Versuchter Enkeltrick – Tschechin in Untersuchungshaft

Erneut sind Enkeltrickbetrüger in Unterfranken bei ihrem Versuch gescheitert, einen Senior um sein Erspartes zu bringen. Der ältere Mann durchschaute die Masche sofort, ließ sich jedoch nichts anmerken und ermöglichte dadurch die Festnahme einer Tatverdächtigen.
Am Donnerstagvormittag meldeten sich die Betrüger erstmals telefonisch bei dem Mann aus Waldbrunn. In dem Gespräch brachte der Senior bewusst seine Nichte „Maria“ ins Spiel. Was die Anruferin zu diesem Zeitpunkt nicht ahnte, ist die Tatsache, dass sie inzwischen selbst zur Getäuschten wurde und eine Angehörige mit diesem Namen überhaupt nicht existiert.
Wie bei der Betrugsmasche üblich, wollte die falsche Nichte einen größeren Geldbetrag für einen angeblich bevorstehenden Wohnungskauf. Der Senior erklärte sich hilfsbereit sicherte in dem Telefonat zu, 20.000 Euro auf der Bank abzuheben und das Geld zur Verfügung zu stellen. Er griff nach dem Anruf sofort zu seinem Handy und wählte den Notruf. Durch diese geschickte Vorgehensweise blieb die Festnetzleitung für etwaige „Kontrollanrufe“ der Täter frei. Gleichzeitig konnte die Polizei die notwendigen Maßnahmen in die Wege leiten, um die Festnahme der Tatverdächtigen zu ermöglichen.
Die Beschuldigte, eine 40-jährige tschechische Staatsangehörige ohne bekannten Wohnsitz in Deutschland, wurde bei der Geldabholung von Kripobeamten aus Würzburg vorläufig festgenommen. Sie wurde auf Anordnung der Staatsanwaltschaft am Freitag dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der die Untersuchungshaft wegen des dringenden Verdachts des versuchten Betruges anordnete. Die Tatverdächtige sitzt inzwischen in einer Justizvollzugsanstalt ein.