s.Oliver Würzburg verliert zum Pokal-Auftakt gegen Vizemeister Ludwigsburg

30 MINUTEN AUF AUGENHÖHE MIT DEM VIZEMEISTER 
Entscheidung erst im vierten Viertel: Ludwigsburger Verteidigung macht den Unterschied

30 Minuten lang begegnete s.Oliver Würzburg dem Vizemeister auf Augenhöhe, nach dem dritten Viertel lag das Team von Headcoach Denis Wucherer beim Saisonauftakt in der Stadthalle Weißenfels noch knapp vorne. Am Ende setzten sich die MHP RIESEN Ludwigsburg am 1. Spieltag des MagentaSport BBL Pokals mit 78:67 (41:37) durch: „Es war kein offensiver Leckerbissen, aber 30 Minuten lang eine offene und umkämpfte Partie. Leider konnten wir das Spiel im vierten Viertel nicht mehr eng halten. Daran werden wir arbeiten müssen“, sagte Wucherer. Topscorer waren die beiden Ludwigsburger Barry Brown und Elias Harris mit jeweils 18 Punkten. Auf Würzburger Seite punkteten alle neun eingesetzten Spieler, auf eine zweistellige Ausbeute kamen Tayler Persons (12) und Cameron Hunt (11).

Wucherer musste am Sonntagnachmittag auf Brekkott Chapman (Knie-OP) und Nils Haßfurther (Mandelentzündung) verzichten und besetzte seine Startformation bei der Saison-Premiere neben Routinier Florian Koch mit den vier Neuzugängen Tayler Persons, Cameron Hunt, Zach Smith und Mark Ogden. Auf der anderen Seite stand mit Jordan Hulls ein Ex-Würzburger beim Sprungball auf dem Parkett, und der 30-Jährige war es auch, der mit einem Sprungwurf die ersten beiden Punkte des Spiels erzielte. Tayler Persons antwortete umgehend mit einem „And One“, und in diesem Stil ging es in der Anfangsphase weiter. Auf Ludwigsburger Seite konnte sich Elias Harris mehrere Male am Brett durchsetzen, für die Unterfranken trafen Mark Ogden und der erst im Laufe der Woche verpflichtete Micah Downs von außen – nach sieben gespielten Minuten lagen die nominellen Gastgeber der Partie aus Ludwigsburg knapp mit 12:11 vorne.

Es folgte ein 7:1-Lauf der Wucherer-Schützlinge, den Barry Brown für die Barockstädter mit einem Korbleger und einem Dreier zum 18:18 nach dem ersten Viertel kontern konnte. Die ersten drei Minuten von Abschnitt Nummer zwei des A81-Duells auf neutralem Boden gehörten dann wieder den Unterfranken. RIESEN-Headcoach John Patrick nahm seine erste Auszeit, nachdem Kapitän Felix Hoffmann, Zach Smith und dann Joshua Obiesie mit einem Sprungwurf und einem krachenden Fastbreak-Dunk den Spielstand auf 20:26 gestellt hatten.

Nach der Unterbrechung konnte Tyson Ward auf 20:28 erhöhen, bevor Jordan Hulls den Würzburger 8:0-Lauf mit zwei Dreiern schnell wieder beendete. Mit seinem dritten erfolgreichen Distanzwurf zum 41:37 beendete der Ex-Würzburger auch die erste Halbzeit. Nach dem Seitenwechsel war zunächst bei beiden Teams Sand im offensiven Getriebe, dann legte s.Oliver Würzburg den nächsten kleinen Zwischenspurt aufs Parkett und lag nach Freiwürfen von Florian Koch und zwei gelungene Aktionen von Cameron Hunt und Mark Ogden wieder knapp in Führung (41:43, 23. Minute). Dann waren wieder die Ludwigsburger am Zug: Drei erfolgreiche Dreier in Serie, dazu vier Punkte nach einem von den Schiedsrichtern als unsportlich gewerteten Foul von Cameron Hunt, und der Vizemeister lag mit 54:47 vorne (27. Minute).

ENTSCHEIDENDER 15:2-LAUF IM LETZTEN VIERTEL 

s.Oliver Würzburg ließ sich auch davon nicht beeindrucken, kämpfte weiter mit viel Herz und konnte den Spielstand erneut drehen – Joshua Obiesie traf mit ablaufender Uhr des dritten Viertels einen Acht-Meter-Dreier zum 57:58. Dass es den Unterfranken danach nicht gelang, das Pokal-Duell bis in die Crunchtime offen zu gestalten, hatte mit der aggressiven Verteidigung der Ludwigsburger und nachlassender Konzentration zu tun: „Wir haben im vierten Viertel den Ball sechsmal zum Gegner geworfen, bei nur einem Assist“, legte Denis Wucherer hinterher den Finger in die Wunde. Auch an die Freiwurflinie kamen seine Spieler im letzten Abschnitt kein einziges Mal: „Da waren wir zu wenig aggressiv.“

Die entscheidende Phase in einem klassischen „Spiel der Läufe“ war deshalb ein 15:2-Lauf der RIESEN zum Zwischenstand von 72:60 in der 37. Minute – damit stand der Vizemeister als Sieger fest. Die Ludwigsburger haben durch den Elf-Punkte-Erfolg auch die Tabellenführung der Gruppe C übernommen. Am Vortag hatte sich ebenfalls in Weißenfels Brose Bamberg mit 74:65 gegen ratiopharm ulm durchgesetzt. Weiter geht es am kommenden Samstag in der Ulmer ratiopharm Arena mit dem Frankenderby zwischen s.Oliver Würzburg und Brose Bamberg (15 Uhr), im Anschluss treffen Ulm und Ludwigsburg aufeinander. Am Sonntag trifft s.Oliver Würzburg ebenfalls um 15 Uhr auf die Gastgeber, danach spielt Ludwigsburg gegen Bamberg. Der Gruppensieger qualifiziert sich für das TOP FOUR des MagentaSport BBL Pokals, das am 1./2. November im Münchner Audi Dome ausgetragen wird.

STATISTIKEN UND STIMMEN ZUM SPIEL 

MHP RIESEN LUDWIGSBURG – S.OLIVER WÜRZBURG 78:67 (18:18, 23:19, 16:21, 21:9)

Für s.Oliver Würzburg spielten:
Tayler Persons 12 Punkte/1 Dreier. Cameron Hunt 11, Mark Ogden 9/1 (7 Rebounds), Joshua Obiesie 8/1, Tyson Ward 8 (5 Assists), Florian Koch 7/1, Micah Downs 6/1, Zach Smith 4, Felix Hoffmann 2 (6 Rebounds).

Top-Performer Ludwigsburg:
Elias Harris 18/1 (7 Rebounds), Barry Brown 18/2, Jaleen Smith 16/2 (11 Rebounds/7 Assists), Jordan Hulls 13/3.

Key Stats:
Ballgewinne: Würzburg 5 – Ludwigsburg 10
Fastbreak-Punkte: Würzburg 9 – Ludwigsburg 14
Fouls: Würzburg 24 – Ludwigsburg 18
Drei-Punkte-Würfe: Würzburg 5 von 16 (31 Prozent) – Ludwigsburg 10 von 35 (29 Prozent)

Cameron Hunt, s.Oliver Würzburg:
„Es fühlt sich immer noch komisch an, vor so wenig Fans zu spielen. Trotzdem sind wir alle sehr froh, dass wir heute in die Saison starten konnten, auch wenn wir noch sehr viel Luft nach oben haben. Ich glaube, dass wir viel besser spielen können.“

Denis Wucherer, Headcoach s.Oliver Würzburg:
„Es war nicht unbedingt ein offensiver Leckerbissen, aber 30 Minuten lang eine relativ enge und hart umkämpfte Partie. Leider konnten wir das Spiel im vierten Viertel nicht mehr offen halten und haben insgesamt sechs Mal den Ball zum Gegner geworfen, bei nur einem Assist. Dazu hat Ludwigsburg dann auch keine Fouls mehr gemacht, auch weil wir zu wenig aggressiv waren. Das hätten wir vielleicht etwas besser verkaufen können, um einfache Punkte an der Freiwurflinie einzusammeln. Das hat im letzten Viertel nicht mehr gut funktioniert. Wir werden daran arbeiten müssen, wie man so ein Spiel bis zum Schluss offen gestaltet.“

John Patrick, Headcoach MHP RIESEN Ludwigsburg:
„Ich bin froh, dass wir gegen eine gute und sehr kämpferische Würzburger Mannschaft gewonnen haben. Der Schlüssel war das vierte Viertel, da waren wir etwas frischer. Unsere Erfahrung und die Verteidigung von Darden, Herzog und Wobo hat uns den Sieg gebracht. Individuell war es ein sehr gutes Spiel von Jaleen Smith und auch von Jordan Hulls gegen seinen Ex-Club. Aber das war nur der Anfang. Ich hoffe, dass wir in diesem Corona-Umfeld auch die beiden Spiele am nächsten Wochenende gegen Ulm und Bamberg spielen können.“