Würzburger Kickers mit Unentschieden zum Zweitliga-Abschluss

1:1 GEGEN PADERBORN: KICKERS VERABSCHIEDEN SICH MIT REMIS AUS DER 2. LIGA

Mit einem 1:1-Remis am 34. Spieltag gegen den SC Paderborn verabschiedet sich der FC Würzburger Kickers aus der 2. Bundesliga. In einer offenen Begegnung mit Vorteilen für die Gäste vor dem Seitenwechsel brachte Sven Michel den SCP in Führung (11.). Direkt nach dem Wiederanpfiff glichen die Rothosen aus, als Aristote Nkaka einen Schuss von Patrick Sontheimer ins eigene Netz lenkte (46.)

 

Im Vergleich zum 2:1-Auswärtssieg bei Eintracht Braunschweig änderte Trainer Ralf Santelli seine Startelf auf drei Positionen. Für Rolf Feltscher und Frank Ronstadt, die beide verletzungsbedingt passen mussten, begannen Arne Feick und Nzuzi Toko. Zudem stürmte Dominic Baumann für Ridge Munsy. Vor der Partie verlängerte Eigengewächs Dominik Meisel seinen laufenden Vertrag vorzeitig.

Offener Schlagabtausch in der Anfangsphase

Vom Anstoß weg agierten beide Teams mit offenem Visier. Paderborn wird die Saison im Tabellenmittelfeld beenden, die Kickers als Schlusslicht. Nach einer schönen Kombination kam David Kopacz im Strafraum zum Abschluss, zielte jedoch etwas zu zentral (3.). Auf der Gegenseite konnte sich Hendrik Bonmann wenige Minuten später zum ersten Mal auszeichnen (5.). Einen abgefälschten Schuss von Antwi-Adjei klärte der Keeper stark zur Ecke. Noch in der Anfangsviertelstunde erzielten die immer besser werdenden Gäste zur frühen Führung. Nach Johannes Dörflers Flanke hatte Sven Michel in der Mitte zu viel Platz und köpfte den Ball wuchtig ins Netz (11.).

Paderborn übernimmt das Spiel

Fortan blieben die Ostwestfalen nach vorne immer wieder gefährlich. Während die Kickers ihre Chancen meist aus Kontern kreierten, nahm die Elf von Steffen Baumgart das Spiel immer mehr in die Hand. Gefährlich wurde es vor allem nach zwei Ecken (21., 23.). Dörfler kam jeweils im Rückraum frei zum Abschluss. In der Folge verspielten die Kickers zwei vielversprechende Konter zu leichtfertig (31., 32.). Marvin Pieringer und Dominik Meisel suchten nach dem besser postierten Mitspieler, fanden aber in beiden Fällen keinen Abnehmer.

Chancen auf beiden Seiten

Nach einem geblockten Schuss im Würzburger Strafraum ging es schnell. Kopacz sprintete mit dem Ball über das gesamte Feld, der Abschluss ging knapp am Tor vorbei (37.). Im direkten Gegenzug tauchte Dennis Srbeny frei vor Hendrik Bonmann auf, der Torhüter behielt jedoch die Nerven und lenkte den Ball am Tor vorbei (38.). Weitere Chancen gab es vor dem Halbzeitpfiff nicht und die Paderborner nahmen die aufgrund ihrer spielerischen Überlegenheit verdiente Führung mit in die Pause.

Kurioser Ausgleich der Kickers

Unverändert schickten beide Trainer ihre Mannschaften in den zweiten Durchgang. Es dauerte nur wenige Sekunden, bis die Kickers ihre erste Torchance hatten. Leopold Zingerle verlor den Ball an der Eckfahne im Dribbling gegen Sontheimer. Dieser sah das leere Tor und zögerte nicht lang. Sein Schuss segelte Richtung Tor, wäre aber wohl ohne das Zutun von Innenverteidiger Nkaka nicht in den Maschen eingeschlagen. Die Kickers hatten nach nur einer Minute in der zweiten Halbzeit ausgeglichen (46.).

Pieringer im Duell mit Zingerle

Die Rothosen spielten in der Folge wie beflügelt. Nach einem Angriff über Kopacz konnte Zingerle noch klären (48.), kurz danach traf Pieringer den Ball aus wenigen Metern vor dem Tor nicht richtig (52.). Zehn Minuten später war es wieder Pieringer, der es vor dem Paderborner Tor gefährlich machte. Seinen Abschluss aus der zweiten Reihe konnte Zingerle jedoch parieren (62.)

In der Defensive präsentierten sich die Rothosen in der zweiten Halbzeit wesentlich stabiler. Das Spiel verlagerte sich zunehmend in die Hälfte der Ostwestfalen. Mit Mitja Lotrič und Ridge Munsy für Baumann und Toko brachte Santelli weitere Offensivpower (61.). Es folgten weitere gute Chancen für Kopacz (71.) und Pieringer (72.), bei beiden fehlte es aber an der letzten Konsequenz.

Remis nach 90 Minuten

Es dauerte knappe 30 Minuten, bis die Paderborner wieder vor das Würzburger Tor kamen. Die Rothosen hatten Glück, dass Sven Michel, der zwei Mal frei zum Kopfball kam (77.,79.), nicht genau genug zielte. Kurz vor Schluss schickten sich die Kickers an, das Spiel noch zu entscheiden. Munsy und Robert Herrmann, der für Kopacz gekommen war (74.), scheiterten jedoch bei ihrer Doppelchance am Pfosten und an SC-Keeper Zingerle (88.). Kurz darauf feierten Adrian Schlagbauer und Umut Ünlü ihr Zweitliga-Debüt (89.). Letztendlich blieb es nach 90 Minuten bei 1:1-Unentschieden. Die Kickers hatten in der zweiten Hälfte eine deutliche Steigerung zum ersten Durchgang gezeigt, hatten aber im Torabschluss nicht das nötige Glück, um den Deckel drauf zu machen.

Damit verabschieden sich die Würzburger mit einem Unentschieden in die 3. Liga, die am 22. Juli 2021 startet. Die Paderborner beenden die Saison auf Rang neun.

Stimmen zum Spiel

Ralf Santelli (Cheftrainer FC Würzburger Kickers): „Ich habe zwei unterschiedliche Halbzeiten gesehen, meiner Mannschaft muss ich trotzdem Lob zollen. Sie hat ordentlich Fußball gespielt, Paderborn hat uns ein wenig spielen lassen, aber vom Fußballerischen haben wir gut gespielt, die Tore aber nicht gemacht. Die Big Points ganz am Ende haben wir nicht genutzt. Unter dem Strich geht das Ergebnis in Ordnung, weil wir uns gut präsentiert haben und es es Ende der zweiten Halbzeit besser gemacht haben als in der ersten Hälfte. Wenn wir die letzten Spiele in Summe nehmen, bin ich zufrieden. Ich wünsche Steffen Baumgart und allen Spielern, die auf dem Platz standen alles Gute.“

Steffen Baumgart (Cheftrainer SC Paderborn): „Ein Spiel, das ich sehr schwer verdauen kann. Nicht wegen des Ergebnisses, sondern über die Art und Weise wie wir aufgetreten sind. Das kann man nicht so akzeptieren. Das haben die Jungs so auch zu hören gekriegt. Vom Spiel bin ich sehr enttäuscht, wie wir agiert haben, was wir nicht gut gemacht haben. Wir sind jetzt froh, dass die Saison vorbei ist, die Jungs wahrscheinlich noch mehr als ich.“

Aufstellung

Würzburg: Bonmann – Toko (61. Lotrič), Strohdiek, Kraulich, Feick (89. Ünlü) – Meisel, Dietz, Sontheimer – Baumann (61. Munsy), Pieringer (89. Schlagbauer), Kopacz (74. Herrmann).
Paderborn: Zingerle – Dörfler (55. Ingelsson), Nkaka (73. Hünemeier), Schonlau, Collins – Schallenberg – Justvan (55. Thalhammer), Srbeny, Antwi-Adjei – Michel, Führich (66. Pröger).

Statistiken

Tore: 0:1 Sven Michel (11.), 1:1 Nkaka (46., Eigentor).

Gelbe Karten: Dietz (86.) – Justvan (51.).

Schiedsrichter: Bacher (Amerang).