Sportvereine sorgen laut BLSV für Bauboom in schwieriger Zeit

Herbsttagung der Spitzengremien des BLSV

Vor dem Hintergrund der bislang schwersten Monate in der 75-jährigen Geschichte des BLSV trafen sich die Vertreter der Spitzengremien des Verbandes am Wochenende zu ihrer virtuellen Herbsttagung. Dabei standen bei der Sitzung des Verbandsausschusses neben der Corona-Pandemie und deren Auswirkungen auf den Sport in Bayern insbesondere die positiven Entwicklungen im Sportstättenbau, die Stärkung des Ehrenamts sowie verbandsinterne Fragestellungen im Mittelpunkt.

Sport vs. Corona: Stufenplan für die Rückkehr zum Sport

Die Auswirkungen der Corona-Krise auf den Sport in Bayern sind nach wie vor gravierend – die aktuell geltenden Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie wurden zuletzt bis zum 20. Dezember verlängert. Um dem vom BLSV prognostizierten Verlust von mehr als 100.000 Mitgliedern in den bayerischen Sportvereinen zum Jahresende entgegenzuwirken, muss die beschlossene Schließung der Indoor-Sportanlagen im Freizeit- und Amateursportbereich aufgehoben werden. Diese Forderung unterstrich der BLSV am Wochenende nochmals bei seiner Herbsttagung und untermauerte dies mit einem Corona-Stufenplan in Anlehnung an den 7-Tage-Inzidenzwert, den der Verband der Politik in den letzten Tagen zur Anwendung vorgeschlagen hatte. Der Sport müsse als Teil der Lösung schnellstmöglich wieder die Möglichkeit bekommen, seinen Beitrag zur Gesunderhaltung der Menschen zu leisten, so die einhellige Meinung der Delegierten des BLSV-Verbandsausschusses.

Darüber hinaus wurden bei der Herbsttagung die gute Zusammenarbeit mit der Politik und die damit verbundenen finanziellen Unterstützungsleistungen der Bayerischen Staatsregierung hervorgehoben. Die Verdopplung der Vereinspauschale von 20 auf 40 Mio. Euro im April war hierbei ein erster wichtiger Schritt, dennoch sind zukünftig weitere Hilfspakete für die Sportvereine und Sportfachverbände nötig. Hierzu ist der BLSV im intensiven Austausch mit der Politik. Darüber hinaus wurde im Verbandsauschuss besprochen, dass Vereine, die von der Corona-Krise betroffen sind, noch bis 31. Januar 2021 auf dem bundeseinheitlichen Portal www.ueberbrueckungshilfe-unternehmen.de außerordentliche staatliche Wirtschaftshilfen (sog. „Novemberhilfen“) beantragen können.

Sonderprogramm für den Sportstättenbau meldet Rekord

Trotz der Einschränkungen durch die Corona-Pandemie gibt es im Jahr 2020 auch rekordverdächtige positive Entwicklungen zu vermelden: Im Bereich der Förderung des Freistaats Bayern für den vereinseigenen Sportstättenbau hat sich das Antragsvolumen enorm entwickelt und seit 2016 vervierfacht. Bis Ende dieses Jahres erwartet der BLSV, die Grenze von 1.000 Bauanträgen pro Jahr zu überschreiten, damit überschreitet das Bauvolumen der Vereine in 2020 die Grenze von 170 Millionen Euro. Ein Aspekt, der auch für die heimische Bauwirtschaft einen „Push“ bedeutet und ein echter Konjunkturmotor ist. Dazu BLSV-Präsident Jörg Ammon: „Insbesondere das Sonderförderprogramm für finanzschwache Regionen ist seit 2019 wie ein Turbo durch die bayerische Sportwelt gegangen – diese Resonanz ist herausragend. Gerade im Sportstättenbau machen sich unsere Sportvereine fit für die Zukunft. Als beliehener Unternehmer des Freistaats Bayern begleiten wir sie dabei gerne, digitalisieren unsere Prozessabläufe und setzen uns als Ansprechpartner für den Sportstättenbau intensiv für ihre Interessen ein. Die geplante Verlängerung des Sonderprogramms in 2021 ist in schwieriger Zeit ein starkes Zeichen der bayerischen Politik.“

„Entlastung des Ehrenamts ist in der aktuellen Situation überlebenswichtig“

Ohne Ehrenamt kein Sport: Das Engagement von rund 300.000 ehrenamtlich Tätigen im bayerischen Sport ist die Grundvoraussetzung für den Sportbetrieb. Dies wurde bei der Herbsttagung von Sozialministerin Carolina Trautner sowie Digitalisierungsministerin Judith Gerlach bestätigt, die sich in zwei Videobotschaften* an die Delegierten des BLSV-Verbandsausschusses wendeten. Dabei standen Initiativen des BLSV wie etwa ein spezielles Mentoring-Programm zur Förderung des ehrenamtlichen Nachwuchses oder der BLSV-Ehrenamtspreis im Fokus, bei denen Staatsministerin Carolina Trautner als Schirmherrin fungiert. In die Zukunft weist die digitale Plattform BLSVdigital, die „als „Musterbeispiel für digitales Vereinsmanagement auch als Impulsgeber für andere Ehrenamtsorganisationen in Bayern dienen kann“, so Staatsministerin Judith Gerlach.

Weitere wichtige Impulse für das Ehrenamt in bayerischen Sportvereinen gab es aus der Bundespolitik. So sind derzeit eine Erhöhung der Übungsleiterpauschale auf 3.000 €, eine Erhöhung der Ehrenamtspauschale auf 840 € sowie zusätzliche Steuerbefreiungen für Sachleistungen aufgrund einer Ehrenamtskarte in Planung. Der Bundesrat hat diesen Maßnahmen bereits zugestimmt. BLSV-Präsidiumsmitglied Udo Egleder: „Die Corona-Pandemie mit ihren Folgen für unsere Vereine und Sportfachverbände wird uns auch im kommenden Jahr noch beschäftigen. Daher sind diese steuerlichen Erleichterungen gerade in der aktuellen Situation überlebenswichtig und ein echter Schub für unser Ehrenamt. Denn ohne unsere rund 300.000 ehrenamtlich Engagierten im bayerischen Sport wären die anstehenden Herausforderungen nicht zu meistern. Das Ehrenamt ist der soziale Kitt unserer Gesellschaft.“

Verstärkung für die Entwicklung des bayerischen Sports insbesondere im Leistungssport

Ferner wurden bei der Herbsttagung verbandsinterne Themen erörtert. Unter anderem wurde dabei bekannt gegeben, dass im BLSV die wichtige Position eines Geschäftsleitungsmitglieds Sportentwicklung insbesondere für den Leistungssport ab 1. Januar 2021 neu besetzt wird. Besonders für die bevorstehenden Sport-Großereignisse wie die Nordische Ski-WM 2021 in Oberstdorf, die olympischen und paralympischen Sommerspiele in Tokio 2021, die European Championships 2022 in München oder die Kanuslalom-WM 2022 in Augsburg sowie für die Betreuung zukünftiger olympischer Athleten aus Bayern durch die Sportfachverbände ist dies ein wichtiger Schritt.