Würzburger Kickers chancenlos beim FC St. Pauli

0:4-NIEDERLAGE BEIM FC ST. PAULI

Die Hoffnungen auf den zweiten Auswärtssieg in Folge haben sich nicht erfüllt. Im Gegenteil: Am 29. Spieltag unterlag der FC Würzburger Kickers dem FC St. Pauli deutlich mit 0:4 (0:3). Bereits nach 22. Minuten stand es 0:3. Omar Marmoush (4.), Rico Benatelli (17.) und Leart Pacarada (22.) hatten für die Kiezkicker getroffen. Nur vier Minuten nach der Pause erhöhte Daniel-Kofi Kyereh. Dabei sollte es bleiben.

Fünf Wechsel

Wie schon gegen den 1. FC Nürnberg tauschte FWK-Cheftrainer Ralf Santelli seine Startelf auf fünf Positionen. Zwischen den Pfosten ersetzte Fabian Giefer den Adduktoren verletzten Hendrik Bonmann. Rolf Feltscher verteidigte links für Arne Feick. Zudem rutschten Daniel Hägele, Martin Hašek und Marvin Pieringer in die Anfangsformation. Patrick Sontheimer saß seine Sperre nach der fünften Gelben Karten gegen den FCN, Mitja Lotrič und Dominic Baumann nahmen zunächst auf der Ersatzbankplatz. Verletzungsbedingt nicht im Kader standen Nzuzi Toko (Knieprobleme), Ewerton (Muskelverletzung), Hendrik Hansen (Knieprobleme), Luke Hemmerich (Aufbautraining), Robert Herrmann (Mittelohrentzündung) und Stefan Maierhofer (Rückenprobleme).

Marmoush trifft früh

Bei besten äußeren Bedingungen am Hamburger Millerntor wurden die Rothosen nach wenigen Minuten kalt erwischt. Geriet Finn Ole Beckers Abschluss noch zu schwach (2.), landete Marmoushs Schuss von der Strafraumkante hinter dem machtlosen Giefer zur frühen Pauli-Führung in den Maschen. Der Ball wurde von einer Würzburger Hacke unhaltbar abgefälscht (4.).

Die Gastgeber hatten in der ersten Viertelstunde mehr vom Spiel. Rodrigo Zalazars Freistoß aus 18 Metern hielt Giefer sicher (12.). Wenig später zog der Uruguayer im Strafraum ab, das Leder kullerte abgefälscht am rechten Pfosten vorbei (16.). Da fehlte nicht viel und es hätte 2:0 für die Kiezkicker gestanden. Das holte nach der darauffolgenden Ecke dann Benatelli nach. Hielt Giefer gegen Philipp Ziereis noch stark, drückte die Ex-Rothose das Leder aus Nahdistanz über die Linie (17.).

Und es dauerte keine drei Minuten, lag der Ball schon wieder im Netz der Santelli-Elf. Paqarada hatte zu viel Platz und setzte das Spielgerät punktgenau neben den linken Pfosten (22.). Die Paulianer hatten die Partie gegen schwache Kickers fest im Griff und ließen auch defensiv nichts anbrennen. Erst nach 34 Minuten kamen die Rothosen erstmals zum Abschluss. Nach einem Ballgewinn Ridge Munsys wurde Pieringer geblockt, den Nachschuss setzte David Kopacz in den Fangzaun. Mehr gelang den in den Schlussminuten der ersten Hälfte zumindest bemühten Würzburgern nicht mehr. St. Pauli behielt stets den Hut auf und führte nach 45 Minuten hochverdient mit 3:0.

Drei Wechsel zur Pause

Dementsprechend deutlich fiel auch Santellis Halbzeitansprache aus, der drei Wechsel folgten. Rajiv van La Parra, Dominic Baumann und Mitja Lotrič ersetzten die offensive Mittelfeldreihe Kopacz, Pieringer und Hašek. Genutzt haben weder seine Worte noch die Veränderungen. Es dauerte keine fünf Minuten legten die Hamburger den vierten Treffer nach. Nach Paqaradas Eckball versenkte Kyereh den Ball volley ins Netz (49.).

St. Pauli gab ununterbrochen den Ton an und hatte weitere gute Möglichkeiten. Lukas Daschner schoss rechts vorbei (61.), Maximilian Dittgen ebenfalls (62.) und Kyereh jagte das Leder über den Balken (63.). Paqaradas Flanke köpfte Daschner völlig freistehend vorbei (66.). Die Rothosen konnten sich glücklich schätzen, nicht schon höher zurückzuliegen. Kurz darauf ersetzte Vladimir Nikolov Munsy in der Spitze (63.), später kam noch Arne Feick für Frank Ronstadt (82.).

Viel sollte aber nicht mehr passieren. Die Hamburger schalteten in den Verwaltungsmodus, die Kickers konnten offensiv ebenfalls keine Akzente mehr setzen.

Bereits in drei Tagen am Dienstag, 20. April, um 18:30 Uhr empfangen die Rothosen den SV Darmstadt 98. Der FC St. Pauli spielt tags darauf bei Fortuna Düsseldorf.

 

Ralf Santelli (Cheftrainer FC Würzburger Kickers): Glückwunsch an St. Pauli für das tolle Auftreten. Ich bin fast geneigt, mich bei meinem Kollegen für die fehlende Belastung seiner Jungs zu entschuldigen. Für uns war die Partie sehr bitter. Wir haben heute alles vermissen lassen, was wir im Abstiegskampf brauchen. Das soll aber keineswegs die Leistung des FC St. Paulis schmälern. Sie haben die Räume, die wir ihnen gegeben haben, genutzt. Wir wollten es ihnen heute deutlich schwerer machen, haben aber schlichtweg nicht performt.

Timo Schultz (Cheftrainer FC St. Pauli): Die Partie hat optimal für uns begonnen mit dem Tor, das abgefälscht wurde. Danach war es über die gesamte Spieldauer eine sehr dominante Leistung. Wir haben sehr wenig hinten anbrennen lassen. Darauf lag der Fokus. Wir wollten ihnen nichts geben, damit sie nicht ins Umschalten kommen. Und dass wir uns vorne Chancen erspielen können, wissen wir. Das haben die Jungs heute wirklich sehr gut gemacht.

Fabian Giefer (Torwart FC Würzburger Kickers): Aufgrund unseres schwachen Auftretens ist das Ergebnis verdient. Wir hatten mit dem FC St. Pauli eine sehr starke Mannschaft gegen uns, bei der alles funktioniert hat und die in einigen Situationen auch das Quätchen Glück hatte. Wir haben uns mehr vorgenommen, aber haben uns sehr schwer getan. Durch die frühen Gegentoren sind wir schnell in die Schranken gewiesen worden, so dass es sehr schwer wurde für uns zurückzukommen. Wir wollen in die kommenden Partien den Rückenwind aus den Duellen gegen Hannover und Nürnberg mitnehmen. WIr stehen am Anfang einer englischen Woche. Die Niederlage haken wir jetzt ab und gehen selbstbewusst ins nächste Spiel rein.

Aufstellung

St. Pauli: Stojanovic – Zander, Ziereis, Lawrence (56. Reginiussen), Paqarada – Benatelli – Becker (72. Wieckhoff), Zalazar (56. Viet) – Kyereh (77. Makienok) – Marmoush (56. Daschner), Dittgen.

Würzburg: Giefer – Ronstadt (82. Feick), Strohdiek, Kraulich, Feltscher – Dietz, Hägele – Hašek (46. Lotrič), Pieringer (46. van La Parra), Kopacz (46. Baumann) – Munsy (63. Nikolov).

Tore: 1:0 Marmoush (4.), 2:0 Benatelli (17.), 3:0 Paqarada (22.), 4:0 Kyereh (49.).

Gelbe Karten: Dittgen (59.).
Schiedsrichter: Christian Dingert (Gries).