Würzburger Kickers im Heimspiel gegen den Hamburger SV

22. SPIELTAG: NACH SCHULTERSCHLUSS MIT DEN FANS OPTIMISTISCH INS DUELL DER ROTHOSEN

Es wird eines der Highlights der Vereinsgeschichte. Der Hamburger SV, über Jahrzehnte aus der Bundesliga nicht wegzudenken, gastiert zu einem Punktspiel am Würzburger Dallenberg. Am 22. Spieltag kommt es am Sonntag, 21. Februar 2021, um 13:30 Uhr zum Duell der Rothosen. Während die einen als Tabellenführer den Aufstieg fest im Blick haben, geht es für die anderen um den Verbleib in der Liga. Aber trotz klar verteilter Rollen und emotional schwieriger Wochen gehen die Würzburger mit breiter Brust in das Duell, vor allem nach dem Schulterschluss mit den Fans, auf deren Unterstützung die Mannschaft um Kapitän Arne Feick zählen kann.

Der Schulterschluss mit den Fans

Beim Flutlichtheimspiel gegen Fortuna Düsseldorf (2:1 für den FWK) hatten die Fans vor ihrer eigentlichen Heimat, dem Block 1, der seit Monaten leer bleiben muss, ein Banner angebracht, auf dem zu lesen war: EINE STADT, EIN VEREIN, EIN ZIEL – KÄMPFEN UM DEN KLASSENERHALT! Diesen Spruch nahmen die Spieler nun zum Anlass, ließen ebenfalls ein Banner mit den gleichen Worten anfertigen und präsentierten dies vor dem Freitagstraining. „Leider können die Fans aktuell nicht im Stadion sein, aber sie stehen auch in der aktuellen Zeit immer hinter uns. Daher war uns als Mannschaft sehr wichtig, ihnen zu zeigen, was uns ihre Unterstützung bedeutet, wie bedeutend der Zuspruch ist. Daraus ziehen wir Motivation, Kraft und Energie für das letzte Saisondrittel“, unterstreicht Kapitän Arne Feick.

Auch Cheftrainer Bernhard Trares betonte nochmals ihre Wichtigkeit in der aktuellen Phase, vor allem für die Moral der Truppe, die in den vergangenen Wochen Düsseldorf, Fürth und Kiel gekonnt die Stirn bot. Dass der Ertrag geringer als möglich ausfiel, lag auch an Schiedsrichter-Fehlentscheidungen. Die jedoch spielten trotz allem Ärger in der Trainingswoche keine Rolle mehr. „Wir waren natürlich sehr enttäuscht. Dennoch richten wir den Blick nach vorne und fokussieren uns auf die nächsten Aufgaben. Wir wollen die Wut in positive Energie umwandeln, um auch gegen den HSV ein starkes Spiel zu machen“, brennt Christian Strohdiek auf das Duell gegen den aktuellen Klassenprimus.

Der HSV will unbedingt zurück in die Bundesliga

Und der will dieses Jahr unbedingt die Rückkehr in die Bundesliga schaffen. Nach zwei vierten Plätzen holte der einstige Bundesliga-Dino vor der Saison Daniel Thioune aus Osnabrück für diese Mission. Erst drei Niederlagen kassierten die Hamburger, zuletzt Anfang Dezember 2020 gegen Hannover 96 (0:1), eine der wenigen Partien, in denen Torgarant Simon Terrode nicht traf. Mittlerweile 19 Treffer hat der Mittelstürmer auf dem Konto. Auch im Hinspiel gab er mit seinem Doppelpack den Ausschlag für den späten 3:1-Erfolg. Mit Jeremy Dudziak (acht Assists) und Sonny Kittel (sieben Assists) haben die Nordlichter zudem zwei der besten Vorlagengeber der Liga in ihren Reihen.

Seit nunmehr neun Partien sind die Hanseaten somit ungeschlagen, mussten sich zuletzt aber in Aue (trotz Führung) und gegen Fürth (trotz Überzahl) mit nur einem Zähler begnügen. „Daher wollen wir die Partie in Würzburg mit aller Macht gewinnen“, sagt HSV-Coach Daniel Thioune, wohl wissend, was ihn am Dallenberg erwartet. Schließlich haben die Kickers eine „ganz andere Mannschaft, die zuletzt gerade gegen Top-Mannschaften sehr gut im Spiel waren.“ Daher erwartet der Übungsleiter, der auf den Gelb-gesperrten Stephan Ambrosius sowie die verletzten Klaus Gjasula und Toni Leistner verzichten muss, einen im Vergleich zum Hinspiel stark veränderten sowie verbesserten Gegner und „eine sehr spannende Aufgabe“.

Die Rollen sind klar verteilt

Die Favoritenrolle haben aber natürlich die Hamburger inne. Das weiß auch Bernhard Trares: „Sie sind eine Ballbesitz-Mannschaft und werden uns versuchen, zu bespielen. Sie sind das Topteam der Liga, haben kaum Schwächen.“ Dennoch wollen die Kickers, die zuletzt drei Heimspiele in Folge ungeschlagen blieben, ihre minimale Chance nutzen. „Wir spielen sehr ordentlich. Nur unsere Ballgewinne und die daraus resultierenden Konter müssen wir ruhiger zu Ende spielen“, so Trares, der, wie Frank Ronstadt und Ewerton, eine Vergangenheit bei den Hamburgern hat. Als Assistent von Bruno Labbadia führte er den HSV in der Saison 2015/16 auf Rang zehn in der Bundesliga. „Nach einem schlechten Start in der darauffolgenden Spielzeit erfolgte dann die Trennung. Aber es war eine sehr schöne Zeit“, erinnert sich der Übungsleiter gerne zurück.

Für Sentimentalitäten ist am Sonntag aber kein Platz. Denn die Punkte sollen unbedingt in der Domstadt bleiben. „Wir sind jetzt dran nach den vergangenen Spielen, die jeweils sehr eng waren. Unter normalen Umständen hätten wir schon in Fürth und Kiel gepunktet“, glaubt der 55-Jährige. Auf mehr Spielzeit hofft im insgesamt vierten Duell gegen die norddeutschen Rothosen – die anderen beiden waren 1924 (1:5) und 1930 (5:3) – Neuzugang Rajiv van La Parra: „Jetzt hoffe ich, dass ich in den kommenden Begegnungen mehr Einsatzzeit bekomme, um meine Qualitäten auf dem Platz zu zeigen und eine wichtige Rolle für das Team zu spielen.“

Ein unangenehmer Gegner wollen die Kickers sein

Am liebsten schon am Sonntag. „Wir haben großes Vertrauen in unsere Stärken. Wir wollen es schaffen, dass sich der HSV nicht wohl fühlt. Die Hamburger haben sehr gute Spieler, die sehr gut am Ball sind. Wir müssen sie unter Druck setzen, damit sie nicht viel Zeit haben. Wir müssen ein unbequemer Gegner sein und die Chancen, die wir bekommen, nutzen.“