Schwaches 3. Viertel – s.Oliver Würzburg verliert gegen Bonn

WIEDER NACH DER PAUSE DEN FADEN VERLOREN
Erneut ein schwaches 3. Viertel: s.Oliver Würzburg unterliegt mit 73:83 gegen Bonn

Die s.Oliver Arena bleibt ein schwieriges Pflaster für die Heimmannschaft: s.Oliver Würzburg musste sich am 25. Spieltag der easyCredit BBL auch den Telekom Baskets Bonn auf eigenem Parkett geschlagen geben. Nach einer Führung mit 16 Punkten zu Beginn des dritten Viertels verloren die Gastgeber im Angriff völlig den Faden und kassierten zwischen der 26. und 32. Minute einen 21:0-Lauf der Bonner, die die Partie dadurch zu ihren Gunsten entscheiden konnten. Am Ende gab es mit 73:83 die zehnte Niederlage im elften Würzburger Heimspiel der Saison. Bester Punktesammler der Partie war der gebürtige Bonner Florian Koch mit 16 Zählern.

Koch war es auch, der bereits nach sieben Sekunden den ersten Dreier der Partie versenkte, einen Korbleger folgen ließ und damit für die frühe 5:0-Führung von s.Oliver Würzburg sorgte. Auf der anderen Seite traf der ehemalige Würzburger Leon Kratzer nach einem Offensivrebound zum ersten Mal für die Gäste, und danach entwickelte sich ein munteres erstes Viertel.

Dank der besseren Trefferquote von außen lagen die Unterfranken nach zehn gespielten Minuten knapp mit 24:21 in Führung, nachdem die Bonner zwischenzeitlich durch einen 7:0-Lauf ausgleichen konnten (17:17, 8. Minute).

STARKE ERSTE HALBZEIT BRINGT DIE ZWEISTELLIGE FÜHRUNG

Im zweiten Abschnitt konnten die Gastgeber ihren Vorsprung weiter ausbauen – Youngster Julius Böhmer traf in der 13. Minute seinen zweiten Dreier des Spiels aus der linken Ecke zum Zwischenstand von 29:23. Vier Minuten lagen die Hausherren immer noch mit sechs Zählern vorne (38:32), weil sie in dieser Phase des Spiels hinten und vorne sehr konzentriert zu Werke gingen und auch erfolgreiche Aktionen der Rheinländer immer eine Antwort fanden.

Murphy Holloway legte mit 14 Punkten und 8 Rebounds schon vor der Pause fast ein „Double-Double“ auf und hatte großen Anteil daran, dass der Abstand bis zum Seitenwechsel zweistellig wurde. Es wäre sogar mehr drin gewesen als die 47:36-Führung nach einer insgesamt starken ersten Halbzeit, allerdings ließen die Gastgeber mehrmals im Fastbreak Punkte liegen.

Auch aus der Kabine kam s.Oliver Würzburg besser: Wie schon zu Beginn des Spiels war es wieder Flo Koch, der nach einem Offensivrebound in Brettnähe und gleich anschließend von außen traf und die Führung in der 22. Minute auf 16 Punkte erhöhen konnte (52:36).

Kurz darauf kassierten auf Bonner Seite erst Chris Babb und dann Leon Kratzer jeweils ihr viertes Foul. Das schien eine Art Weckruf für die Rheinländer gewesen zu sein: Von diesem Zeitpunkt an hielten sie kämpferisch voll dagegen, trafen auch ihre Dreier besser als in der ersten Halbzeit (1 von 12) und schafften es, das Momentum Stück für Stück auf ihre Seite zu ziehen.

IM DRITTEN VIERTEL KEINE LÖSUNGEN MEHR GEFUNDEN

„Richtig viel ist uns da nicht mehr eingefallen. Bonn hat etwas aggressiver verteidigt, aber das war auf einem Niveau, gegen das man eigentlich ankämpfen und Lösungen finden müsste“, sagte Headcoach Denis Wucherer nach dem Spiel.

Seine Spieler fanden ab der 26. Minute keine Lösungen mehr: Nachdem Julian Albus den Vorsprung von s.Oliver Würzburg durch einen Sprungwurf zum 55:44 wieder in den zweistelligen Bereich gebracht hatte, legten die Gäste einen viertelübergreifenden 21:0-Lauf aufs Parkett, so dass ab der 32. Minute die Hausherren einem zweistelligen Rückstand hinterher laufen mussten (55:65).

Davon erholte sich die Heimmannschaft auch nicht mehr – trotz aller Bemühungen wurde der Rückstand in den letzten acht Minuten nicht mehr kleiner als sieben Zähler. Zwar traf Jonas Weitzel in der 33. und 34. Minute zweimal nach Zuspiel von Julius Böhmer zum 61:68, nach einer Auszeit ihres Trainers Will Voigt spielten die Bonner das Spiel dann aber konzentriert zu Ende.

Gut zwei Minuten vor Schluss kam s.Oliver Würzburg durch einen Albus-Korbleger und zwei Freiwürfe von Cameron Hunt noch einmal auf 69:76 heran, im Gegenzug versenkte dann aber Isaiah Philmore einen Dreier zum 69:79 und machte damit 70 Sekunden vor der Schlusssirene den Deckel drauf auf den Bonner Auswärtssieg.

STATISTIKEN UND STIMMEN ZUM SPIEL

S.OLIVER WÜRZBURG -TELEKOM BASKETS BONN 73:83 (24:21, 23:15, 8:25, 18:22)

Für s.Oliver Würzburg spielten:
Florian Koch 16 Punkte/2 Dreier (8 Rebounds), Murphy Holloway 14 (9 Rebounds), Cameron Hunt 9, Jonas Weitzel 8, Tyson Ward 8, Julius Böhmer 6/2, Perry Jones 6 (6 Rebounds), Julian Albus 4, Joshua Obiesie 2, Alex King.

Top-Performer Bonn:
Jalen Hudson 14/2, Chris Babb 13/2, Alex Hamilton 11, James Thompson 10 (7 Rebounds), Leon Kratzer 8 (2 Blocks).

Key Stats:
Punkte in der Zone: 
Würzburg 30 – Bonn 42
Zweierquote: Würzburg 44 Prozent – Bonn 65 Prozent

Denis Wucherer, Headcoach s.Oliver Würzburg:
„Unsere erste Halbzeit war ganz ok – der Ball ist gelaufen und wir haben vernünftig verteidigt. Das dritte Viertel war dann schwierig, vor allem die Entscheidungsfindung. Da fehlt uns vielleicht auch etwas Substanz und Qualität, denn so richtig viel ist uns da nicht mehr eingefallen. Bonn hat etwas aggressiver verteidigt, aber das war auf einem Niveau, gegen das man eigentlich ankämpfen und Lösungen finden müsste. Wir hoffen, dass Rob Lowery als Führungsspieler vielleicht in ein bis zwei Wochen zurückkommen und uns wieder mehr Stabilität geben kann. Vielleicht hätte Julius Böhmer heute länger spielen müssen, weil er es gut macht und nicht so viel nachdenkt wie die anderen, die dann schwierige Entscheidungen treffen. Aber auch auf anderen Positionen hatten wir Jungs, die nicht das abgeliefert haben was wir brauchen, um eine Chance zu haben, in der BBL Spiele zu gewinnen.“

Will Voigt, Headcoach Telekom Baskets Bonn:
„Wir haben in der Pause in der Kabine darüber gesprochen, wie wir auf die widrigen Umstände reagieren wollen. In der ersten Halbzeit hat die Einstellung nicht gestimmt, wir haben uns von Kleinigkeiten viel zu sehr beeinflussen lassen. Im dritten Viertel hat Chris Babb dann gleich sein viertes Foul bekommen, und das war für mich der Moment, an dem sich entscheidet, ob wir aufgeben oder kämpfen. Meine Spieler haben nicht aufgegeben, und das Resultat hat man dann gesehen.“