Würzburger Kickers verlieren deutlich gegen neuen Spitzenreiter in Bochum

0:3 IN BOCHUM: KICKERS UNTERLIEGEN NEUEM TABELLENFÜHRER

 

Mit 0:3 (0:1) unterlag der FC Würzburger Kickers am 23. Spieltag im VONOVIA Ruhrstadion dem VfL Bochum. In einer dominanten ersten Hälfte brachte Robert Zulj die Gastgeber in Führung (21.). Nach der Pause erhöhte Danny Blum in der besten Phase der Kickers auf 2:0 (62.). Den Schlusspunkt für den neuen Tabellenführer setzte dann Gerrit Holtmann (81.).

Auch in Bochum beim Tabellendritten veränderte FWK-Cheftrainer Bernhard Trares seine Startelf zum fünften Mal in Folge nicht. Nur auf der Bank nahm diesmal unter anderem nicht Dominik Meisel Platz. Der 21-Jährige laboriert an Sprunggelenksproblemen. Hendrik Hansen (Kniebeschwerden) und Luke Hemmerich (Aufbautraining) sowie Ewerton (muskuläre Probleme) und Keeper Fabian Giefer (Außenbandriss im Sprunggelenk) standen erneut nicht zur Verfügung.

Mit dem Selbstvertrauen aus dem Heimsieg gegen den Hamburger SV wollten die Rothosen in Bochum den Rückstand aufs rettende Ufer weiter verkürzen und die erst morgen spielende Konkurrenz weiter unter Druck setzen. Aber auch die Elf von Thomas Reis hatte sich einiges vorgenommen. Schließlich winkte die Tabellenführung. Und so spielten die Hausherren auch. Von Beginn an setzten sie die Würzburger unter Druck, ließen sie nicht zur Entfaltung kommen.

Bochums erste Chance sitzt

Mit frühem Anlaufen generierten die Bochumer mehrere Male gute Ballgewinne, Chancen blieben zunächst aber aus. Erst in der 21. Minute kamen die Blau-Weißen nach einem Fehler im Spielaufbau des FWK zu ihrer ersten Möglichkeit und auch gleich zum Führungstreffer. Gerrit Holtmann bediente von der rechten Grundlinie den eingelaufenen Robert Zulj, der aus fünf Metern seinen elften Saisontreffer erzielte.

Damit spiegelte sich die Dominanz der Hausherren auch auf der Ergebnistafel wieder. Anthony Losilla hätte nach einer guten halben Stunde beinahe nachgelegt. Seinen Schuss parierte der bis dato nicht geforderte Hendrik Bonmann aber stark (32.). Denn trotz der spielerischen Überlegenheit des Tabellendritten verteidigten die Würzburger leidenschaftlich. Nur offensiv gelang ihnen wenig. Auf der anderen Seite hatte Zulj mit dem Pausenpfiff die dicke Möglichkeit zum 2:0. Danny Blum hatte sich auf dem linken Flügel durchgetankt und an der Strafraumkante quergelegt. Doch Zuljs Abschluss ging um Zentimeter am linken Pfosten vorbei.

Schuppan findet deutliche Worte

Aber auch so war Sebastian Schuppan, Vorstand Sport des FC Würzburger Kickers, im Halbzeitinterview bei Sky bedient: „Eigentlich wollten wir selbstbewusst auftreten, die Euphorie aus dem HSV-Spiel mitnehmen. Das ist uns nicht gelungen bisher. Wir spielen zu mutlos. Das kann nicht der Weg sein, wie wir unten rauskommen wollen. Wir müssen in der zweiten Halbzeit zwei Schippen drauflegen.“

Und die Kickers, auch wenn sie Schuppans Worte nicht hörten, nahmen sich diese zu Herzen. Allen voran der zur Pause für Mitja Lotrič eingewechselte David Kopacz. Denn der Mittelfeldspieler zwang Manuel Riemann nach nur zwei Minuten im zweiten Durchgang mit einem Schuss aus 16 Metern zu einer Glanztat (47.). Die Rothosen waren nun deutlich besser im Spiel und gestalteten dies auch offen. Rolf Feltscher hatte nach einer Ecke Arne Feicks von der Strafraumkante eine weitere gute Gelegenheit auszugleichen, schoss aber knapp vorbei (61.).

Blum trifft Kickers mitten ins Herz

Der Ausgleich lag in der Luft, aber nur bis zur 62. Minute. Denn dann schickte Losilla Blum auf die Reise und erzielte aus rund 15 Metern halblinker Position das 2:0. Ein Treffer mitten ins rot-weiße Herz. Zwar zeigten sich die Mainfranken auch in der Folge bemüht, mehr als zwei knapp verzogene Freistöße Rajiv van La Parras (74./84.) und Martin Haseks Distanzschuss (71.) wollte der Trares-Elf aber nicht mehr gelingen, selbst mit neuen Kräften nicht. Frank Ronstadt und Dominic Baumann ersetzten Hasek und Ridge Munsy (beide 80.). Später kam noch Tobias Kraulich für Sontheimer (85.).

Holtmann mit dem Schlusspunkt

Ganz anders der VfL: Simon Zoller scheiterte noch an Bonmanns starkem Reflex (68.), auch Blums Lupfer blieb ohne Erfolg (72.), ebenso wie Zuljs Schuss, den der Würzburger Keeper glänzend parierte (79.). Doch Holtmann netzte in der Schlussphase ein drittes Mal für die Gastgeber ein, als er an Bonmann vorbeiging und das Leder zum 3:0 über die Linie schob (81.).

Damit übernehmen die Bochumer mindestens bis Montag die Tabellenspitze und gehen mit zwei Punkten Vorsprung auf die SpVgg Greuther Fürth am kommenden Samstag, 6. März 2021, um 13:00 Uhr ins direkte Duell. Die Rothosen sind bereits am Abend zuvor zu Hause gegen den 1. FC Heidenheim gefordert und eröffnen unter Flutlicht am Dallenberg um 18:30 Uhr den 24. Spieltag.

Bernhard Trares (Trainer FC Würzburger Kickers): Der Sieg ist in der Höhe verdient. Bochum war klar besser. Sie haben ihre Möglichkeiten ausgespielt und hatten große Ruhe am Ball. Wir hatten auch Räume, waren aber zu unkonzentriert und haben dem Gegner viele Bälle in die Füße gespielt, so dass er gar nicht arbeiten musste, um Ballgewinne zu erzielen. Wenn wir das besser gemacht hätten, wäre etwas möglich gewesen. So hat man gesehen, dass Bochum zurecht dort oben steht und eine sehr gute Spielstruktur hat. Sie waren gedanklich schneller als wir. Wir waren in unseren Aktionen zu hektisch, wollten zu schnell zu viel und treffen nicht die besten Entscheidungen. Die Einstellung hat gepasst. Wir wollten hier gewinnen, aber Bochum hat es stark gespielt.

Arne Feick (Spielführer FC Würzburger Kickers): Ich kann mich nicht erinnern, in einem Spiel so chancenlos gewesen zu sein wie heute. Bochum hat sehr gut gespielt und war die klar bessere Mannschaft. Das müssen wir neidlos anerkennen. Wir haben in keiner Phase des Spiels das auf den Platz gebracht, was wir uns vorgenommen hatten. Daher ist es eine verdiente Niederlage. Wir haben in Kiel und Fürth sehr gute Leistungen gezeigt und hätten mehr Punkte verdient gehabt. Heute hätten wir es nicht verdient gehabt. Wir haben bei einer sehr spielstarken Mannschaft gespielt, die es von Beginn an gut gemacht hat und uns ihr Spiel aufgedrückt hat. Wir hingegen hatten zu viele Ballverluste und schenken alle drei Tore einfach her. Wir haben zu schwach verteidigt und haben uns offensiv nur selten spielerisch durchsetzen können.

Hendrik Bonmann (Torwart FC Würzburger Kickers): Das Spiel müssen wir jetzt erst einmal sacken lassen. 0:3 ist schon deutlich. Aber Bochum war einfach besser. Wenn wir einige Situationen besser zu Ende spielen, ist vielleicht mehr drin. Wir hatten zwar Räume, aber uns hat der Mut und die Ruhe im Spiel nach vorne gefehlt. Der VfL hat unsere Fehler eiskalt bestraft. Wir haben nun gegen die Top fünf der Liga gespielt und zwei Siege mitgenommen. Das ist durchaus beachtlich. Wir haben aber gezeigt, dass wir gegen jeden gewinnen können. Jetzt kommen die Spiele, in denen wir das Ruder weiter herumreißen werden. Ich bin sehr optimistisch.

Thomas Reis (Cheftrainer VfL Bochum): Wir sind sehr gut in die Partie gekommen und wollten den Gegner frühzeitig unter Druck setzen. Das ist uns gelungen. Wir wussten, dass die Würzburger in den vergangenen Wochen gegen starke Gegner gute Ergebnisse erzielt haben. Zwar hatten wir wenige Unachtsamkeiten im Spiel, haben es aber gut gelöst und sind verdient in Führung gegangen. Robert Zulj hatte mit dem Halbzeitpfiff die große Chance zum 2:0. Normalerweise verwertet er eine solche Möglichkeit. Nach der Pause hatten die Kickers eine sehr gute Torgelegenheit, die Manuel Riemann stark pariert. Die Tore danach waren Gold wert und letztlich war es ein absolut verdienter Sieg. Respekt an meine Mannschaft, die das Spiel angenommen hat.

Aufstellung

Bochum: Riemann – Gamboa, Decarli, Bella Kotchap, Danilo Soares – Losilla, Tesche (88. Chibsah)– Blum (74. Pantovic), Zulj (84. Ganvoula), Holtmann – Zoller (84. Eisfeld).

Würzburg: Bonmann – Feltscher, Douglas, Strohdiek, Feick – Hägele – Sontheimer (85. Kraulich), Hasek (80. Ronstadt) – Lotric (46. Kopacz)  – Munsy (80. Baumann), Pieringer (46. van La Parra).

Daten

Tore: 1:0 Zulj (21.), 2:0 Blum (62.), 3:0 Holtmann (81.).

Gelbe Karten: Tesche (73.), Decarli (83.).

Schiedsrichter: Schmidt (Stuttgart).