Würzburger Kickers verlieren Kellerduell in Sandhausen und haben kaum noch Chancen auf Klassenerhalt

NACH DISKUTABLEM HANDELFMETER: KICKERS UNTERLIEGEN SANDHAUSEN MIT 0:1

Der FC Würzburger Kickers hat die Partie am 27. Spieltag beim SV Sandhausen mit 0:1 (0:1) verloren. Im BWT-Stadion am Hardtwald reichte den Gastgebern ein von Kevin Behrens kurz vor dem Seitenwechsel verwandelter Handelfmeter zu drei Punkten.

Drei Änderungen

Drei Änderungen im Vergleich zum 1:1-Remis zu Hause gegen Regensburg nahm Ralf Santelli vor. In der Innenverteidigung begann anstelle von Douglas Tobias Kraulich. Zudem starteten Robert Herrmann und Patrick Sontheimer, Mitja Lotric und Rajiv van La Parra saßen zunächst auf der Bank. Erneut fehlten die Langzeitverletzten Luke Hemmerich (Aufbautraining), Ewerton (Muskelverletzung) und Hendrik Hansen (Knieproblem). Auch Kapitän Arne Feick (Adduktorenprobleme) fiel noch aus, ebenso wie Vladimir Nikolov, der nach den Länderspielen für die bulgarische U21 in Quarantäne musste.

Sandhausen trifft per diskutablem Handelfmeter

Bei sonnigen Temperaturen war beiden Teams die Wichtigkeit der Partie in den ersten Minuten anzumerken. Beide waren zunächst darauf bedacht, keinen Fehler zu machen. Als erste näherten sich die Gastgeber, die leichte optische Vorteile hatten, dem gegnerischen Gehäuse an – und das war richtig gefährlich. Nach einem langen Ball tauchte Kevin Behrens frei vor Hendrik Bonmann auf, der den missglückten Lupferversuch sicher festhielt (23.). Auch Julius Biada prüfte nach einer kurz ausgeführten Ecke den Würzburger Schlussmann (27.).

Die Sandhäuser waren auch in der Folge das aktivere Team, während die Rothosen auf ihre gefährlichen Umschaltmomente lauerten, wie in der 38. Minute. Herrmann bediente David Kopacz, der knapp rechts vorbeiging. Auf der anderen Seite behielt erneut Bonmann im Eins-gegen-Eins die Oberhand und parierte gegen Alexander Esswein (41.). Ohne Tore schien es in einer ausgeglichenen Partie in die Pause zu gehen, wäre da nicht ein vermeintliches Handspiel Frank Ronstadts gewesen, der im Strafraum Behrens Schuss blockte. Benjamin Cortus zeigte auf den Punkt, der VAR nahm die strittige Entscheidung nicht zurück. Behrens nahm sich der Sache an und verwandelte sicher zur Sandhäuser Führung (44.).

Keine zwingenden Aktionen

Ohne Wechsel ging es in den zweiten Durchgang, in den die Würzburger mutig starteten und die Hausherren früh störten. Zwingende Aktionen gelangen aber nicht. Stattdessen kamen erneut die Sandhäuser zu guten Abschlüssen. Esswein prüfte Bonmann aus der Distanz (54.), Biada nagelte das Leder aus fünf Metern an die Latte (59.). In dieser Szene hatten die Mainfranken Glück, weil auch Behrens aussichtsreich mehrmals den Abschlussmoment verpasste.
Nach einer Stunde ersetzte Lotrič Martin Hašek, Chancen hatten aber weiterhin nur die Sandhäuser.

Nach einer Ecke Biadas und Kisters Kopfballvorlage jagte Jannik Bachmann das Leder aus sechs Metern über den Balken (70.). Auch Esswein, erneut alleine vor Bonmann, hatte das 2:0 auf dem Fuß (74.). Doch statt der Vorentscheidung blieb es spannend, zumal Santelli mit Marvin Pieringer und Dominic Baumann für Kopacz und Herrmann zwei weitere Offensivkräfte brachte (75.). Und beide waren prompt mitten im Geschehen. Erst jagte Baumann eine Ronstadt-Hereingabe in den Fangzaun (76.), kurz darauf vergab Pieringer am Fünfmetereck nach Munsys Querpass (81.). Kurz darauf verhinderte Biada nach Baumanns Kopfball den Einschlag für seinen bereits geschlagenen Schlussmann Kapino (86.) Die Rothosen drängten auf den Ausgleich. Gelingen sollte er der Santelli-Elf aber nicht mehr.

Am Donnerstag in Hannover, am Sonntag gegen den Nürnberg

Während die Sandhäuser am Freitag, 09. April 2021, um 18:30 Uhr bei der SpVgg Greuther Fürth ranmüssen, reisen die Kickers am Donnerstagabend, Anpfiff ebenfalls um 18:30 Uhr, zum Nachholspiel bei Hannover 96, ehe am Sonntag, 11. April 2021, um 13:00 Uhr der 1. FC Nürnberg in der FLYERALARM Arena zu Gast ist.

 

Ralf Santelli (Cheftrainer FC Würzburger Kickers): In der ersten Halbzeit haben wir es verpasst, dem Gegner wehzutun und waren nicht im Spiel. Es war schlicht zu wenig. Die Jungs waren zu ängstlich. Sie wollten es besonders gut machen. In der zweiten Halbzeit war es besser. Wir haben so agiert, wie wir uns das vorgestellt haben, waren engagierter und haben die Zweikämpfe angenommen. Sandhausen hatte aus dem Spiel heraus nur wenige Chancen. Ein Punkt wäre aufgrund unserer Druckphase in der Schlussviertelstunde durchaus verdient gewesen. Letztlich wurde das Spiel durch einen Standard entschieden.

Christian Strohdiek (Kapitän FC Würzburger Kickers): In der ersten Halbzeit haben wir nicht das umgesetzt, was wir uns vorgenommen haben. Kurz vor dem Pausenpfiff in Rückstand zu geraten, ist natürlich bitter. Im zweiten Durchgang waren wir dann besser, aber auch nicht zwingend genug, um das Tor zum Ausgleich noch zu erzielen. Die Stimmung ist nach einer solchen Niederlage natürlich nicht gut. Wir sind alle enttäuscht, glauben aber weiterhin dran, es noch schaffen zu können. Wir werden an den Dingen arbeiten, die heute dazu geführt haben, dass wir nicht als Sieger vom Feld gegangen sind. Das werden wir analysieren und unsere Schlüsse darausziehen, um es in Hannover besser zu machen.

Frank Ronstadt (Spieler FC Würzburger Kickers): Ich hatte das Gefühl, er hat mich an der Schulter getroffen. Der Schiedsrichter meinte zu mir, der Ball wäre an meinen Ellenbogen gegangen. Der VAR hat die Entscheidung bestätigt. Die Hoffnung auf den Klassenerhalt ist nicht verflogen, wir geben weiter Gas. Natürlich war es heute ein wichtiges Spiel. Umso bitterer ist es, dass es so entschieden wurde.

Gerhard Kleppinger (Cheftrainer SV Sandhausen): Ein sehr wichtiger Sieg für uns, um einerseits Würzburg weit hinter uns zu halten und andererseits an den Teams vor uns dranzubleiben. Wir hatten uns vorgenommen, das Spiel zu diktieren, hatten die besseren Spielanteile vor der Pause und auch die ein oder andere Chance, ehe wir kurz vor der Pause den Elfmeter bekommen. Ich hätte mir gewünscht, dass wir in der zweiten Hälfte einen Treffer nachlegen. Nicht gefallen hat mir in der zweiten Hälfte, dass wir zu oft fallend verteidigt haben, da hat uns etwas der Mut gefehlt. Würzburg hat am Ende alles oder nichts gespielt. Mit der Moral, die wir heute an den Tag gelegt haben, und unserem Teamgeist bin ich davon überzeugt, dass wir unser Ziel auf jeden Fall erreichen werden.

Aufstellung

Sandhausen: Kapino – Kister, Bachmann, Zhirov – Diekmeier, Taffertshofer, Zenga (77. Röseler), Nartey (54. Contento) – Biada – Esswein (78. Keita-Ruel), Behrens.

Würzburg: Bonmann – Ronstadt, Kraulich, Strohdiek, Feltscher – Sontheimer, Hägele, Hašek (60. Lotrič) – Kopacz (75. Baumann), Munsy, Herrmann (75. Pieringer).

Tore: 1:0 Behrens (44., Handelfmeter).

Gelbe Karten: Contento (56.) – Strohdiek (22.), Ronstadt (43.).
Schiedsrichter: Benjamin Cortus (Nürnberg).