Würzburger Kickers beenden virtuelle Bundesliga auf Rang 11

GEMISCHTE GEFÜHLE: EROTHOSEN BEENDEN ERSTE VBL-SAISON AUF RANG 11

Der 1. FC Heidenheim, Zweiter der Hauptrunde der Division Süd-Ost, krönte sich am letzten März-Wochenende zum deutschen Meister der virtuellen Bundesliga. Und das als Neuling. Denn die Zocker von der Brenz nahmen erstmals an der VBL teil. Genauso wie das Team des FC Würzburger Kickers. Allerdings reichte es für die Rothosen nur zum undankbaren 11. Platz in der Hauptrunde. Ein nicht zufriedenstellendes Abschneiden, wie Teamkapitän Marcel „Marlut“ Lutz offen zugibt.

 

Eine Ehre, die Würzburger Kickers zu vertreten

„Wir hatten uns deutlich mehr erhofft. Unser Ziel war es, unter die ersten sechs Teams zu kommen, um uns für das Final-Wochenende der VBL zu qualifizieren“, meint Lutz geknickt. Der 24-Jährige hatte für den VfB Stuttgart bereits zwei Spielzeiten absolviert und konnte sehr gut einschätzen, was auf sein neu zusammengestelltes Team zu kommt. Manager Marvin Hintz, selbst erfahrener eSportler und ehemaliger Zocker Bayer Leverkusens, formierte um Lutz ein schlagfertiges Quartett für die VBL-Premierensaison. Neben Lutz vertraten die Rookies Alexandros „Viper“ Dratzidis, David „Dave“ Queck und Niko „Niko29Caniglia10“ Caniglia den FWK an der Konsole.

„Die Vorfreude auf die Saison war riesig. Die Teamchemie passte, ebenso wie die Zusammenarbeit mit den Vereinsverantwortlichen und Marvin (Anm.d.Red.: Hintz, Teammanager). Es war eine Ehre, den FC Würzburger Kickers in seiner ersten Saison in der VBL vertreten zu dürfen“, sagt der gebürtige Marbacher. Doch letztlich erfüllten die Gamer ihre eigenen Erwartungen aber nicht. Vor allem die fehlende Konstanz in den Einzeln macht Lutz verantwortlich. Während von Beginn an das Zusammenspiel mit Dratzidis sehr gut klappte und das Duo lange zu besten der Liga gehörte, wollte im Einzel sowohl an der Xbox als an der Plystation 4 nur wenig gelingen. Insgesamt holten Lutz und Co. nur neun Siege. Im Doppel gelangen sieben.

Stark im Doppel, zu unkonstant in den Einzeln

„Im 2vs2 hatten wir unsere besten Ergebnisse, obwohl das sehr schwer zu trainieren ist. Im Einzel, was wir täglich spielen, haben wir uns hingegen sehr schwer getan“, schätzt der Teamkapitän ein. Das zeigte sich schon nach wenigen Spielen. Zwar starteten die eRothosen mit einem respektablen 3:3 gegen den späteren Süd-West-Meister RB Leipzig und boten auch den hochgehandelten Augsburgern fulminant Paroli. Doch danach folgten kaum mehr desartige Höhepunkte. Nur gegen Jahn Regensburg erwischten die Würzburger Zocker einen Sahnetag und siegten mit 9:0.

„Wir wollten als Underdog die Liga aufmischen. Allerdings konnten wir nie richtig überzeugen“, resümiert Lutz. Vor allem er selbst erreichte in wenigen Partien sein Leistungsniveau. Nur ein Einzelsieg stand letztlich in seiner Bilanz. „Das tut schon sehr weh. Ich hätte vorneweggehen und hätte als Teamkapitän die anderen mitreißen müssen. Das ist mir nicht gelungen“, sagt Lutz. Aufwand und Ertrag standen so nie in einem zufriedenstellenden Verhältnis. Denn alle hätten sehr viel investiert, sehr viel trainiert und hätten sich nie entmutigen lassen. „Die Jungs haben alles reingeworfen und sich immer wieder gegenseitig gepusht. Aber in den Einzeln hat es nie clic gemacht“, so der 24-Jährige. Auch Teammanager Hintz findet, dass die Jungs alles gegeben hätten und er ihnen keinen Vorwurf mache.

Hoffnung auf eine weitere Saison

Nach gutem Start – nach acht Spieltagen standen sie auf Platz fünf – rutschten die Würzburger kontinuierlich ab und standen am Saisonende komplett mit leeren Händen da. Selbst der Sprung unter die besten Zehn, mit dem zwei Spieler an der Qualifikation zur deutschen Einzelmeisterschaft hätten teilnehmen dürfen, gelang nicht. „Es war bis zum Ende spannend. Unter dem Strich war mehr drin, selbst wenn es für unsere Saison ordentlich war, weil sich die Jungs auch erst finden mussten“, beurteilt Hintz. Letzten Ende spiegele der Platz aber die Leistung über die gesamte Saison wieder, findet Lutz, der die Erfahrungen dieser enttäuschenden Spielzeit gerne mit in die nächste nehmen würde. Doch ob die eRothosen auch kommende Saison in der VBL starten, liegt am Abschneiden des Würzburger Zweitliga-Teams. Gelingt den Kickers nämlich der Klassenerhalt nicht, ins auch eine Teilnahme an der VBL nicht möglich, da nur Vereine aus den beiden deutschen Topligen startberechtigt sind.