für die mehr als deutliche 62:45-Führung nach dem dritten Viertel.

Zum Start in den Schlussabschnitt ließ der Italiener Michele Vitali einen weiteren Bamberger Dreier folgen, wurde dann beim nächsten Drei-Punkte-Wurf gefoult und verwandelte alle drei Freiwürfe zur höchsten Bamberger Führung des Spiels (68:45, 31. Minute). Zwar steckten die Gäste auch in dieser Situation nicht auf, mehr als Ergebniskosmetik war in den letzten neun Minuten des Frankenderbys für s.Oliver Würzburg aber nicht mehr drin. „Man hat heute eine Bamberger Mannschaft gesehen, die wenig Fehler macht“, sagte Denis Wucherer nach dem Spiel: „Im Gegensatz dazu wir, die es nicht schaffen, offensiv gerade im Pick and Roll irgendwelche Vorteile für uns zu generieren.“

Vier Tage nach der Niederlage im Nachholspiel des 4. Spieltags geht es für s.Oliver Würzburg am Sonntagnachmittag um 15 Uhr in eigener Halle weiter: Am 7. Spieltag ist der offensiv starke SYNTAINICS MBC in der s.Oliver Arena zu Gast. Bereits zwei Tage später steht das zweite Auswärts-Frankenderby der Saison bei medi bayreuth auf dem Programm.

STATISTIKEN UND STIMMEN ZUM SPIEL 

BROSE BAMBERG – S.OLIVER WÜRZBURG 81:66 (19:19, 21:13, 22:13, 19:21)

Für s.Oliver Würzburg spielten:
Cameron Hunt 20 Punkte/1 Dreier, Tayler Persons 11, Tyson Ward 6, Justin Sears 6 (6 Rebounds), Zach Smith 6, Joshua Obiesie 4 (4 Assists/3 Steals), Jonas Weitzel 3, Florian Koch 3/1, Brekkott Chapman 3, Felix Hoffmann 2, Alex King 2, Julian Albus.

Top-Performer Bamberg:
Dominic Lockhart 16/4 (5 Steals), Michele Vitali 12/2, Christian Sengfelder 12/2, Devon Hall 9/3 (5 Assists), Bennet Hundt 8 (6 Assists).

Key Stats:
Dreierquote: 
Würzburg 13 Prozent (2 von 15) – Bamberg 57 Prozent (12 von 21)
Ballgewinne: Würzburg 10 – Bamberg 16
Ballverluste: Würzburg 23 – Bamberg 18

Cameron Hunt, s.Oliver Würzburg:
„Grund für die deutliche Niederlage war unsere fehlende Konzentration. Gegen eine starke Mannschaft wie Bamberg müssen wir 40 Minuten lang voll fokussiert sein, wenn wir gewinnen wollen. Wir sind als Mannschaft auf dem richtigen Weg, aber Spieler wie Brekkott und Justin brauchen noch etwas Zeit. Ich bin zufrieden mit meinen 20 Punkten, aber mit einem Sieg hätte sich das natürlich viel besser angefühlt.“

Denis Wucherer, Headcoach s.Oliver Würzburg:
„Man hat heute auf der einen Seite eine Bamberger Mannschaft gesehen, die wenig Fehler macht. Im Gegensatz dazu wir, die es nicht schaffen, offensiv gerade im Pick and Roll irgendwelche Vorteile für uns zu generieren. Wir werfen den Ball 23-mal weg, bei gerade mal elf Assists, und kreieren keine offenen Schüsse mit unserem Pick and Roll. Damit kannst du auf diesem Niveau einfach nicht bestehen.“

Johan Roijakkers, Headcoach Brose Bamberg:
„Ich bin natürlich sehr zufrieden mit dem Sieg, bei uns war von Anfang an die nötige Energie da. Es war sehr laut und es wurde viel geredet auf der Bank, das hat mir gut gefallen. Wir haben wieder zu viele Offensivrebounds zugelassen und zu viele Ballverluste gehabt. Viele der Turnover waren aber ein Resultat unserer Offense, das ist in Ordnung. Was ich nicht mag sind Schrittfehler oder Spieler, die ins Aus treten. Wenn man im Angriff 20 Assists spielt, dann muss man auch mit ein paar Ballverlusten leben.“