Würzburger Kickers spielen Unentschieden gegen den 1. FC Nürnberg

1:1 GEGEN NÜRNBERG: DIETZ GLEICHT FRÜHEN RÜCKSTAND AUS

Am 28. Spieltag haben sich der FC Würzburger Kickers und der 1. FC Nürnberg mit 1:1 (0:1) getrennt. Früh traf Eric Shuranov (5.), Lars Dietz egalisierte mit seinem Kopfballtor zum 1:1 (78.).

Fünf Änderungen

Fünf Änderungen nahm FWK-Cheftrainer Ralf Santelli im Vergleich zum Auswärtssieg bei Hannover 96 vor. Arne Feick feierte sein Startelf-Comeback nach seiner Adduktorenverletzung. Ebenso rückten Christian Strohdiek, Mitja Lotrič, David Kopacz und Dominic Baumann in die Anfangsformation. Rolf Feltscher, Daniel Hägele, Dominik Meisel und Marvin Pieringer saßen zunächst auf der Bank. Robert Herrmann fiel wegen einer Mittelohrentzündung aus, Nzuzi Toko laboriert an Knieproblemen. Zudem standen die Langzeitverletzten Ewerton (Muskelverletzung), Hendrik Hansen (Knieprobleme) und Luke Hemmerich (Aufbautraining) nicht zur Verfügung.

Frühe Gäste-Führung

Bei bestem Fußballwetter starteten die Nürnberger forsch und gingen nach fünf Minuten unverhofft in Führung. Nach einem Querschläger in der Würzburger Abwehr nickte Eric Shuranov ein. Wenige Minuten später hatte Manuel Schäffler sogar das 2:0 auf dem Kopf, doch Tobias Kraulich schlug das Leder für den bereits geschlagenen Hendrik Bonmann von der Linie (11.). Die Gäste wirkten gefährlicher, doch die Rothosen arbeiteten sich in die Partie und bekamen die FCN-Offensive immer besser in den Griff.

Im Griff hatte wenig später auch Lukas Mühl den durchgebrochenen Ridge Munsy und riss diesen als letzten Mann kurz vor der Strafraumkante zu Boden. Tobias Reichel zeigte jedoch nur Gelb. Eine klare Fehlentscheidung. Den fälligen Freistoß von Frank Ronstadt faustete Christian Mathenia gerade noch zur Ecke (23.). Die Kickers waren nun das aktivere Team und drängten auf den mittlerweile verdienten Ausgleich.

Nach feinem Doppelpass mit Patrick Sontheimer schloss Lotrič freistehend vor Mathenia zu zentral ab (38.). Mehr Highlights hatte der erste, insgesamt ausgeglichene Durchgang nicht mehr zu bieten und die Rothosen gingen mit einem unglücklichen 0:1-Rückstand in die Kabine.

Offensive Zeichen

Mit dem Wechsel Marvin Pieringer für Mitja Lotrič setzte Santelli ein klares offensives Zeichen. Der erste halbwegs gefährliche Abschluss gehörte aber den Nürnbergern. Nach Schäfflers Kopfballverlängerung schoss Fabian Schleusener Bonmann direkt in die Arme (54.). Auf der anderen Seite verzog Sontheimer deutlich (57.). Der wenig später für Kopacz eingewechselte Rajiv van La Parra (62.) schoss ebenfalls daneben (65.).

Als dann Baumann frei am Strafraum zu Schuss kam, wurde dieser von Johannes Geis geblockt (68.). Nach Foul an Pieringer legte sich kurz darauf erneut Ronstadt das Leder zurecht, setzte das Leder aus 18 Metern aber knapp neben den rechten Pfosten (72.). Aber auch die Nürnberger hatten durch Schäffler die Chance, auf 2:0 zu erhöhen, der aber knapp vorbei schob (76.). Kurz darauf veredelte Dennis Borkowski eine Kopfballvorlage von Georg Margreitter, stand aber im Abseits (77.).

Dietz köpft zum Ausgleich

Nicht im Abseits stand hingegen Lars Dietz, der eine Freistoßhereingabe des eingewechselten Rolf Feltschers – er kam für Arne Feick (69.) – einnickte (79.). So ging es in eine aufreibende Schlussphase, in der die Rothosen alles auf eine Karte setzten. Munsys Kopfball, ebenfalls nach Feltschers ruhendem Ball, ging links vorbei (85.). Pieringers Abschluss aus 17 Metern strich ebenfalls links vorbei (87.). Christian Strohdiek köpfte über den Balken (89.). In der Nachspielzeit verpasste Daniel Borkowski den Siegtreffer aus spitzem Winkel, Bonmann hielt (90.+2) und es blieb beim letztlich leistungsgerechten Unentschieden.

Kickers am Millerntor

Am kommenden Spieltag reisen die Würzburger am Samstag, 17. April 2021, zum FC St. Pauli. Anpfiff am Millerntor ist um 13:00 Uhr. Die Nürnberger empfangen zeitgleich Holstein Kiel.

Ralf Santelli (Cheftrainer FC Würzburger Kickers):

Das Gegentor, das wir kassieren, war ein Geschenk, vollkommen ohne Not. Insgesamt hatte ich in der ersten Halbzeit nicht das Gefühl, dass wir groß in Probleme gekommen sind. Wir haben gut gestanden und es geschafft, den Gegner vom Tor wegzuhalten. Das war gut, großes Kompliment an meine Truppe. Was mich insgesamt besonders freut, ist, dass wir ein Standard-Tor gemacht haben, das wollten wir und haben das trainiert. Dadurch haben wir auch noch einen Push gekriegt. Am Schluss war es ein offener Schlagabtausch, der auch für Nürnberg positiv ausgehen kann. Unterm Strich ein leistungsgerechtes Ergebnis.

Sebastian Schuppan (Vorstand Sport FC Würzburger Kickers):

Wir bekommen immer wieder Schläge auf den Kopf. Das kann nur Rot sein, nicht Gelb. Morgen kommt wieder ein Anruf vom DFB: ‚Herr Schuppan, tut mir Leid, das war eine Fehlentscheidung.‘ Dann sage ich super, dann geht’s immer so weiter. Das kann man nicht mehr akzeptieren. Dann kommt im Nachhinein eine Entschuldigung. Es wäre schön, wenn man das mal im Spiel machen würde. Da hätte ich keinen Monitor gebraucht. Wenn man das pfeift, kann es nur Rot sein. Ich habe mit dem Linienrichter gesprochen, der hat gesagt, der Torwart kann da noch rankommen. Woher soll er das wissen? Das ist hypothetisch. Wenn ich sehe, wie die Mannschaft gegen Widerstände ankämpft, wie sie sich wehrt, wie sie das emotional wegsteckt. Diese Schläge auf den Kopf sind irgendwann nicht mehr auszuhalten.

Robert Klauß (Cheftrainer 1. FC Nürnberg): Grundsätzlich war das heute kein schönes Fußballspiel. Gerade im Bereich Zweikämpfe waren wir heute nicht gut. Ich hätte mir auch gewünscht, dass wir uns noch mehr Torchancen und Abschlussmöglichkeiten herausspielen. Wir hatten zu wenige Situationen vorne. Würzburg macht verdient den Ausgleich. Es hat mich sehr geärgert, wie wir uns da präsentiert haben. Hinten raus hatten wir noch zwei, drei gute Situationen, die wir aber nicht gut zu Ende gespielt haben. Wir sind nicht zufrieden mit unserer Leistung. Es ist ein leistungsgerechtes Unentschieden. Die Szene mit Mühl war im Spiel schwer zu sehen. Uns wurde vom vierten Offiziellen erklärt, dass es keine Verhinderung einer klaren Torchance war, weil Mathenia noch an den Ball gekommen wäre.

Würzburg: Bonmann – Ronstadt, Strohdiek, Kraulich, Feick (69. Feltscher) – Lotrič (46. Pieringer), Dietz, Sontheimer – Baumann (88. Nikolov), Munsy, Kopacz (62. van La Parra).

Nürnberg: Mathenia – Valentini, Mühl (49. Margreitter), Sörensen, Handwerker – Geis – Krauß, Schleusener, Möller Dähli – Schäffler, Shuranov (62. Borkowski).

Tore: 0:1 Shuranov (5.), 1:1 Dietz (78.).

Gelbe Karten: Sontheimer (42.), Munsy (82.), Nikolov (90.+2) – Mühl (19.), Valentini (32.), Krauß (43.), Schäffler (48.)

Schiedsrichter: Tobias Reichel (Stuttgart).