Vorstandsvorsitzender Daniel Sauer verlässt die Würzburger Kickers

Sportlich bemerkenswerte Erfolge, unter anderem mit zwei Spielzeiten in der 2. Bundesliga, eine kontinuierliche Verbesserung und Ausbau der Club-Strukturen sowie die erfolgreiche DFB-Zertifizierung des Nachwuchsleistungszentrum – an diesen Entwicklungen und Ereignissen hatte Daniel Sauer während seiner fünfeinhalb-jährigen Amtszeit als Vorstandsvorsitzender des FC Würzburger Kickers entscheidenden Anteil. Nun verlässt er die Chefetage am Dallenberg. Ein Blick zurück.

Zwei Aufstiege, zwei Landespokalsiege – das sind gewiss die sportlich herausragenden Erlebnisse, die Daniel Sauer in bester Erinnerung behalten wird. „Neben den unzähligen Begegnungen und der gemeinsamen Arbeit mit tollen und engagierten Mitarbeitern, Trainern, Betreuern, Mitgliedern und Ehrenamtlern aus der großen Kickers-Familie“, fügt er gleich hinzu, wenn er in diesen Tagen zu einer persönlichen Bilanz gefragt wird. Und er wird oft gefragt. Von Medien. Von Sponsoren. Vom Mitarbeiter-Team. Von Fans. Als Vorstandsvorsitzender war er in den letzten Jahren das Gesicht der Kickers.

Große strukturelle Fortschritte

Im Dezember 2015 übernahm Daniel Sauer die Geschicke am Dallenberg. Zu jener Zeit waren die Rothosen gerade erst frisch in den deutschen Profifußball zurückgekehrt und wurden noch vielfach belächelt, wenn es um die Zielsetzung ging, sich hier dauerhaft zu etablieren. Wenn er nun die Kickers am 1. Juli an seinen Nachfolger Christian Jäger übergibt, starten die Profis in ihre siebte Saison in Folge in Liga 2 oder Liga 3. Die Kickers sind fester Bestandteil im deutschen Profifußball!

„Wir haben alle gemeinsam große Fortschritte in den letzten Jahren gemacht“, sagt der 39-Jährige Ex-Handballprofi und will das Lob für den Weg der Kickers auf gar keinen Fall allein einheimsen. „Ohne das Herzblut und die Leidenschaft eines jeden einzelnen im Verein wäre diese Entwicklung niemals möglich gewesen!“, hebt Sauer das Team hervor.

Die gesamte Amtszeit als persönliches Highlight

Über seine Zeit am Dallenberg spricht er mit ungebrochener Begeisterung. Sauer erzählt von einer „intensiven, nervenaufreibenden und schönen Zeit“. Mit vielen Höhepunkten, Aufstiegen, Pokalspielen und Siegen. Aber als persönliches Highlight bezeichnet er nur „die gesamte Amtszeit!“ Er war eben nicht nur der Vorstandsvorsitzende, sondern auch Fan des Vereins, den er selbst führen durfte. Das bleibt er auch nach seinem Ausscheiden, für das er sich schon Ende 2020 persönlich entschieden hatte: „Der Verein wird immer einen festen Platz in meinem Herzen haben.“

Man spürt die große Dankbarkeit, die er gegenüber allen Verantwortlichen hat. Auch bei den Fans möchte er sich zum Ende seiner Amtszeit nochmal bedanken. Vor allem bei denen, die auch in schweren Zeiten immer hinter ihm standen. „Natürlich gab es auch Kritiker, aber das habe ich nie persönlich genommen, sondern vielmehr als Ansporn, den Verein jeden Tag ein kleines Stück besser zu machen“, erzählt der scheidende Vorstandsvorsitzende.

Daniel Sauer hat sich als Ex-Profi-Sportler auch in schlechten Zeiten immer dem Gegenwind gestellt. Den beiden Zweitliga-Aufstiegen folgten direkte Abstiege. Viel prasselte in diesen Zeiten auf die Spieler, die Trainer und die Führungspersonen ein. Der 39-Jährige hat die Kritik immer auch als Motivation gesehen, als Möglichkeit, etwas besser zu machen. So hat er auch in den letzten Wochen vor allem wieder an den Grundlagen gearbeitet, damit die Kickers nach der letzten Spielzeit 2020/21 im kommenden Jahr stärker und neu aufgestellt zurückkommen! Hört man ihn von dem viel beschworenen Neustart mit Überzeugung sprechen, klingt es keinesfalls nach abgedroschenen Phrasen, sondern wie eine Mission. Die Mission der Wiedergutmachung. „Wir haben die letzte Saison aufgearbeitet und reflektiert, jetzt ist die Zeit da, nach vorne zu schauen“, erzählt Sauer.

Mit Christian Jäger als künftiger Vorstandsvorsitzender, Sebastian Schuppan als Vorstand Sport und Torsten Ziegner als Cheftrainer seien die entscheidenden Positionen für die Zukunft bestens aufgestellt. Das konnte er in den letzten Tagen und Wochen der Übergabe und gemeinsamen Arbeit spüren. „Alle brennen auf die neue Spielzeit, sind hochmotiviert und optimistisch!“, führt er weiter aus. Er habe in der neuen Konstellation ein „super Gefühl“ und könne daher guten Gewissens seine Tätigkeit als Präsident und Vorstandsvorsitzender beenden.

Ruhe genießen und Doktorarbeit vollenden

Daniel Sauer will sich im Juli erst einmal eine Auszeit nehmen und freut sich auf den ersten Urlaub ohne Handy und Laptop seit zehn Jahren. Er will die Ruhe genießen und sich dann ganz entspannt darüber Gedanken machen, wie es für ihn persönlich weitergeht. Ein erstes Ziel ist die Vollendung seiner Doktorarbeit. „Die hat in den letzten Jahren etwas gelitten“, lacht der gebürtige Würzburger.

„Nach so vielen Jahren muss ich aufpassen, dass ich nicht aus Gewohnheit am Morgen zum Dalle fahre“, scherzt Sauer. Den Weg hierhin finden wird aber sicherlich sowieso regelmäßig als Kickers-Fan. Eine lebenslange Dauerkarte hat ihm Thorsten Fischer bereits versprochen. Wo immer sein Weg ihn auch hin verschlagen wird, sein Zuhause bleibt immer der Dalle. Die „Zeit hier hat mich geprägt und ich habe wahnsinnig viele Erfahrungen sammeln können. Dafür bin ich dem Verein und vor allem Thorsten Fischer auf ewig dankbar. Wir haben gemeinsam viel erlebt, diese Zeit werde ich nie vergessen“, sagt Daniel Sauer.

(Quelle: Würzburger Kickers)